Aktionsplan Inklusion

Barrieren und wo sie zu finden sind

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Beginnend an der Schule Gernerplatz wurde eine vorher besprochene Route von Brennpunkten von Vertretern der Stadt, Senioren- und Behindertenbeirat sowie dem Bauamt abgelaufen.

Ein Bordstein, der an der falschen Stelle abgesenkt ist, Werbetafeln mitten auf dem Gehweg oder ein Behindertenparkplatz, der kaum Platz zum Aussteigen bietet. Anlässlich erster Maßnahmen des Aktionsplans für Puchheim fand am 28. September ein Spaziergang mit Mitgliedern verschiedener Beiräte sowie Vertretern der Stadt und dem Bauamt in Puchheim statt. Ziel der Begehung war es, Barrieren in Puchheim zu identifizieren und gemeinsam zu besprechen, welche Möglichkeiten bestehen, diese Barrieren abzubauen.

Puchheim - „Durch meinen Tunnelblick sind die Stufen hier nur schwer zu erkennen“, erklärt der sehbehinderte Georg Lurch und zeigt auf eine Steinplattentreppe nahe der Schule am Gernerplatz. „Man könnte hier die Treppen einfärben oder einen Markierungsstreifen anfügen, damit sie besser zu sehen ist“, überlegt Udo Schiemann, Ingenieur und Sachgebietsleiter Tiefbau. Lurch scheint mit dieser Lösung zufrieden. 

Er wird an diesem Tag nicht der einzige sein, der sich Antworten erhofft, denn auch andere kommen während der rund zwei stündigen Exkursion mit Anregungen und Fragen auf die Verantwortlichen zu. Neben Zweitem Bürgermeister Rainer Zöller und Verena Weyland, verantwortlich für den Bereich Integration, Inklusion und Senioren bei der Stadt, sind deshalb neben Mitgliedern des Senioren- und Behindertenbeirates, auch Mitarbeiter des Bauamtes vor Ort, um sich ein Bild zu machen. 

Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Anlass der Begehung ist der Kommunale Aktionsplan, der am 4. Juli für den Landkreis Fürstenfeldbruck zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorgestellt wurde.Als erste Maßnahme galt es an diesem 28. September, Barrieren ausfindig zu machen und gemeinsam zu besprechen, welche Möglichkeiten es gibt, diese abzubauen. „Barrieren gibt es unterschiedlichster Art, sei es bei der Bewusstseinsförderung, der Mobilität, Wohnen, Inklusion oder am Arbeitsplatz“, erzählt der Vorsitzende des Behindertenbeirats Richard Ullmann. 

Pflastersteine behindern Rollstuhlfahrer

Während die Treppen markiert oder eingefärbt werden könnten, scheint eine Lösung an der Kreuzung Lagerstraße – Rotwandstraße komplizierter. Um die Geschwindigkeit und Lautstärke der Autos auf dem Untergrund zu minimieren, setzte man damals nahe der Schule auf Pflastersteine statt Asphalt – ein Fehler wie Rosita Anaya Rodriguez vom Behindertenbeirat findet. „Für Rollstuhlfahrer stellen die Unebenheiten und Rillen ein Hindernis dar. Das geht so weit, dass der Rollstuhl sogar umkippen kann“, erklärt sie. Das sieht auch die städtische Bauamtsleiterin Beatrix Schmeiser ein, jedoch müsse man allerdings zunächst mit der Polizei sprechen, welche Möglichkeiten der Umgestaltung es gebe, um die Sicherheit der Schüler, nicht durch zu schnell fahrende Autos zu gefährden.

Falsch abgesenkter Bordstein an Ampel

Hermann Grüsser hat ein Problem mit der Ampel, beziehungsweise mit dem Bordstein davor. „Der Blindenpfeil am unteren Ende des Druckknopfs der Ampel zeigt den Blinden, dass in dieser Richtung der Bordstein abgesenkt ist und sie loslaufen können“, erklärt Grüsser. Das sei an dieser Stelle nicht der Fall, da der Bordstein erst weiter in Richtung Kreuzung abgesenkt werde. Somit bestehe die Gefahr, dass die Personen beim Überqueren stolpern. Das leuchtete auch den Verantwortlichen ein, weshalb man hier nachbessern wolle. 

Nachdem ein Behindertenparkplatz nahe der Schule besichtigt wurde, der in den Augen aller zu klein und zu wenig Platz zum Aussteigen bot, erweckten an der Lochhauser Straße Werbeschilder auf dem Gehweg die Aufmerksamkeit. Die Schilder waren so platziert, dass sie in den Augen von Rodriguez kaum Platz boten, um sie mit dem Rollstuhl zu umfahren. „Wir werden mit den Geschäftsinhabern reden, denn hier handelt es sich um städtischen Grund“, sagt Zöller. Anders sah es da bei einigen Parkausfahrten an der Lochhauser Straße aus, die durch das Pflaster ein Hindernis für Rollstuhlfahrer seien. „Das ist Privatgrund“, erklärt Schmeiser. Die Anwohner verzichteten hier auf Münchner Gehwegplatten und setzten auf Pflaster. „Die Autos fahren oft darüber und das Steinpflaster ist einfach stabiler als die Platten“, erklärt sie. Dass aber auch geteerte Einfahrten zu Unmut führen können, erfuhren die Anwesenden am Bahnhof. „Wir haben eine Einfahrt komplett geteert und jetzt beschweren sich die Anwohner, dass die Autos zu schnell auf den Parkplatz fahren“, erzählt Schiemann. 

Hamann

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