Bayerisches Fernsehen rekonstruierte Szenen des Olympia-Attentats mit einer Bell UH-1D am ehemaligen Militärflugplatz FFB

Fernseh-Journalistin Lisa Wreschniok, Presseleiter Robert Gericke, Generalmajor Robert Löwenstein. Alle Fotos: Dieter Metzler

Das Olympia-Attentat von 1972 jährt sich heuer zum 40. Mal. Mit einer bundesweiten Gedenkfeier wird der Opfer am 5. September in Fürstenfeldbruck gedacht. Die Vorbereitungen für die zentrale Veranstaltung, die vor dem alten Towergebäude auf dem Fliegerhorst stattfindet, dort, wo die Rettungsaktion für die israelischen Geiseln so dramatisch missglückte, laufen auf Hochtouren. Auch das Bayerische Fernsehen wird am Abend des 5. Septembers mit einer 30-minütigen Dokumentation „München 1972 – Trauma einer Stadt“ an das schreckliche Ereignis von damals im Rahmen der Sendung „Kontrovers Extra“ erinnern.

Aus diesem Anlass kam die Journalistin Lisa Wreschniok vom Bayerischen Fernsehen mit Kameramann Paul-Georg Busse am 6. Juli nach Fursty, um am Originalschauplatz zu drehen. Um insbesondere Aufnahmen von einem der damals zum Einsatz gekommenen Helikopter des Bundesgrenzschutzes (BGS), einer Bell UH-1D, der die palästinensischen Terroristen und die israelischen Geiseln aus dem Olympischen Dorf in München nach Fursty flog, zu erhalten, war das Fernsehteam angereist. Vom nahegelegenen Fliegerhorst Penzing war eigens zu den Aufnahmen eine fast baugleiche Bell UH-1D vom Luftwaffentransportgeschwader 61 nach Fursty herübergeflogen, um dem Fernsehteam am Originalschauplatz die Möglichkeit für authentische Filmaufnahmen zu ermöglichen. „Es existieren keine Aufnahmen von Fursty im Archiv“, so die Fernsehjournalistin. „Mit den Aufnahmen wollen wir versuchen, Szenen nachzustellen“. Der Standortälteste des Brucker Fliegerhorstes und Kommandeur des Kommandos 1. Luftwaffendivision, Generalmajor Robert Löwenstein, stand anschließend der Journalistin vor laufender Kamera Rede und Antwort. Das schreckliche Ereignis habe seine Dienstjahre immer begleitet, sagte Löwenstein. Als junger Soldat in der Grundausbildung, am ersten August vor 40 Jahren trat er in Fursty seinen Dienst an, erlebte er die gescheiterte Befreiungsaktion direkt vor Ort, als er nur wenige hundert Meter vom Ort des Geschehens entfernt seinen ersten Wachdienst absolvierte. Und jetzt, 40 Jahre danach, sei er in seiner Eigenschaft als Standortältester des Fliegerhorstes in die vorbereitenden Maßnahmen zur zentralen Gedenkfeier involviert. „Das Wort Terrorismus hat man damals höchstens mit der RAF in Verbindung gebracht“, erinnert sich Löwenstein. „Internationalen Terrorismus kannte man bis dahin nicht“. Die Bundeswehr war 1972 eine rein auf die Landesverteidigung ausgerichtete Armee. So seien wohl auch die Unzulänglichkeiten bei der missglückten Befreiung zu erklären. Erst danach wurde bekanntlich die GSG 9 gegründet. Inzwischen habe sich der Auftragseinsatz der Bundeswehr natürlich radikal geändert. Die Gedenkfeier am 5. September soll vor dem alten Towergebäude auf dem Flugfeld abgehalten werden, direkt dort, wo die Geiselbefreiung damals fehlschlug. Zugleich werde aber auch der Shelter gegenüber des alten Towergebäudes für die Feier vorbereitet, falls das Wetter nicht mitspielt. Um Zugang zu dem Shelter zu erhalten, werden eigens 18 Pfosten des bereits den Fliegerhorst in zwei Teile trennenden Zaunes vorübergehend entfernt. Im alten Towergebäude wird parallel zu der Gedenkfeier eine Ausstellung über die damaligen Ereignisse informieren. Inwieweit in dem Towergebäude danach ein Dokumentationszentrum eingerichtet werde, sei von der zivilen und politischen Seite zu entscheiden, meinte Löwenstein, auch im Hinblick darauf, dass nach der ministeriellen Entscheidung der Standortaufgabe für eine Folgenutzung des Areals die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zuständig sei. Die Ausstrahlung ist für den 5. September 21.15 Uhr im 3. Programm vorgesehen (Kontrovers/Extra, 30 Minuten) "München 1972/Trauma einer Stadt".

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