Klimaneutrales Bauen

Bauausschuss beschließt von ÖDP und BBV beantragte neue Richtlinien zum klimaneutralen und umweltfreundlichen Bauen

Mit großer Mehrheit sprach sich der Planungs- und Bauausschuss für eine Verschärfung der Energiestandards bei Neubauten aus.
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Mit großer Mehrheit sprach sich der Planungs- und Bauausschuss für eine Verschärfung der Energiestandards bei Neubauten aus.

Fürstenfeldbruck – Mit großer Mehrheit sprach sich der Planungs- und Bauausschuss für eine Verschärfung der Energiestandards bei Neubauten aus. Künftig wird eine bilanzielle Klimaneutralität bezüglich des Energieverbrauchs im laufenden Betrieb, das heißt bei Strom, Wärme und Warmwasser, gefordert.

Um das selbstgesteckte Ziel der Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen, müsse man den 2016 festgelegten Standard von KfW 55 für Neubauten im Stadtgebiet nachjustieren, begründete Umweltreferentin Alexa Zierl (ÖDP) den von ihrer Fraktion gemeinsam mit der BBV eingebrachten Antrag.

Die Richtlinie zielt nicht nur auf den privaten „Häuslebauer“ ab, auch bei der Ansiedlung von Gewerbebetrieben stellt der voraussichtliche Energieverbrauch ein wichtiges Kriterium dar. Die Stadt selbst soll bei eigenen Bauprojekten darüberhinaus auch auf „umweltfreundliche und gesunde Baustoffe“ achten, wie es im Antrag heißt. So will man soweit wie möglich vom „Klimakiller“ Beton hin zu Holz als nachwachsendem Rohstoff umsteigen. Ebenso soll die in Bestandsgebäuden gebundene sogenannte „Graue Energie“ berücksichtigt werden, die bei einem Abriss wieder verloren ginge. Darunter versteht man den bei der Errichtung von Gebäuden benötigten Energieaufwand, inklusive zur Herstellung der verwendeten Materialien und der Transportwege.

Stockinger gegen alle Vorschläge

Georg Stockinger (Freie Wähler), der als einziger gegen alle Beschlussvorschläge stimmte, betonte, dass es ohne Beton auch künftig nicht gehen werde. Zudem müsse Holz im Bau zuvor behandelt werden und dürfe bei einem späteren Abriss nicht einfach verbrannt werden. Auch verklebte Dämmmaterialien seien „höchstproblematisch zu entsorgen.“

Befürchtungen einzelner Stadträte, Bauherren würden mit dieser Verordnung unzumutbare hohe finanzielle Belastungen aufgebürdet, trat Stadtbaurat Johannes Dachsel entgegen. Man werde auch künftig sicherstellen, dass sowohl private, wie auch gewerbliche Bauherren, nicht vor unlösbare finanzielle Probleme gestellt werden. So könne beispielsweise eine weniger effiziente Wärmedämmung beim Bau durch eine größere Photovoltaikanlage kompensiert werden. Unterm Strich rechnen sich die Maßnahmen für Bauherren allemal, da sie später weniger Energiekosten aufzubringen hätten, argumentierte Zierl.

Der Blick auf Bund und EU

Zudem seien auf Bundes- und EU-Ebene neue Gesetzesentwürfe in Vorbereitung, die neben einem Sanierungszwang für Altbauten auch wesentlich strengere Vorgaben für Neubauten vorsehen, ergänzte Dachsel. Ziel der EU sei, Klimaneutralität bei Neubauten von 2030 an zu erreichen, da Häuser rund 40 Prozent der gesamten Energie verbrauchen und für mehr als ein Drittel aller Treibhausgase verantwortlich sind.

„Der Leitfaden ist eine gute Orientierung“, lobte CSU-Fraktionssprecher Andreas Lohde den Antrag. Dies sei auch von Bedeutung, um weiterhin „Fördergelder, die gerade für private Bauherren wichtig sind, zu bekommen. Die Ampel plant da einiges.“

Peter Fischer

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