Tipps für Pilzsammler

Richtiges Verhalten im Wald

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Trotz Sammelfieber: Augen auf bei der Pilzwahl.

In deutschen Wäldern ist ein regelrechtes Sammelfieber ausgebrochen: Aufgrund der feuchtwarmen Witterung wachsen Pilze besonders gut. Verantwortungsvolle Pilzsucher nehmen Rücksicht auf Wildtiere. Der Deutsche Jagdverband (DJV) gibt Verhaltenstipps.

Landkreis – Marone, Pfifferling oder Steinpilz: Der spätsommerliche Wald steckt voller kulinarischer Verführungen. Auch Blau- und Brombeeren haben mancherorts noch Hochsaison. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz darf jedermann Früchte des Waldes und Pilze für den eigenen Gebrauch in kleinen Mengen sammeln, sofern ein Gebiet nicht einem Betretungsverbot unterliegt. Einzelheiten regeln die Länder. Der DJV bittet Waldbesucher, sich rücksichtsvoll und umsichtig zu verhalten.

"Nicht mit Hund sammeln gehen"

„Der Wald ist das Wohnzimmer vieler Wildtiere, Waldbesucher sind nur zu Gast“, sagt Hans-Heinrich Jordan, zuständiges DJV-Präsidiumsmitglied für Forstwirtschaft. Ausgewiesene Wildruhezonen sollten ebensowenig betreten werden wie unübersichtliche Dickungen, etwa aus Brombeeren oder jungen Bäumen. Rehe, Wildschweine oder Hirsche nutzen diese häufig tagsüber als Rückzugsort. „Wildschweine sind grundsätzlich nicht agressiv, außer eine Bache sieht ihren jungen Nachwuchs durch das Eindringen eines Fremden bedroht“, erklärt Hans Weiss vom Bayerischen Jagdverband Fürstenfeldbruck. „Auch problematisch ist es wenn man mit einem Hund sammeln geht, da dieser für das Wild eine direkte Bedrohung darstellt“, fügt er hinzu.

Nicht bei Dämmerung in den Wald

„Rehe laufen bei Kontakt mit Menschen eigentlich immer weg, außer sie sind krank oder erschöpft. In diesem Fall sollte man sie natürlich auch in Ruhe lassen. Ein weiteres Risiko für Sammler sind abbrechende und herabfallende Äste. Daher empfiehlt es sich den Blick auch mal vom Boden abzuwenden“, rät Hans Weiss. Für ein harmonisches Miteinander sollten Pilz- und Beerensammler ihre Leidenschaft nicht in der Dämmerung und nachts ausleben – zum Schutz der Wildtiere.

"Nur so viel sammeln wie man braucht"

Allgemein gilt beim Pilzesammeln die goldene Grundregel: Nur das ernten, was man hundertprozentig kennt beziehungsweise bestimmen kann. Anfängern empfiehlt sich die Teilnahme an Pilzexkursionen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie bietet eine Pilzberatung durch Pilzsachverständige an. Im Sinne der Nachhaltigkeit: Nur so viele Pilze sammeln, wie man verwerten kann. „Mein Tipp für Pilz- und Beerensammler ist Mittwochs sammeln zu gehen, da am Wochenende ein Großteil des Bestands abgesammelt wird. Mittwochs ist meist wieder genug nachgewachsen“, verrät Hans Weiss. Wegen des Fuchsbandwurmrisikos ist es ratsam, Walderdbeeren wie Blau,- Brom- oder Heidelbeere gründlich zu waschen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, erhitzt Waldfrüchte vor dem Verzehr.

red.

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