Der Mammendorfer Ortsteil Peretshofen wird sich "massiv verändern" - Gemeinderat stimmte dem Antrag eines Landwirts auf Änderung des Bebauungsplans zu

11 Einzelhäuser und Doppelhaushälften mit Garagen

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Auf diesem Hof sollen bald Wohnhäuser entstehen

Mammendorf – Auch wenn sich das Ortsbild des kleinen Mammendorfer Ortsteils Peretshofen laut Bürgermeister Josef Heckl (BGM) dadurch „massiv verändern werde“, stimmte der Gemeinderat vor einigen Monaten dem Antrag eines Landwirts auf Änderung des Bebauungsplanes zu. Der Bauer plant auf seinem bisherigen landwirtschaftlichen Hof Am Kreuzfeld elf Einzelhäuser und Doppelhaushälften mit Garagen zu errichten. Der Gemeinderat beschloss, den Flächennutzungsplan vom bisherigen Dorfgebiet in eine allgemeine Wohnbaufläche zu ändern.  

Weiter bestimmte der Gemeinderat, dass vor Auftragsvergabe mit dem Grundeigentümer ein städtebaulicher Vertrag zur Übernahme der Planungskosten samt anfallender Kosten für evtl. erforderliche Gutachten abzuschließen ist. Außerdem ist vor Abschluss des Bauleitplanverfahrens mit dem Eigentümer ein Erschließungsvertrag zum Ausbau der neuen Erschließungsstraße samt Wasser- und Kanalleitungen sowie der Straßenbeleuchtung abzuschließen. Die Ausbaukosten sind vom Eigentümer zu übernehmen. Die Übereignung der öffentlichen Flächen an die Gemeinde ist vorher zu beurkunden. In seiner Juni-Sitzung stellte die Architektin des beauftragten Planungsbüros nun einige Änderungen des Bebauungsplans vor. Zuvor entbrannte im Rahmen der Aktuellen Viertelstunde eine Diskussion mit Bewohnern aus Peretshofen.

 Die Bürger befürchten durch die im Zusammenhang mit der Baumaßnahme stehende verändernde Straßenführung eine Gefahr für ihre Kinder. Sie führten vor allem die Höhennivillierung als Argument ins Feld. Insbesondere würde für Kinder eine erhöhte Gefahr bestehen, da sie von Autofahrern durch den Höhenunterschied der Straße erst recht spät bemerkt werden würden. Deshalb fordern sie anstatt einer durchführenden Straße eine Stichstraße. Bürgermeister Heckl hielt es für planerisch sinnvoll, die Straße weiterzuführen. Es sei auch nicht angedacht, die Straße abzusenken. Ggf. könnte man die Vorfahrtsregelung ändern und eine Verkehrsinsel errichten, um eine Geschwindigkeitsminimierung zu erreichen. „Die Straße besteht schon länger so. Man wird nie alle Gefahren ausschließen können“, so Heckl. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung würden nicht nur dem Neubaugebiet zugutekommen, sondern ganz Peretshofen, meinte dazu Benjamin Miskowitsch (CSU).

Auf die Frage einer Bürgerin, welche Kosten auf die Anwohner zukommen, meinte Heckl, eine Aussage darüber sei jetzt noch zu früh. Sie könne erst gemacht werden, wenn der Straßenplaner die Kosten geschätzt habe. Heckl kündigte ohnehin eine Anliegerversammlung an, bei der die Kosten für die Straßenherstellung erläutert werden. Die Diskussion der Gemeinderäte nach Vorstellung der Änderungen des Bebauungsplans durch die Architektin könnte man mit der Aussage von Altbürgermeister Johann Thurner (BGM) über die Dachformen zusammenfassend überschreiben: „Peretshofen ist nicht Mammendorf, ich würde nicht ohne Not von den Satteldächern weggehen.“ Auch Bürgermeister Heckl meinte dazu, dass zwischen den Baugebieten im Ort und Peretshofen doch noch ein Unterschied bestehe, wo der dörfliche Charakter noch ausgeprägter sei. So diskutierten die Gemeinderäte über die bauliche Gestaltung wie Wandhöhen, Dachneigungen und  -eindeckungen, über Garagen und Stellplätze und die öffentliche Grünfläche, die ursprünglich als Spielplatz nunmehr als Dorfplatz bezeichnet wird.

Am Ende stimmte der Gemeinderat dem Antrag von Thurner zu, bevor die Bauplanung auf den Weg gebracht werde, sollte zunächst die Straßenplanung sowie die Wasserver- und Entsorgung geklärt werden. Da müsse man Vorsorge treffen und für jedes Gebäude ein Rückhaltebecken fordern.

 Dieter Metzler

 

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