Barockgarten erstrahlt in neuem Glanz

Knapp fünf Wochen hat der pensionierte Fliegerhorst-Beamte Helmut Prabst gebraucht, um die beiden historischen Sandsteinfiguren im Barockgarten des Klosters Fürstenfeld wieder ansehnlich erscheinen zu lassen. „Die befanden sich in einem desolaten Zustand und mussten unbedingt auf Vordermann gebracht werden“, fühlte sich der 73-jährige Hobby-Künstler aufgerufen, die beiden Skulpturen selbst zu restaurieren.

„Die Kreativität wurde mir in die Wiege gelegt“, meinte der Ruhestandsbeamte bescheiden zu seinem künstlerischen Talent. Die Gestaltungskraft hat der ehemalige technische Beamte allerdings schon in den Lehrmittelwerkstätten der Luftwaffe im Brucker Fliegerhorst seinerzeit tagtäglich unter Beweis gestellt, als er Ausbildungsgerät für die Luftwaffe der Bundeswehr konstruierte. Aus eigenem Antrieb heraus hat der auch als Hobby-Musiker auftretende Prabst seine künstlerische Fähigkeiten und sein handwerkliches Geschick sowie sein Wissen kontinuierlich erweitert. Über 99 Ecken geriet er dabei gar an einen Professor für Kunst in Tegernsee, schilderte Prabst. „Ich freue mich, dass Bürger in unserer Stadt leben, die sich ehrenamtlich so engagieren“, dankte Brucks Oberbürgermeister Sepp Kellerer den Hobby-Künstler vor Ort für seine Arbeit. Der Rathauschef erinnerte dabei nochmals daran, dass der 73-jährige Prabst vor einiger Zeit mit der Restaurierung des Feldkreuzes im Stadtpark bereits ein positives Echo ausgelöst hat. „Solche Bürger verdienen es, dass man ihre Einstellung auch öffentlich macht“, meinte Kellerer, als sich Prabst vom Medieninteresse sichtlich überrascht zeigte. „Ich werte damit eigentlich nur meinen Ruhestand auf und möchte ein wenig zum Gemeinwohl beitragen und mich einbringen“, sagte Prabst abschließend. „Das liegt mir am Herzen.“ Bei den Arbeiten, so berichtete Prabst, musste er anfangs sehr behutsam vorgehen. Größere Löcher im Material, die teilweise mit Beton ausgefüllt waren und Moosbewuchs machten die Restaurierungsarbeiten unbedingt erforderlich. „Wir waren sehr froh, dass sich Herr Prabst anbot, die Arbeiten kostenlos durchzuführen“, sagte Kellerer. Die Schäden an den beiden Figuren wurden mit einer Substanz aus Steinbinder und Sand bearbeitet, so dass wieder eine homogene, ansehnliche Oberfläche entstand. Ferner trug Prabst eine spezielle Tinktur zur Konservierung auf, die vor eindringendem Wasser und Schäden durch Verschmutzung schützt. „Mit der gleichen Tinktur werden die Häuser in Venedig bearbeitet“, so Prabst, der auch noch begeisterter Chopper-Fahrer ist und sogar schon die große Freiheit bei einer Fahrt auf der berühmten Route 66 in USA erlebt hat. Für die ca. fünf Wochen dauernden Restaurierungsarbeiten an den beiden von einem Grafrather Ehepaar der Stadt gestifteten Skulpturen stellte die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern – Fachbereich Polizei – dem Restaurator einen beheizten Raum zur Verfügung. „Damit hat sich für mich ein Kreis geschlossen“, erklärte Prabst, der als Azubi einst an der Polizeischule zum Waffenmechaniker ausgebildet wurde. Zur Unterstützung für die flankierenden Arbeiten stand dem Hobby-Künstler, der als nächstes die Restaurierung des heiligen Johannes Nepomuk an der Amperbrücke in der Stadt ankündigte, Peter Langenegger vom städtischen Bauhof zur Seite.

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