Vortrag mit Hörgeräte-Akustiker

"Besser hören - besser leben"

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Etwa 30 Personen lauschten dem Vortrag von Boris Klöck zum Thema Schwerhörigkeit.

„Ich habe verschiedene Hörgeräte ausprobiert, aber die taugen ja alle nichts und deshalb verwende ich sie nur selten“. Eine häufig zu hörende Aussage von Schwerhörigen. Sie war der Anlass für den Seniorenbeirat und den Behindertenbeirat eine Vortragsveranstaltung zum Thema Schwerhörigkeit durchzuführen.

Puchheim– Ungefähr 30 Personen lauschten den Ausführungen von Boris Klöck, Hörgeräteakustik-Meister.

Er erklärte zunächst detailliert den Aufbau des Ohres, welches für die Hörwahrnehmung zuständig ist, aber er wies vor allem darauf hin, dass die Interpretation des Gehörten im Gehirn stattfindet. „Wir haben uns mehr oder weniger an die Lärmquellen unserer Umgebung gewöhnt, da die Hörfilter eines gesunden Ohres die Umgebungsgeräusche einfach ausblenden“, erklärte Klöck.

Hörverlust fällt meist zu spät auf

Betroffene merken nur langsam die Einschränkungen des eigenen Hörvermögens und erst wenn den Hörverlust auch die Angehörigen wahrnehmen, wird einem bewusst, dass ein Hörproblem vorliegt. Besteht die Beeinträchtigung des Hörvermögens längere Zeit wird auch die Verarbeitung des Gehörten im Gehirn geschwächt und die entsprechenden Nervenzellen bilden sich zurück.

Hörfilter im Gehirn muss trainiert werden

Hörgeräte gleichen zwar den Hörverlust aus, aber die Verarbeitung im Gehirn (unter anderem Ausblendung der Umweltgeräusche) ist durch die lange Zeit des Hörverlustes reduziert. Hier komme laut Klöck der Hörgerätakustiker ins Spiel. Nach Bestimmung der vorliegenden Beeinträchtigung des Hörvermögens werden mit einem besonderen angepassten Trainings-Hörgerät und entsprechendem Übungsmaterial einige Wochen die Hörfilter im Gehirn trainiert. Dabei ist es wichtig diese Übungen konsequent durchzuführen und das Hörgerät ständig zu tragen. Mit diesem Training soll die Verständlichkeit verbessert werden. In den meisten Fällen ist dann das Gehirn wieder in der Lage, aus den vielen Geräuschen das Wichtige, zum Beispiel das gesprochene Wort, herauszufiltern. Erst dann wird ein passendes Hörgerät ausgesucht, das ganz individuell den Bedürfnissen des zukünftigen Trägers angepasst wird. Dieses Hörgerät müsse bei weitem nicht das teuerste sein. Wichtig sei, dass das Hörgerät weiterhin ständig getragen wird, sonst bilden sich die reaktivierten Hörfilter in relativ kurzer Zeit wieder zurück.

Vorsorge hilft

Der Hörgeräteakustik-Meister gab zum Abschluss noch folgenden Rat: „Lassen Sie Ihr Gehör regelmäßig überprüfen: Je früher eine Hörminderung festgestellt wird und ein passendes Hörgerät ständig getragen wird, desto größer sind die Chancen, dass Ihr Alltag von Ihrer Schwerhörigkeit nicht wesentlich beeinträchtigt wird.“

red

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