Bauernverband gegen Greening-Stilllegungen – Von EU-Kommissar Dacian Ciolos geplante 7%ige Ackerbodenreduzierung stößt auf Widerstand

Landwirte-Widerständler gegen „EU-Greening“ in Luidenhofen 2: (v.li.) Bettina und Josef Metzger, Gabi Waldleitner, Maria Metzger, Petra Düring, Johann Drexl, Annemarie Schlammerl und Matthias Heitmayr. Foto: Günter Schäftlein

Die zur Finanzierung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik nach 2013 geplanten Stilllegungsziele aus Brüssel sind für die Kreisbäuerinnen Gabi Waldleitner und Annemarie Schlammerl nicht hinnehmbar: „Weltweit wächst die Bevölkerung und der Nahrungsbedarf bei steigenden Lebensmittelpreisen - und wir sollen gute Ackerböden brachlegen!“

BBV-Kreisobmann Johann Drexl ergänzt, dass dies genauso unsinnig sei wie die vorher ergangene Empfehlung, den Zuckerrübenanbau zurückzufahren. „Davon haben wir jetzt bereits einen Zuckermangel!“ Der Bauern-Kreischef konnte sich allerdings nicht erinnern, schon jemals im 2-Höfe-Weiler Luidenhofen/Gde. Moorenweis, nahe Dünzelbach und an der Landkreisgrenze zu Landsberg, mit insgesamt elf Bewohnern gewesen zu sein: Ein richtiges landschaftliches Geschenk für alle die dort wohnen und leben. Hierhin hatte man die Presse zur neuesten „Brüssel-Geschenk-Besprechung“ eingeladen, zu den gastfreundlichen Vollerwerbslandwirten Josef und Maria Metzger und Junglandwirtin Bettina. Dünzelbachs BBV-Ortsobmann Matthias Heitmayr erinnerte an die bereits in den 90er Jahren erfolgte erste Flächenreduzierungswelle. Sie hätte damals nur Betriebe ab 15 Hektar Betriebsgrößen betroffen; „Greening“ würde jedoch für alle Betriebsgrößen gelten. Für den Landkreis FFB - so Johann Drexl - bedeute ein 7%iger Verzicht auf bisher bewirtschaftete Ackerflächen eine Stillegung von rund 1300 Hektar - oder vergleichsweise eine Größenordnung von 1800 Fußballfeldern: „Das ist die Fläche von 55 aktiven Betrieben im Landkreis - von aktuell 615.“ Seit 1971 wären landwirtschaftliche Nutzflächen im Landkreis - Ackerland und Dauergründland - bereits um rund 4500 Hektar zurückgegangen. Unverhältnismäßig viel zu Gunsten von Siedlungsbau, Verkehrswegen und Ausgleichsmaßnahmen. Der allerdings doppelt so große Nachbarlandkreis Dachau - so BBV-Gf. DAH/FFB Petra Düring - hätte auch nur einen vergleichbaren landwirtschaftlichen Flächenverlust gehabt. Bettina Metzger, die Junglandwirtin auf Luidenhofen 2, sieht jede Flächen- und Anbaureduzierung für ihren Betrieb mit Milchviehhaltung als kontraproduktiv und nicht zukunftsorientiert. Ihr Vater Josef, noch Betriebsinhaber, verteidigt sein Tun für die aktive Landwirtschaft, für Umwelt und Naturschutz als notwendig für eine stabile Hofnachfolge. „Und unsere Böden sind kostbarer, unterscheiden sich erheblich von spanischen Steinflächen …“ BBV-Kreisobmann Drexl stellte fest: „Bei uns ist die Landwirtschaft abwechslungsreich strrukturiert und sehr vielfältig. Umwelt- und Naturschutzleistungen erbringen unsere Landwirte bereits auf jedem 3. Hektar. Aber die Landwirtschaft muß auch ihre Leute wirtschaftlich ernähren können.“ Nur bewirtschaftete Flächen seien in der Lage, im hohen Maße CO2 zu binden. Kreisbäuerin Gabi Waldleitner sieht die Landwirtschaft als maßgeblichen Faktor für Ernährungssicherheit - aber auch für den Anbau alternativer Energieträger nach einem Atomausstieg. „Mit einem Flächenentzug ist das kaum machbar!“ Die Landwirte im Landkreis sind sich einig, dass der Verzicht auf wertvolle Ackerflächen mit der Planung „Greening“ in eine Sackgasse führt.

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