In der Asylunterkunft am Fliegerhorst

Bedingungen in Einrichtung sind trotz Verbesserungen weiter problematisch

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Kleinigkeiten wurden in der Brucker Asylunterkunft bereits zum Besseren geändert, doch diese reichen für eine unproblematische Situation nicht aus.

Nach den zurückliegenden Tumulten in der Brucker Asylunterkunft am Fliegerhorst und der Flüchtlings-Demo stellte Regierungspräsidentin Maria Els in einem Gespräch mit Oberbürgermeister Erich Raff (CSU), seinem Stellvertreter Christian Götz (BBV) und den Fraktionsspitzen des Stadtrats Verbesserungen in Aussicht. Zwar wurden bestimmte Maßnahmen davon inzwischen umgesetzt, wie Raff und Götz während eines informellen Pressegesprächs erklärten, an den Grundproblemen werde sich aber vorerst wohl nichts ändern.

Zugegebenermaßen tut sich was in der Brucker Flüchtlingsunterkunft, die seit diesem Sommer eine Dependance des Ankerzentrums in Malching ist. Wie Oberbürgermeister Erich Raff im Rahmen eines Pressegespräches mitteilte, bekommen die schulpflichtigen Kinder morgens mittlerweile ein kindgerechtes Frühstück und ein Pausenbrot mit auf den Weg. Auch wurde vereinbart, dass sie die Mittagsbetreuung der Schulen nutzen können. In der Einrichtung leben aktuell 22 schulpflichtige Kinder, zwölf davon im Grundschulalter, sowie 130 Kinder unter drei Jahren. Ebenso habe man zusätzliche Toilettencontainer installiert und die Sanitärräume werden auch wieder nach Geschlechtern getrennt genutzt. Dies werde durch den Sicherheitsdienst überwacht. 

Teilweise zwölf Personen auf einem Zimmer untergebracht

Hauptknackpunkt ist und bleibt jedoch die hohe Belegungszahl. Die Enge ist geradezu bedrückend, „teilweise leben bis zu zwölf Personen auf einem Zimmer“, weiß Zweiter Bürgermeister Christian Götz zu berichten. Im Ankerzentrum Manching bei Ingolstadt sind zwar mehr Menschen untergebracht, allerdings auf mehrere Standorte verteilt. Den Bewohnern in der Brucker Einrichtung bieten sich wenige Rückzugsmöglichkeiten. Und daran wird sich vorerst auch nichts ändern: Laut Raff gab es ein „klares Zeichen vonseiten der Regierung, dass in nächster Zeit nicht damit zu rechnen ist, dass es weniger als 1.000 Personen werden.“ Hinzu kommt die Perspektivlosigkeit. 

Flüchtlinge hauptsächlich aus Nigeria

Etwa 95 Prozent der Bewohner kommen aus Nigeria, deren Anerkennungsquote gerade mal bei etwa 17 Prozent liegt. Und die Verweildauer beträgt in Fällen mit geringer Aussicht auf Asyl mindestens sechs Monate. Zwar ist in der Vereinbarung mit der Regierung zur weiteren Nutzung der Dependance unter anderem auch eine heterogene Belegung der Einrichtung festgelegt, aber auch die dürfte nicht so schnell zu erreichen sein. Ursache hierfür ist, dass allen vier Zentren in Oberbayern vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bisher hauptsächlich Flüchtlinge aus Nigeria zugewiesen wurden. Obwohl diese Regelung zum 1. August geändert wurde, wird es bei etwa 30 Asylsuchenden, die zur Zeit dem Bezirk täglich zugewiesen werden, recht lange dauern, bis eine wirkliche Durchmischung erreicht ist. Auch die Bemühungen mittels einer Rotation zwischen den Bezirken auf eine ausgewogene Belegung hinzuarbeiten, fruchten bisher wenig. Keine Bleibeperspektive, lange Verweildauer und ohne die Möglichkeit, einer geregelten Arbeit nachzugehen – Integrationsreferent Willi Dräxler (BBV) warnt schon lange vor „einem Pulverfass“. Auch für Götz münden die Rahmenbedingungen und „die Verhältnisse vor Ort, in denen immer wieder Situationen eskalieren, in eine ungemein unschö- ne Entwicklung.“

Peter Fischer

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