Bauern-Protest vor dem Seehofer-Auftritt in Maisach

Dem Protest der Milchbauern aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Dachau kam der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer nicht aus. „Bauern brauchen einen fairen Preis“ und „zu niedrige Milchpreise sind mein Ende“ stand auf den Anfahrtswegen Richtung Festzelt, wo Seehofer sprach, überall zu lesen. Zum direkten Kontakt mit dem Ministerpräsidenten kam es nur kurz. Doch in knapp einem Kilometer Entfernung, auf dem Hof von Georg Spicker, machten die Milchbauern um Kreischef Johann Schamberger ihrem Unmut über die politischen Entscheidungsträger umso deutlicher Luft.

„Es brennt wegen dem Milchpreis an allen Ecken und der Ministerpräsident soll wissen, dass es brennt“, so Schamberger energisch und angesichts eines Milchpreises von etwa 25 Cent. Da könne niemand kostendeckend arbeiten, erklärte auch Balthasar Brandhofer, der Landesvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchbauern (BDM). Zudem machte Brandhofer einen deutlichen Unterschied zwischen den Äußerungen vor allem von CSU-Politikern und deren Umsetzung in der Praxis aus. So würden Seehofer und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner zwar gerne als Verbündete der Milchbauern darstellen. Doch würden nur Förderprogramme angepriesen, die die Bauern angesichts des niedrigen Milchpreises letztendlich nur tiefer in die finanzielle Krise führen würden. In diesem Zusammenhang kritisierte Brandhofer die neu vom Landwirtschaftsministerium aufgelegte Aktion „Unsere Milch macht Bayern stark“. Da verbrate man 2,5 Millionen Euro an Steuergeldern, die lediglich den Molkereien eine kostengünstige Werbung finanziere. „Warum muss man eine solche Aktion starten für ein Produkt, das sowieso so billig angeboten wird“, fragte Brandhofer. Wohin die politische Neigung vieler Milchbauern gehen könnte, deutete der BDM-Landeschef so an: „Wenn die Grünen aus lauter Daxenbergers bestünden, wäre die Wahl keine Frage“, sagte Brandhofer abschließend. Wie sehr sich notwendige Investitionen und niedriger Milchpreis entgegenstehen erläuterte Georg Spicker, der seinen Hof bis vor gut einem Jahr mitten in Maisach hatte. Nach langwieriger Bürokratie konnte Spicker einen Neubau zwischen Maisach und Überacker beginnen, um artgerechte Haltung anbieten zu können. Trotz aller Subventionen seien die Kosten noch immer hoch genug so Spicker. Dazu komme noch ein hohes Preisniveau bei Düngemitteln und Sprit. Daher sei die Preisforderung der Milchbauern von 40 Cent pro Liter angemessen. „Mehr erwarten wir uns gar nicht, aber es darf auch auf gar keinen Fall weniger sein“, forderte Spicker. Am Freitag, 4. September, findet abends im Dorfwirt zu Landsberied eine weitere Informationsveranstaltung des BDM-Kreisverbandes statt.

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