Bayerischer Städtetag in Fürstenfeld

Weiter Richtung digitales Klassenzimmer

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Dr. Achim Sing, Pressereferent Bayerischer Städtetag, Dr. Kurt Gribl, Vorsitzender des Bayerischen Städtetags, Erich Raff, Oberbürgermeister Fürstenfeldbruck, Gabriele Bauer, Oberbürgermeisterin Rosenheim und Bernd Buckenhofer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtetags (von links).

Der große Tagungsraum im Veranstaltungsforum war bis auf den letzten Platz besetzt. Zur Bezirksversammlung Oberbayern des Bayerischen Städtetags am 8. März waren etwa 70 Mitglieder gekommen, um regionale Anliegen zu behandeln und aktuelle kommunalpolitische Fragen zu erörtern.

Fürstenfeldbruck – Der Bayerische Städtetag vertritt die Interessen von Städten und Gemeinden gegenüber dem Landtag und der Staatsregierung. ,,Ein Thema, das uns immer wieder umtreibt, ist die Digitalisierung an Schulen“, begann der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl das anschließende Pressegespräch. 

,,Der High-Tech-Standort Bayern baut ambitioniert an seiner digitalen Zukunft. Umso mehr trägt der Freistaat eine Mitverantwortung bei der dauerhaften Finanzierung einer leistungsfähigen, digitalen Infrastruktur an Schulen.“ Es gehe dabei nicht nur um die Anschaffung von Laptops, Tablets und interaktiven Whiteboards, sondern um die Einbettung in ein pädagogisches Gesamtkonzept, das auch Standards für die technische Ausstattung und die Systembetreuung umfassen müsse. 

Konzept für gleiche Chancen

Kurt Gribl spricht von der Notwendigkeit eines Konzeptes mit einem Zeitplan und Zielvorgaben, damit Kinder an allen Schulen in allen Regionen Bayerns gleiche Chancen erhalten. Bei der Ausstattung der Schulen mit Informationstechnologie sind Bund, Freistaat und Kommunen gefordert. 

160 Millionen Euro für Digitalisierung in Schulen

,,Die Finanzierung dieser Zukunftsaufgabe darf nicht allein auf die Kommunen abgewälzt werden“, sagt Kurt Gribl. ,,Der Freistaat steht besonders in der Pflicht, denn das Bayerische Schulfinanzierungsgesetz stammt noch aus einer Zeit, als Kreide und grüne Tafel die Grundausstattung an Schulen waren.“ Deswegen müsse dieses an die Voraussetzungen des Internet- und Computerzeitalters angepasst werden. Der Bayerische Städtetag erwartet, dass sich Freistaat und Bund angemessen an den Kosten des Investitionsaufwands beteiligen. Darüber hinaus geht es um die laufenden Kosten für den Betrieb und Systembetreuung der IT-Ausstattung, die Kosten für die Wiederbeschaffung von Geräten und die Aktualisierung der Software. Rund 160 Millionen Euro stellt die Bayerische Staatsregierung für die Digitalisierung im Schulbereich zur Verfügung (Verbesserung der IT-Ausstattung, digitales Klassenzimmer, Fachunterrichtsräume an Berufsschulen, Ausbildungsseminare). 

Fehlende Vorgaben

,,Ein Hauptproblem sehen wir darin, dass die Vorgabe fehlt, wie genau ein digitales Klassenzimmer aussehen soll“, kritisiert der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags. Angesichts der Tatsache, dass die IT-Ausstattung wegen einer begrenzten Lebensdauer der Geräte keine einmalige Investition sei, müsse man dies als Daueraufgabe betrachten: IT-Systembetreuung ist aufwändig und benötigt geschultes Personal. Das kostet Geld – nicht zuletzt aufgrund der hohen Folgekosten für Wartung und Wiederbeschaffung. 

Nicole Burk

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