Befürworter und Gegner demonstrieren

Südwestumfahrung polarisiert

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Vor den friedlichen Demonstranten der BIOO (Bürgerinitiative Ortsentwicklung Olching), Freie Wähler und Grünen erläuterte der Bereichsleiter Straßenbau, Stefan Meier, vom Staatlichen Bauamt Freising den Bau der Umgehungsstraße, flankiert von Bürgermeister Andreas Magg (links) sowie der stellvertretenden Landrätin Martina Drechsler (pinkfarbene Jacke).
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Im Frühjahr 2018 soll laut Staatlichem Bauamt Freising mit dem Bau der Südwestumfahrung von Olching begonnen werden. Die Maß- nahme ist im gültigen Ausbauplan für Staatsstraßen mit der höchsten Priorität versehen. Durch die geplante Ortsumfahrung mit einer Länge von 1,65 Kilometer soll Olching vom Durchgangsverkehr endlich entlastet werden. Die Kosten für die Umfahrung, mit deren Fertigstellung das Straßenbauamt Ende 2019 rechnet, belaufen sich auf insgesamt 4,6 Millionen Euro.

Am 24. Oktober erläuterte der Bereichsleiter Straßenbau, Stefan Meier, in Anwesenheit von Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (CSU), der stellvertretenden Landrätin Martina Drechsler (CSU), Olchings Bürgermeister Andreas Magg (SPD) und Zweiter Bürgermeisterin Maria Hartl (CSU) bei einem Pressetermin die Baumaßnahme zur Umfahrung. Zugleich versammelten sich Gegner und Befürworter des Straßenbauprojektes an der Römerstraße, der Verbindungsstraße nach Esting, an der tags zuvor bereits mit umfangreichen bauvorbereitenden Rodungsarbeiten begonnen wurde. 

Buh-Rufe bei den Gegnern und Applaus bei den Befürwortern

Mehrmals wurde Meier bei der Vorstellung des Straßenbauprojektes von den rund 60 Umgehungsgegnern der BIOO, FW und Grünen, die mit etlichen Protestschildern bewaffnet ihre Argumente bildlich machten, mit lauten Buh-Rufen unterbrochen. Die Befürworter, die ein großes CSU-Plakat mit der Aufschrift „Pro Umgehung – weniger Verkehr, mehr Leben“ entfaltet hatten, spendeten dagegen dem Redner mehrmals Beifall. Im Großen und Ganzen blieb die Demo aber recht friedlich, so dass die beiden vorsorglich erschienen Polizeibeamten nicht eingreifen mussten. Eine Verkehrsuntersuchung habe ergeben, versuchte Meier die Umfahrung zu rechtfertigen, dass durch die Südwestumfahrung eine Entlastung des Olchinger Zentrums von 20 bis 33 Prozent erfahren werde. Derzeit würden etwa 14.000 Fahrzeuge täglich die Fürstenfeldbrucker Straße befahren, und etwa 10.000 die Roggensteiner Straße. Der Kreisverkehr am Roßhaupter Platz, an dem sich die Staatsstraßen 2345 und 2069 kreuzen, ist bereits heute an der Grenze der Leistungsfähigkeit angekommen, sagte Meier. Die Umfahrung werde dagegen dazu beitragen, dass es nicht mehr zu den täglichen Staus komme, wie sie derzeit vorkommen. Auch diene die Entlastung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer sowie dem Schutz der Anwohner vor Immissionen wie Schadstoffen und Lärm. 

Ist der Hochwasserschutz gefährdet?

Da die Ortsumfahrung teilweise durch das Überschwemmungsgebiet der Amper und des Starzelbachs verläuft, sehen die Gegner der Umgehung allerdings den Hochwasserschutz gefährdet. Nachdem sich die Gemeinden Alling, Eichenau und die Stadt Olching nach den Überflutungen im Jahre 2013 zu einem Konzept zum Hochwasserschutz zusammengeschlossen haben, sehen sie ihr gemeinsames Projekt gar gefährdet. Vor diesem Hintergrund wurden zwar bereits schon im Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechts hydraulische Berechnungen durchgeführt, dennoch werde es eine neue Untersuchung der hydraulischen Verhältnisse geben, kündigte Meier an. Noch nicht abgeschlossen sind auch die Grunderwerbsverhandlungen mit den Privateigentümern. Derzeit werde mit noch zehn Grundstückseigentümern verhandelt. Meier rechnet mit dem Abschluss Anfang 2018. 

Gegner werfen Planern Widersprüche und Fehlplanung vor

Die von Meier ins Feld geführten Argumente konnten die Gegner der Umfahrung nicht überzeugen. Von einer Fehlplanung sprach Gert Schlenker, der Vorsitzende der Bürgerinitiative Ortsentwicklung Olching (BIOO). Abgesehen davon, dass es sich bei der geplanten Umfahrung um eine der größten Mittelverschwendungen handle und kaum von Nutzen sei, widerspreche das Projekt auch einer Verfügung des Landratsamtes vom 17. Dezember 2015, wonach die als Überschwemmungsgebiete dargestellten Flächen als vorläufig gesicherte Gebiete gelten, führen die FW bei ihrer Ablehnung ins Feld. Olchings Grünen-Stadträtin Ingrid Jaschke vermutet, dass mit den bereits auf gemeindlichem Flur begonnenen Rodungsarbeiten „unverrückbare Tatsachen geschaffen werden sollen.“ Man werde diese sinnlose Naturzerstörung nicht klaglos hinnehmen, sagte Jaschke. Durch die Festlegung der höchsten Priorität ergebe sich für das Bayerische Straßenbauamt der klare Auftrag zur Realisierung der Ortsumfahrung, so dass letztlich auch die Gegner des Projekts die Durchführung wohl hinnehmen müssen. „Dass es darüber zu gegensätzlichen Meinungen kommt, ist in einer Demokratie doch normal“, sagte Landtagsvizepräsident und Befürworter der Umfahrung, Reinhold Bocklet, der die Proteste gelassen hinnahm. 

Dieter Metzler

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