Aktionstag "Bayern gegen Leukämie"

Gemeinsam gegen Blutkrebs

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Ulrich Koller und Melanie Schiller in der DAK in Fürstenfeldbruck. 

Jedes Jahr sind über 11.000 Leukämie-Patienten in Deutschland auf der Suche nach einem passenden Stammzellenspender. Und obwohl eine Typisierung für gesunde Bürger weder schmerzhaft noch kompliziert ist, gibt es immer noch zu wenige Freiwillige. Das soll sich ändern. Mit dem Aktionstag „Bayern gegen Leukämie“ am 25. Mai wollte die Stiftung Aktion Knochenmarkspende und der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes die Bürger für das Thema sensibilisieren und hat an verschiedenen Stellen Lebensrettersets bereit gehalten.

Fürstenfeldbruck - Bei Leukämie (Blutkrebs) handelt es sich um eine Gruppe von Krebserkrankungen des blutbildenden Systems, bei der sich eine bestimmte Sorte der weißen Blutkörperchen unkontrolliert vermehrt. Mit Hilfe einer Blutstammzelle eines gesunden Spenders, können diese und andere Störungen der Blutbildung geheilt werden. Um diese Spender zu finden, muss zunächst eine Typisierung durchgeführt werden, ob der Spender in Frage kommt. Dazu benötigt es eine Probe der Gewebemerkmale. Eine Anleitung zur Entnahme liefert ein sogenanntes Lebensretterset.

Lebensrettersets im Gesundheitsamt und der DAK

Gesundheitsamtsleiter Dr. Rudolf Summer ist überrascht, nur wenige Bürger fanden den Weg in den ersten Stock des Gesundheitsamtes in der Hans-Sachs-Straße und holten sich das Lebensretterset ab. „Das Angebot wurde nur spärlich in Anspruch genommen. Nur drei Lebensrettersets wurden mitgenommen“, erzählt er. Aus diesem Grund will er den Bürgern die Möglichkeit geben, die Sets auch noch eine Woche später abzuholen.

Es ist 13.30 Uhr. Die DAK- Filiale in der Fürstenfeldbrucker Innenstadt von Leiter Ulrich Koller wird in einer halben Stunde schließen. „Fast die Hälfte der vorrätigen zehn Sets wurden abgeholt“, erzählt Koller. Viele schon morgens. In jedem der weißen Kuverts, befinden sich zwei Wattestäbchen und eine Ampulle für Blut“, erklärt Koller. Der Spender kann sich nun aussuchen, ob er zum Arzt geht und Blut abnehmen lässt oder sich mit dem Wattestäbchen über die Mundschleimhaut fährt. Nachdem er dann das komplette Päckchen zurück gesendet hat, bestimmt anschließend ein Speziallabor die Gewebemerkmale des Spenders aus den Blut- oder Mundschleimhautproben. Diese sind ein elementarer Bestandteil des Immunsystems und entscheiden darüber, ob ein Spender geeignet ist. Anschließend werden die Daten einer Spenderdatei hinzugefügt, wo sie bis zum 60. Lebensjahr der Person gespeichert bleiben. 

Thomas Veh: "Das tut doch keinem weh"

Auch Koller ist in der Datenbank. „Ich glaube viele Leute wissen gar nicht, wie einfach es geht und haben Bedenken“, sagt der 37-Jährige. Diese Bedenken kennt auch der 30-jährige Thomas Veh. „Mir ist schon lange bewusst, dass es das gibt, aber man macht sich keine Gedanken“, gibt er zu. Doch das will er heute ändern: „Ich bin direkt betroffen. Die Freundin von meiner Mutter hat Leukämie“, erzählt er. Und da seine Mutter ebenfalls registriert ist, forderte sie ihn auf, dasselbe zu tun. „Ich fragte im Krankenhaus und beim Roten Kreuz nach, anschließend habe ich hier angerufen und gefragt, ob es noch ein Set gibt“, sagt er. Dann sei er vorbeigekommen. Eigentlich kann er selbst nicht nachvollziehen, warum man sich nicht typisieren lassen möchte. „Das tut doch keinem weh?“ Um noch mehr mögliche Spender zu finden, will er auch seine Kollegen dazu bewegen, sich typisieren zu lassen. Prinzipiell kann sich jede Person zwischen 17 und 45 Jahren registrieren lassen, die gesund und in körperlich guter Verfassung ist. „Typisieren geht immer. Im Internet findet man Informationen und das Rettungsset wird einem dann nach Hause geschickt“, sagt Koller. 

Me hr Informationen zu Leukämie, dem Lebensretterset und zur Knochenmarkspende im Internet unter: www.akb.de.

Felix Hamann

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