OB Erich Raff über aktuelle Themen

Die Hängepartien der Stadt

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Wie geht es weiter mit der Brucker Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge?

Flüchtlingsunterkunft, Umgestaltung von Viehmarktplatz und Lände – Bruck steht vor großen Herausforderungen. OB Erich Raff (CSU) und Zweiter Bürgermeister Christian Götz (BBV) informierten in einer Presserunde über den aktuellen Stand der Dinge.

Fürstenfeldbruck - Wie steht es um die Investorensuche für eine Markthalle auf dem Viehmarktplatz? Hat die Subkultur nach der Umgestaltung des Areals auf der Lände im alten Schlachthof noch eine Zukunft? Wie geht es weiter mit der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende auf dem Fliegerhorst? Raff und sein Stellvertreter Götz standen den anwesenden Vertretern der örtlichen Presse Rede und Antwort. 

Flüchtlingsunterkunft 

Nachdem ein vom damaligen Zweiten Bürgermeister Raff im Februar 2017 ausgehandelter Kompromiss zur Nutzungsdauer und Bettenobergrenze der Erstaufnahmeeinrichtung von einer breiten Mehrheit im Stadtrat abgelehnt wurde, waren der OB und sein Stellvertreter Götz letzten Oktober zu Nachverhandlungen im Bayerischen Sozialministerium. Der auf den Tisch gelegte Kompromissvorschlag sieht eine Begrenzung der Nutzungsdauer bis Ende 2023 vor. Sollte darüberhinaus weiterer Bedarf bestehen, müsste dies vonseiten des Ministeriums stichhaltig begründet und neu verhandelt werden. Im Gegenzug erklärt sich die Stadt mit einer Begrenzung der Kapazität bis maximal 1.100 Betten einverstanden. Ministerin Emilia Müller gab laut Raff während des Gesprächs klar zu verstehen, dass, bedingt durch die Schließung anderer Einrichtungen im Freistaat, von den 1.100 Betten definitiv nicht abgewichen wird. Die Frage der Nutzungsdauer blieb jedoch offen und seither wartet man im Brucker Rathaus auf Antwort. Dabei wird die Einrichtung zunehmend zur Belastung. Vor allem die lange Verweildauer – mittlerweile sind sechs bis neun Monate die Regel – hat auf die Stadt gravierende Auswirkungen, da nach drei Monaten die Schulpflicht beginnt und in Bruck viele Familien und Mütter mit Kindern untergebracht sind. Dies bedeutet für die Kommune wiederum zusätzliche finanzielle Aufwendungen. Raff erhofft sich nun Hilfe vom Landtagsabgeordneten Alexander Dorow (CSU). Er habe die Punkte zusammengefasst Dorow mit auf dem Weg nach Kloster Banz gegeben, damit dieser im Rahmen der CSU-Klausur die Problematik bei Sozialministerin Müller ansprechen kann. 

Viehmarktplatz 

Nachdem ein Gutachten den ursprünglichen Konzepten einer Markthalle mit mehreren Verkaufsständen auf dem nördlichen Teil des Platzes die wirtschaftliche Rentabilität abgesprochen hat, versucht die Stadt erneut einen Investor zu finden. Potentielle Interessenten gäbe es zwar, aber bei den Gesprächen, die Wirtschaftsförderin Aliki Bornheim in den letzten Monaten führte, wurde auch deutlich, dass wesentlich mehr Verkaufsfläche benötigt wird als bisher geplant. Auch wünschen die meisten Investoren ein weiteres Obergeschoss zur Vermietung von Wohn- und Gewerbeflächen. Für eine höhere Bebauung ist jedoch ein neuer Stadtratsbeschluss nötig. Zudem soll das Gelände nicht verkauft, sondern in Erbpacht vermietet werden. Ein Umstand, der die Investorensuche nicht gerade vereinfacht. Götz möchte bei der Umgestaltung des Viehmarktplatzes trotzdem Gas geben. „Die ursprüngliche Markthalle war auch sehr hoch geplant“, betont der Zweite Bürgermeister. „In erster Linie wünschen sich die Bürger einen großen, schönen Platz, der zum Flanieren und Verweilen einlädt.“ Das Gebäude sieht er eher zweitrangig. Seiner Meinung nach muss die Umgestaltung des Viehmarktplatzes endlich in Angriff genommen werden. Raff stellt jedoch klar, dass er „angesichts der Haushaltslage nicht in Dinge investieren will, die sich für die Stadt nicht rechnen. Aliki Bornheim wird in den nächsten Wochen die laufenden Gespräche intensivieren und Interessenbekundungen konkret abfragen. Dann wird man weitersehen. 

Subkultur 

Welche Perspektiven hat der Jugendkultur-Verein Subkultur noch inmitten von Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung? Sobald die Stadtwerke in die Cerveteristraße umgezogen sind und die Bauhofverlagerung auf ein Gelände hinter der Feuerwache abgeschlossen ist, soll auf dem Areal zwischen Lände, Alter Schlachthof und Aumühle ein neues urbanes Mischgebiet entstehen. Ein aktuelles Lärmgutachten macht Hoffnung. Im geschlossenen Raum gibt es keine Probleme hinsichtlich eventueller Lärmbelästigungen von Nachbarn. Einzig das Kassenhäuschen und die Toiletten müssten nach innen verlagert und die Fenster schallschutztauglich erneuert werden. Da die meisten Besucher ohnehin mit dem Rad oder zu Fuß kommen, sei auch kein übermäßiger Autoverkehr bei An- und Abfahrt zu befürchten und die zwei Open-Air Veranstaltungen pro Jahr könne man über Sondergenehmigungen regeln. Auch dass nach den Konzerten DJs bis zwei Uhr nachts auflegen und Leute immer wieder zum Rauchen und Ratschen nach draußen gehen ist für Götz kein Hinderungsgrund: „Das muss und wird man in den Griff kriegen.“ Zudem sieht Götz „die Subkultur als gesetzt – auch im Stadtrat.“ „Wenn sich Discos und Wohnungen in München vertragen, sollte dies auch in Bruck möglich sein“, ergänzt Raff in Anspielung auf den ehemaligen Kunstpark Ost. Entsprechend wird der Alte Schlachthof in ein Gesamtkonzept für das Areal mit eingebunden. In den nächsten Wochen soll ein städtebaulicher Wettbewerb hierfür ausgeschrieben werden. 

Peter Fischer

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