Der Behindertenbeirat informiert: Barrierefreies Hören in Germering

Hörgenuss für Jedermann

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Die Broschüren des Behindertenbeirats liegen bei Hörgeräteakustikern, in Apotheken, im Rathaus und in der Germeringer Insel sowie bei HNO-Ärzten aus.

Hören ist für viele Menschen selbstverständlich, so wie das tägliche Zähneputzen oder die Nahrungsaufnahme. Leider gibt es aber immer mehr Menschen, denen das Hören nicht so leicht fällt – und das betrifft nicht nur die ältere Bevölkerung, auch junge Menschen leiden immer öfter an Hörschäden. Gründe hierfür können falsch behandelte Mittelohrentzündungen oder das zu laute Hören von Musik mit Kopfhörern sein. Umso wichtiger ist es dem Germeringer Behindertenbeirat alle gehörgeschädigten Germeringer darauf aufmerksam zu machen, dass etwas für sie zur Unterstützung getan wird – man muss nur wissen wo und wie.

Germering - „Hörgeräte werden oft versteckt und wurden im Laufe der Zeit immer kleiner, man kommuniziert nicht mehr darüber. Es ist immer noch ein Tabu, eine falsch verstandene Scham, ein Hörgerät zu tragen“, erzählt die Cochlea-Implantat-Trägerin und Mitglied des Behindertenbeirats Germering Erika Malland-Eick. Inklusion und Barrierefreiheit sei ein wichtiges Thema für Hörgeschädigte, auch in Germering. Hörsystemträger können in bestimmten Situationen nichts oder nur schlecht verstehen. Dazu gehören Gespräche über eine große Entfernung, wenn mehrere Personen gleichzeitig reden oder beispielsweise eine echoreiche Akustik herrscht. Abhilfe kann dabei eine induktive Höranlage, wie sie in der Broschüre des Behindertenbeirats beschrieben wird, schaffen. 

Kulturelle Vielfalt der Stadthalle genießen

Bereits seit Anfang 2017 ist es beispielsweise möglich kulturelle Ereignisse in der Stadthalle durch eine solche Anlage ohne Störgeräusche zu erleben. Durch eine FM-Anlage soll ein optimales Klangerlebnis für Besucher mit Hörgeräten geboten werden. Audiosignale wie Musik oder Wortbeiträge können damit störungsfrei empfangen werden. Vor dem Veranstaltungsbeginn können die Hörgeräteträger einen mobilen Empfänger gegen eine Leih- und Pfandgebühr an der Garderobe erhalten. „So fallen Nebengeräusche wie ein raschelndes Bonbonpapier oder das Husten des Nachbarn nicht mehr auf“, erklärt Malland-Eick. „Achten Sie auf das T-Symbol, das weist auf die Ausstattung mit einer induktiven Höranlage hin“, sagt sie weiter. 

Zwei Möglichkeiten induktiven Hörens

Grundsätzlich gebe es zwei Möglichkeiten induktiv zu Hören. Wie in der Stadthalle mit einem zusätzlichen Empfänger, die sogenannte FM-Anlage – eine drahtlose Signalübertragung, die im Orlando- und Amadeussaal der Stadthalle und im Sitzungssaal und im Standesamt des Rathauses, enthalten ist. „Solche Anlagen können auch für den privaten Gebrauch erworben werden und eventuell auf Antrag von der Krankenkasse bezahlt oder bezuschusst werden“, versucht die Sprecherin des Behindertenbeirats allen Hörgeräteträgern zu vermitteln. „Bei Fragen erhalten Hörgeräteträger die Unterstützung vom Behindertenbeirat oder können sich an die zahlreichen Hörgeräteakustiker im Ort wenden“. 

T-Spule - Hörgeräte richtig einstellen

Oder einer Ringschleifenanlage wie sie in einigen Räumen des Rathauses – dem Info-Point, dem Pass- oder Einwohnermeldeamt – oder der St. Johannes Bosco Kirche verbaut wurde. Somit sei Menschen mit Hörbehinderungen wieder eine bessere Teilhabe möglich und sie würden damit ein Stück Lebensqualität zurückerhalten. Es müsse lediglich in Räumen, die mit einer induktiven Höranlage ausgestattet sind, das Hörsystem auf „T“ gestellt werden – die T-Spule ist hierfür Voraussetzung. „Wenn unklar ist, ob die Spule im Hörsystem eingebaut ist, kann man das einem Akustiker klären – meistens ist es jedoch verbaut, auch bei Kassengeräten“, das ist Erika Malland-Eick besonders wichtig, denn viele Hörgeräte sind nicht entsprechend eingestellt. Dafür gebe es aber Stellen wie den Behindertenbeirat, der als Ansprechpartner diene. Wenn das Hören nicht richtig genutzt wird, reduzieren sich auch andere kognitive Fähigkeiten – zum Wohle der Anwender dürfe das nicht geschehen. 

Claudia Becker

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