Straffer Zeitplan

Bau von Hospiz und Frauenhaus schreitet gut voran:
Ein Haus mit klarer Trennung

Christian Ganslmeier (rechts) informierte an der Baustelle Gaby Off-Nesselhauf, Mitglied des Bezirkstags Oberbayern, den Bundestagsabgeordneten Michael Kießling und den Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch (links) über den Stand der Bauarbeiten des Hospizes und Frauenhauses in Germering.
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Christian Ganslmeier (rechts) informierte an der Baustelle Gaby Off-Nesselhauf, Mitglied des Bezirkstags Oberbayern, den Bundestagsabgeordneten Michael Kießling und den Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch (links) über den Stand der Bauarbeiten des Hospizes und Frauenhauses in Germering.
  • Hans Kürzl
    VonHans Kürzl
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Germering – Es ist ein Bau – Hospiz, Frauenhaus und Mitarbeiterwohnungen werden sich an der Unteren Bahnhofstraße unter einem Dach befinden. Sie werden aber klar voneinander getrennt sein. „Es wird zwischen den Menschen in den einzelnen Bereichen keine Berührung geben“, erklärt Christian Ganslmeier, der Vorstandsvorsitzende der Germeringer Sozialstiftung. Im ersten Quartal 2022 stehen Innenausstattung und Möblierung an. Im zweiten Quartal 2022 sollen dann Hospiz und Frauenhaus endgültig ihren Betrieb aufnehmen – ein straffer Zeitplan. Dass er eingehalten werden kann, zeigt ein Rundgang über die Baustelle.

Das mit der Trennung wird deutlich unter anderem an einem kostenmäßig intensiven Detail: In dem Bau sind drei Aufzüge unabhängig voneinander untergebracht. „Angesichts der Fläche des Baus ungewöhnlich, aber notwendig“, so Ganslmeier. Würde und Ruhe im Hospizbereich sind so ebenso gewährleistet wie Sicherheit und Schutz im Frauenhaus. Die strikte Trennung gilt ebenso für Zugangsbereiche und Treppenhäuser.

Es wird offen und hell zugehen im Hospizbereich und Raum geschaffen – im wahren Sinn des Wortes. Die Gänge sind breit angelegt. „Breit genug für die Betten“, erklärt Ganslmeier. Dies gilt gleichermaßen für den Zugangsbereich zu den Zimmern. Nur auf die Balkone werden die Betten nicht ganz passen. Aber laut Ganslmeier werde man eine Möglichkeit schaffen, dass die Betten sich zumindest halb im Freien befinden. So könne zumindest ein Bezug zur Außenwelt geschaffen werden.

Ebenso werde für Angehörige die Möglichkeit bestehen, auch nachts mit anwesend zu sein. Die genaue Ausgestaltung, auch zu anderen Details, wird die Pflegedienstleitung übernehmen, die seit dem 1. Juli tätig ist. Insgesamt werden zwölf Zimmer eingerichtet, von denen derzeit nur zehn von der Krankenkasse gefördert werden. Trotzdem baut man zwölf: „Es macht die Planung flexibler. Außerdem ist der Bedarf hoch“, sagt Ganslmeier.

Ganslmeier im Eingang des Hospiztrakts.

Im Frauenhaus werden bei Inbetriebnahme neun Plätze für Frauen zur Verfügung stehen, plus 16 für Kinder. Ein reiner Schlafplatz wird zudem für ältere Jugendliche geschaffen, die nicht mehr unbedingt mit der Mutter nächtigen möchten. Besonders Wert wurde bei Bau und Planung auf Gemeinschaft gelegt. Die Zimmer, deren Schließtechnik der von Hotels entspricht, werden keine richtige Kochstelle erhalten. Gekocht werden soll in einem Gemeinschaftssaal. Frauen und Kinder werden auch einen eigenen Innenhofbereich. Eine in der Nachbarschaft liegende Tiefgaragenzufahrt, schirmt diesen Bereich in jeder Beziehung von der Umgebung ab.

Der dritte Stock des Neubaus ist ausschließlich für Personal vorgesehen – ebenfalls sorgfältig getrennt von den anderen Bereichen. Auf Balkone wird man hier aus Kostengründen verzichten. „Es geht schon sehr eng zu“, stellt Ganslmeier fest. Man habe zum Beispiel schon Mühe gehabt, einen Kran aufzustellen. Corona und die damit verbundenen Auflagen hätten aber keine Probleme bereitet. „Auf Container für das Personal wurde sehr bewusst verzichtet“, erläutert Ganslmeier. Abstände wäre da nur schwer einzuhalten gewesen. Besprechungen seien in kleinem Rahmen und unmittelbar auf der Baustelle durchgeführt worden. Und was Ganslmeier genauso erfreut feststellt: „Es ist noch nichts weggekommen.“

Für den reinen Bau sind etwa neun Millionen eingeplant. Ganslmeier ist überzeugt, diesen Rahmen einhalten zu können. Das liegt daran, dass Herbert Stark nicht nur Gründer der Sozialstiftung ist, sondern auch Bauunternehmer. Ganslmeier dazu: „Er weiß, welche Firmen zuverlässig arbeiten.“ Daher gebe es auch wenig Schwierigkeiten mit der Materialbeschaffung. Was für Ganslmeier ebenso wichtig ist: Die gute Kooperation mit der Stadt und deren Bauverwaltung. Ganslmeier erzählt von Münchner Architekten, die überrascht gewesen seien, dass man in Germering etwa bei einer geringen Überschreitung der Baulinie keine Probleme gemacht habe. Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, die Inbetriebnahme im zweiten Quartal 2022 erfolgen. Dann werden auch Hospizverein und Sozialstiftung einen eigenen Geschäftsraum haben. Und ein Versammlungsraum kann für 60 Personen genutzt werden.

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