Brucker Klimaziele

Fürstenfeldbruck will bis 2035 eine klimaneutrale CO2-Bilanz erreichen

Schülern der Friday for future Bewegung steht am Bahnhof Fürstenfeldbruck mit Transparenten
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Forderungen der Fridays for Future-Ortsgruppe FFB sollen in die weitere strategische Arbeit der Stadt im Bereich Klimaschutz mit einfließen.

Fürstenfeldbruck – Ein von Stadtjugendrat und dem Umweltbeirat gemeinsam erstelltes Positionspapier sowie Forderungen der Fridays for Future-Ortsgruppe Fürstenfeldbruck sollen in die weitere strategische Arbeit der Stadt im Bereich Klimaschutz mit einfließen.

Darüber hinaus fasste der Umweltausschuss auf Antrag von Umweltreferentin Alexa Zierl (ÖDP) den Beschlussvorschlag, die Treibhausgas-Emissionen in Fürstenfeldbruck bis spätestens 2035 auf Null zu reduzieren.

Einhellig wurden die Akteure für ihre Positionspapiere zum Thema Klimaschutz auf der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses gelobt. Der Stadtjugendrat und der Umweltbeirat haben gemeinsam Maßnahmen erarbeitet, die dazu beitragen sollen, dass die Stadt einen wesentlichen Beitrag zum Schutz unseres Klimas leistet. Die Fridays for Future-Bewegung, welche sich mit ihren Forderungen an Stadt und Landkreis wendet, hat ebenfalls ein Papier zum Klima- und Umweltschutz erstellt. Beide nehmen die Städte bei der Bekämpfung der Klimakrise besonders in die Pflicht, da diese „weltweit für etwa 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich“ seien.

„Gut so, dass in der Diskussion damit Druck aufgebaut wird“, befand Markus Droth (Freie Wähler) und auch die Verwaltung begrüßt das Engagement der Gruppierungen. Der zuständige Sachbearbeiter Thomas Müller betont, dass die Positionspapiere eine Vielzahl an Ideen enthielten, „die die Stadt in ihrem bisherigen Handeln unterstützt und durch teilweise neue Anregungen voranbringen kann.“

Vorschläge kategorisiert

Müller hat die Vorschläge in einer umfangreichen Auflistung nach Prioritäten, Umsetzbarkeit und Zuständigkeit kategorisiert. Einige Punkte wie etwa die Etablierung eines Grünflächenmanagements oder die Förderung der E-Mobilität werden von der Stadt bereits verfolgt, andere, wie die Forderung nach einem kostenlosen ÖPNV oder der Einschränkung des LKW-Durchgangsverkehrs hält Müller dagegen in ihrer Umsetzung als nicht so geeignet. Ein Arbeitskreis soll in den kommenden Monaten die vorliegende Liste weiter ausarbeiten und bis März kommenden Jahres ein aktualisiertes Papier vorlegen, in dem dann auch Maßnahmen benannt werden, die sich schnell umsetzen lassen.

„Wir müssen nicht abwägen, sondern handeln.“

Adrian Best (Die Linke)

Gegen die Stimme von Martin Kellerer (CSU) empfiehlt der Ausschuss dem Stadtrat zudem, den Beschluss zu fassen, bis 2035 eine klimaneutrale CO2-Bilanz zu erreichen. Dem Bedenken Kellerers, man könne „dies nicht eben so beschließen“, da man sich erst über die Auswirkungen und finanziellen Folgen im Klaren sein müsse, entgegnete Adrian Best (Die Linke), dass es keinen Sinn mache, erst zu überlegen was es koste. „Wir müssen nicht abwägen, sondern handeln.“

Konkretes Datum nimmt in die Pflicht

Jan Halbauer hält ein konkretes Datum gar für zwingend notwendig, da dies auch verpflichte. „Die Stadt muss mehr tun“, so der Grünen-Fraktionschef und Christian Götz (BBV) hält die Bedenken für unbegründet, da es sich um eine bilanzielle Klimaneutralität handelt. Dies bedeutet, dass auch nach 2035 CO2 ausgestoßen werden darf, jedoch an anderer Stelle kompensiert werden muss.

Peter Fischer

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