Bauern handeln generationenübergreifend - Kreisbauernobmann Johann Drexl zu Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Naturbewahrung

Johann und Kunigunde Drexl, Hattenhofen, arbeiten für eine generationenübergreifende Land- und Forstwirtschaft. Je zwei Söhne und Töchter - 24 bis 13 Jahre - stehen ihnen dabei zur Seite. Foto: Günter Schäftlein

Nach der Welt-Klimakonferenz im mexikanischen Nobelort Cancun lohnt es sich erst recht, auch vor der eigenen Haustüre über Treibhausgas-Vermeidung und eine günstigere, schonendere Ressoursennutzung nachzudenken - und entsprechend zu handeln. Der Kreisbote sprach darüber mit dem Kreisbauernobmann Johann Drexl in Hattenhofen.

Seine Einschätzung ist einfach und klar: „Land- und Forstwirtschaft spielen eine zentrale Rolle, um anstehende, globale Herausforderungen zu lösen. Bauern sind gefordert, die Versorgung mit Lebensmittel und Energie sicherzustellen, dabei nachhaltig und klimaschonend zu arbeiten.“ Das allerdings auch zu Erwerbseinkünften, die den Bauernstand nicht in die wirtschaftliche Enge und an den Rand der Existenzfähigkeit drängen. „Unsere Bauernfamilien denken und handeln seit jeher generationenübergreifend. Schon aus diesem Grund ist für uns Klimaschutz ein wichtiger Aspekt.“ Nach den Zahlen der internationalen Klimaschutz-Berichterstattung, trägt die Land-/Forstwirtschaft nur mit knapp 7% zum Ausstoß von Klimagasen in Deutschland bei. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist dabei der Ersatz für die unwiederbringlichen fossilen Rohstoffe.“ Bislang wurden durch nachwachsende Rohstoffe aus der Landwirtschaft sowie die energetische Nutzung von Holz jährlich 50 Millionen Tonnen CO2 Emissionen in Deutschland vermieden. Allein ein Holzhaus speichert soviel CO2 wie bei 300.000 Kilometer Autofahrt frei werden … Unabdingbar für Drexl, zukünftig noch effizienter mit der begrenzt verfügbaren Ressource Fläche umzugehen, sie so produktiv wie möglich zu bewirtschaften: „Möglichst viel Biomasse so nachhaltig wie möglich zu erzeugen.“ Nach den negativen (Import-)Erfahrungen mit einem so riesigen Erzeugerland für Agro-Diesel und Soja-Eiweißfuttermittel wie Brasilien und der Vernichtung der dortigen kleinbäuerlichen Landwirtschaft für die Lebensmittelproduktion argumentierte Drexl im bayer. Landwirtschaftsministerium für eine Ausweitung der heimischen Anbauflächen für Soja und das stark eiweißhaltige Kleegras. Mit Sorge sieht er, dass durch die seit 2009 erfolgte Besteuerung des Bio-Sprits (wie Mineralölsteuer) der gerade erst entwickelte landwirtschaftliche Zweig der Rapsölpressen „wieder kaputtgemacht wird“. Er selbst hat als Landwirt und Waldbesitzer bereits vor 10 Jahren die Fichte in der Aufforstung aufgegeben. Im Hinblick auf die längst spürbaren Klimaveränderungen pflanzt er stattdessen die amerikanische Douglasie und Laubbäume an. Daß der Klimawandel für Johann Drexl Fakt ist, registriert er vor dem eigenen Stadeltor: „Spätere Getreidesorten wie den Winterweizen ernten wir heute drei Wochen früher, bereits im Juli.“

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