Video-Projekt ausgezeichnet

Videoplattform der Nachbarschaftshilfe und der Stadt für Senioren

Doreen Höltl, Monika Graf und Anita Beer mit der Urkunde und der Trophäe des Ehrenamtspreises 2021 der Versicherungskammer Bayern.
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Doreen Höltl (Stadt Fürstenfeldbruck, Soziale Angelegenheiten), Monika Graf (Corona-Nachbarschaftshilfe FFB) und Anita Beer (Alten- und Pflegeheim Theresianum) mit der Urkunde und der Trophäe des Ehrenamtspreises 2021 der Versicherungskammer Bayern.
  • vonMaximilian Geiger
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Fürstenfeldbruck – Das Alten- und Pflegeheim Theresianum musste im März 2020 komplett schließen. Besuche waren unter der Corona-Quarantäne nicht mehr möglich. Die Corona-Nachbarschaftshilfe FFB entwickelte daraufhin in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Videotelefonie-Plattform: Ziel war es, Bewohnern den Kontakt mit ihren Angehörigen während der eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten zumindest per Videotelefonie aufrecht zu halten – und das möglichst unkompliziert. Das Projekt mit dem Namen „besuch.jetzt“ wurde nun mit dem Ehrenamtspreis 2021 der Stiftung Versicherungskammer Bayern ausgezeichnet.

Die Stiftung suchte nach Initiativen und Projekten, die durch das erfolgreiche Zusammenwirken von Ehrenamt und Kommune die Lebensqualität und -situation vor Ort stärken und verbessern. Das Brucker Projekt setzte sich im Bezirk Oberbayern in der Kategorie „Wir starten digital durch“ aus 52 Projekten durch und erhielt damit den Preis von 5.000 Euro. „Insgesamt haben uns über 200 Bewerbungen bei der diesjährigen Ausschreibung erreicht“, erzählt Frank Walthes, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung und Mitglied der Jury. Am 8. Februar überreichte Innenminister Joachim Herrmann den Pokal in einer digital ausgestrahlten Feierstunde. Die Jury begründete ihre Entscheidung für das Brucker Projekt damit, dass dieses so einfach und übersichtlich in der Anwendung sei, dass es den Bedarfen der Senioren und der Einrichtung vollumfänglich gerecht wird. Zudem trage es aktiv der Vereinsamung, verstärkt durch die Covid-19-Lage, entgegen und entlastet gleichzeitig das Pflegepersonal.

Ehrenamtliche übernahmen Entwicklung, Konfiguration und Betreuung

Die Ehrenamtlichen der Nachbarschaftshilfe übernahmen neben der Entwicklung der Plattform die Konfiguration der Endgeräte sowie die laufende Betreuung. Die Stadt übernahm die Programmierungskosten sowie die laufende Server-Miete für die Plattform. Das Projekt „besuch.jetzt“ wurde jedoch nicht nur durch die Stadt, sondern auch durch zwei Unternehmen unterstützt: die Fima „lern.link“ aus Herrsching, ein Anbieter von Online-Seminar-Software übernahm die Programmierung der notwendigen Schnittstellen, die Firma „Euratech“ aus Garching spendete die notwendigen Tablets.

„Und auch das Alten- und Pflegeheim Theresianum war nicht nur Hilfeempfänger, sondern hat durch die Zusammenarbeit in den Testphasen zusammen mit seinen Bewohnern und Angehörigen sowie einen flächendeckenden WLAN-Ausbau die schnelle Verwirklichung des Projekts in nicht einmal drei Wochen erst ermöglicht“, erzählt Monika Graf von der Corona-Nachbarschaftshilfe FFB.

Aufgrund des Erfolgs wird die Plattform nun auf die anderen Senioreneinrichtungen der Stadt ausgeweitet.

red

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