Nach Gutachten

Pläne für Viehmarktplatz werden überarbeitet

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Um für potentielle Investoren wirtschaftlich attraktiv zu sein, werden die Pläne für eine Markthalle auf dem Viehmarktplatz überarbeitet.

Ein bereits seit Herbst 2017 vorliegendes Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass sich keiner der beiden in die engere Auswahl gekommenen Entwürfe zur Neugestaltung des Viehmarktplatzes wirtschaftlich trägt.

Fürstenfeldbruck – Auch potentielle Investoren und Betreiber fordern in Gesprächen mit der Stadt wesentlich mehr Verkaufs- und Lagerflächen. Nun soll die sogenannte „Markthallen-Lösung“ entsprechend überarbeitet werden.

Viel Bürgerbeteiligung

Workshops, Ideenwettbewerb, Bürgerbeteiligung – zur Umgestaltung des zentrumsnahen Viehmarktplatzes zwischen Schöngeisinger- und Pucher Straße ist in den letzten Jahren viel diskutiert und gestritten worden. Nachdem ein Bürgerbegehren im März 2012 den Plänen eines Investors, auf dem nördlichen Teil des Platzes ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus samt großem Elektromarkt zu errichten, einen Riegel vorschob, wurde viel unternommen.

Aus einem unter dem 2014 ins Rathaus gewählten Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) ausgelobten Ideen- und Architekturwettbewerb gingen schließlich zwei Entwürfe als Sieger hervor: Die von den Bürgern favorisierte sogenannte „Loop-Variante“, ein geschwungener Gebäudekomplex mit integrierten Marktständen und begehbarem Dach, sowie eine klassische Markthalle auf dem nördlichen Teil des Areals, die von der Verwaltung bevorzugt wird und mit geschätzten Baukosten von etwa 1,3 Millionen Euro auch wesentlich günstiger wäre als der etwa 3,8 Millionen teure Loop.

Beide Varianten rentieren sich wirtschaftlich nicht

Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten stellte jedoch die Rentabilität beider Modelle infrage. Die seit Herbst letzten Jahres vorliegende Expertise der Gesellschaft für Markt- Absatzforschung (GMA) kommt zu dem Schluss, dass die bisher geplante Verkaufsfläche auf mindestens 800 Quadratmeter nahezu verdoppelt werden müsste, damit sich das Projekt wirtschaftlich trägt. Auch in Gesprächen mit potentiellen Interessenten, die Wirtschaftsförderin Aliki Bornheim in den letzten Monaten führte, wurde deutlich, dass wesentlich mehr Verkaufsfläche benötigt wird als bisher geplant. Zudem wünschen die meisten Investoren ein weiteres Obergeschoss zur Vermietung von Wohn- und Gewerbeflächen.

Architekten überarbeiten Ideen

Nun sollen die Planungen für die Marktscheune vom Architekturbüro bbz entsprechend überarbeitet werden. Dies berichtete OB Erich Raff (CSU) auf der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses. In Betracht käme entweder ein größerer Umriss oder aber eine höhere Bebauung. Beide Varianten sollen geprüft werden. Das Honorar hierfür beläuft sich auf 9.000 Euro. Haack & Höpfner, die Architekten des Loop, halten laut Raff ein Obergeschoss zwar nicht für realisierbar, wollen mit der Stadt aber weiterhin im Gespräch bleiben. „Wir müssen den Investoren ein Angebot machen können, das wirtschaftlich sinnvoll ist“, begrüßte Planungsreferent Christian Stangl (Grüne), eine Überarbeitung der Entwürfe, forderte aber, „dass die Bebauung nicht allzu massiv sein darf.“ Auch BBV-Fraktionschef Tommy Beer hält es für sinnvoll, neue Möglichkeiten zu suchen. Alexa Zierl (Die Partei & Frei) hält dagegen an der Loop-Variante fest. Größere Verkaufsflächen könnten ihrer Meinung nach bei den Marktständen im Erdgeschoss geschaffen werden. So könne auf das Obergeschoss zugunsten eines begrünten Dachs, das die Bürger zum Flanieren einlädt, verzichtet werden.

Mit neuen Entwürfen neuer Versuch bei Investoren

Sobald ein neuer Entwurf steht, werde man laut Raff erneut auf die Investoren zugehen. Dass die Stadt das Projekt in Eigenregie auf den Weg bringt, schloss der OB bereits in einem informellen Pressegespräch Ende letzten Jahres kategorisch aus: „Es kann nicht Aufgabe der Stadt sein, Gebäude zu errichten und zu vermarkten.“ Eher würde er noch über den Stadtratsbeschluss diskutieren wollen, das Gelände nicht zu verkaufen, sondern in Erbpacht zu vermieten. Ein Umstand, der die Investorensuche nicht gerade vereinfacht.

Peter Fischer

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