Vors. des Verteidigungsausschusses, Dr. Susanne Kastner, zu Besuch in Fursty 

Kastner (SPD) lobte Generalmajor Löwenstein für gelungene Konversion

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Sie nahmen an der Pressekonferenz in der Cafeteria des Landratsamtes teil (v. li.): Dr. Kastner, Eberl, Dr. Kofler, Dr. Kränzlein, Sonnenholzner, Schmetz.

Fürstenfeldbruck - Als Leuchtturmprojekt bezeichnete die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag, Dr. Susanne Kastner, die Konversion des Brucker Fliegerhorstes von der militärischen zur zivilen Nutzung bei ihrem Besuch am 18. Februar in Fursty. Großes Lob sprach die SPD-Politikerin dabei dem Kommandeur der 1. Luftwaffendivision, Generalmajor Robert Löwenstein aus.

Sein Vorgehen sei ein „Paradebeispiel“ gelungener Konversion, so die Parlamentarierin. Auf Einladung des SPD-Unterbezirksvorsitzenden Michael Schrodi war Dr. Kastner nach Fürstenfeldbruck gekommen, um sich zusammen mit der Bundestagskollegin Dr. Bärbel Kofler über die aktuelle Situation und die weiteren Planungen am Bundeswehrstandort zu informieren. 

Zum Pressegespräch am Nachmittag in der Cafeteria im Brucker Landratsamt stießen die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner, Eichenaus SPD-Ortsvorsitzender Martin Eberl, Brucks dritter Bürgermeister Uli Schmetz und Landtagskandidat Dr. Herbert Kränzlein hinzu. Bundestagskandidat Schrodi musste wegen einer Grippe absagen. 

Sie habe schon etliche Standorte besucht, die das gleiche Schicksal teilen wie Fursty, sagte Dr. Kastner. Aber ihr seien dabei noch keine so hohe Bereitschaft und ein so konstruktives Engagement begegnet, wie es Löwenstein beim Übergang des Standortes von der militärischen in die zivile Nutzung vertrete. An anderen Standorten habe man sich stets erst Gedanken über eine Nachnutzung gemacht, als die Kaserne leer stand, also das Militär bereits abgezogen war und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) das Gelände zur Vermarktung anbot. Besonders begrüßte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses die Bereitschaft des Militärs, Fursty für eine Nachnutzung schon vor dem kompletten Abzug aller Dienststellen im Jahre 2019 abschnittsweise freizugeben. So habe bereits das BMW-Fahrsicherheitszentrum auf der ehemaligen Start- und Landebahn seine Pforten im vergangenen Jahr geöffnet, eine private Hochschule möchte am liebsten heuer noch von Erding nach Fursty umziehen und die Stadt hat nach Aussage von Brucks drittem Bürgermeister Uli Schmetz ein großes Interesse an einer Übernahme der Sportstätten. 

Dabei hofft Schmetz, dass die BImA der Kreisstadt die Sportanlagen günstiger überlasse, als allgemein auf dem freien Markt üblich. Nicht ganz aus der Verantwortung stehlen könne sich nach Meinung von Dr. Kastner der Bund bei der Schaffung der Gedenkstätte am Alten Tower, die an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 erinnern soll. Sogar eine deutsch-israelische Jugendbegegnungsstätte sei im Gespräch. Die BImA müsse sich zwar an die Vorgaben des Finanzministeriums halten, aber Axel Kunze, der Leiter der BImA habe ihr für die als Gedenkstätten vorgesehenen Flächen einen symbolischen Preis in Aussicht gestellt. Dennoch müsse man sich Gedanken über eine Trägerschaft machen, denn nur dann „fließen Gelder“, um den Alten Tower in eine Gedenkstätte umzubauen, einzurichten und zukünftig auch in Betrieb zu halten. 

General Löwenstein bringe sich in die Erinnerungskultur zwar ein, so Dr. Kastner, alles andere aber sei nicht die Aufgabe des Militärs, habe er im Gespräch mit ihr deutlich gemacht. Während ihres Besuchs habe sie auch Gespräche mit den Personalräten und Vertrauensleuten der Soldaten und Zivilbeschäftigten geführt, berichtete die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses. Dabei kamen insbesondere die durch eine Versetzung verursachten familienpolitischen Themen wie längere Trennung von der Familie, Kinderbetreuung, Schulwechsel, Mietsituation zur Sprache. So sehen viele Soldaten und Beamten ihrer Versetzung in andere Bundesländer mit großer Sorge entgegen.

Dieter Metzler 

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