Neuregelung für Obdachlosenunternkünfte

Immer mehr Obdachlose

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Das ehemalige Motel Horst in der Maisacher Straße in Fürstenfeldbruck wird als Obdachlosenunterkunft genutzt.

Fürstenfeldbruck – Die Zahl der Obdachlosen im Stadtgebiet stieg die letzten Jahre kontinuierlich an. Unterkünfte werden knapp und teuer. Die Stadt reagiert auf die angespannte Situation und beschließt eine neue Satzung über die Benutzung der Obdachlosenunterkünfte.

„Die Wohnungsmieten steigen stetig. Die Zahl der Sozialwohnungen ist zurückgegangen. Der Zuzug in den Ballungsraum München wird immer größer. Das Thema Asyl sorgt für noch größere Engpässe bei bezahlbaren Wohnungen“, so beschreibt Doreen Höltl, die im Rathaus für die Obdachlosenunterbringung zuständig ist, in der Beschlussvorlage für den Stadtrat die aktuelle Situation. Kurzum: Wohnraum wird knapp und immer teurer, die Wohnungsnot verschärft sich.

Obdachlosenunterbringungen haben sich vervierfacht

Die Folgen sind oft drastisch. Laut Statistik hat sich die Zahl der Obdachlosenunterbringungen in den letzten fünf Jahren vervierfacht. Waren Ende 2011 in Fürstenfeldbruck noch 27 Personen in unterschiedlichen Einrichtungen untergebracht, befanden sich zum Stichtag 31. Dezember 2016 bereits 114 Menschen in Unterbringung. Insgesamt wurden 2016 über das ganze Jahr sogar 240 wohnungslose Bürger versorgt. Da die kommunalen Räumlichkeiten jedoch längst nicht mehr ausreichen, muss die Verwaltung Objekte auf dem freien Markt anmieten oder Hilfesuchende in Pensionen unterbringen.

Neue Satzung für Benutzung der Obdachlosenunterkünfte

Auf diese Entwicklung reagierte die Stadt und hat nun eine neue Satzung über die Benutzung der Obdachlosenunterkünfte auf den Weg gebracht. Der Stadtrat folgte auf seiner letzten Sitzung dem zuständigen Ausschuss und stimmte dem Neuerlass einstimmig zu. So wird beispielsweise der Betrag, den die Betroffenen für ihre Unterbringung zu zahlen haben, auf täglich 25 Euro erhöht. Das ist die maximale Summe, die derzeit von den Sozialhilfeträgern pro Tag und Person übernommen und in der Regel direkt an die Stadt überwiesen wird. Hintergrund sind sowohl steigende Mieten als auch die Tatsache, dass es rund um Bruck kaum noch Beherbungsbetriebe gibt, die ihre Betten günstiger anbieten. Laut Höltl, die während der Sitzung vom amtierenden Bürgermeister Erich Raff (CSU) ausdrücklich für ihre gute Vorarbeit gelobt wurde, sind die Preise in Bruck selbst noch höher, weshalb vermehrt ins Umland ausgewichen wird, obwohl Kommunen Obdachlose eigentlich in ihrem eigenen Gemeindebereich unterbringen müssen. Anders sieht es bei den städtischen Wohnungen aus. Hier gibt es keine fixen Beträge, da die Betriebskosten auf die Bewohner umgelegt werden.

Unterbringung als vorübergehende Maßnahme

Außerdem wird festgehalten, dass die Unterbringung nur eine vorübergehende Maßnahme ist. Die Stadt will künftig für höchstens drei Monate Wohnraum zur Verfügung stellen. Zudem sollen die Betroffenen stärker in die Pflicht genommen werden, wieder eine eigene Wohnung zu finden.

Peter Fischer

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