100 Besucher bei Veranstaltung zur Süd-West-Umfahrung

Umgehungs-Gegner geben nicht auf

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Sie machen sich stark gegen eine Südwest-Umfahrung Olchings: (von links): BIOO-Vorsitzender Gert Schlenker, MdL Martin Runge, Grünen-Sprecherin Olching Heide Kuckelkorn, Grünen-Fraktionsvorsitzende Ingrid Jaschke und Grünen-Kreisrätin Christina Claus.

Bei den Gegnern der Südwestumfahrung Olching regt sich weiterhin massiv Widerstand, wie sich bei der gemeinsamen Info-Veranstaltung der Bürgerinitiative Ortsentwicklung Olching (BIOO) und der Olchinger Grünen am 16. April im Vereinsheim des SC Olching zeigte. Die Hoffnung, das Bauprojekt, das bereits sämtliche gerichtliche Instanzen durchlaufen hat und abgesegnet wurde, doch noch zu kippen, hat neue Nahrung erhalten. Sollte es aufgrund neuer Erkenntnisse der Hochwasserproblematik zu einem ergänzenden Planfeststellungsverfahren kommen, würde sich für die Gegner der Umgehung erneut die Chance ergeben, juristisch dagegen vorgehen zu können. Die weit über 100 Besucher der Veranstaltung brachten darüber hinaus auch ein Bürgerbegehren wieder ins Spiel.

Olching - Seit über zehn Jahren kämpft die BIOO gegen die Südwestumfahrung. Der Zweck der Umfahrung sollte zu einer wesentlichen Verkehrsentlastung führen, wird aber nach eigenen Untersuchungen der BIOO nicht erreicht. Die Entlastungen seien kaum spürbar und stehen in keinem Verhältnis zu den massiven Eingriffen in Natur und Landschaft. „Die Südwestumfahrung ist in unseren Augen ein irrsinniges Projekt, dessen Realisierung unbedingt verhindert gehört“, sagte Landtagsabgeordneter Martin Runge (Grüne). 

Ziel der Umfahrung: Eine leistungfähige Verbindung zwischen B471 und B2

Wesentliche Zielsetzung der Südwestumfahrung sei vielmehr die Erhöhung der Leistungsfähigkeit für den überregionalen Verkehr auf der Staatsstraße 2069, um eine leistungsfähige Verbindung zwischen den Bundesstraßen B 471 und B 2 zu schaffen. Hauptsächlich betroffen vom Mehrverkehr wäre Eichenau, aber auch für Olching würde die Südwestumfahrung kein Segen sein, dazu sei die Entlastung einfach zu gering (770 Autos pro Tag – Roggensteiner Straße Südteil und 5.200 Kfz (Fürstenfeldbrucker Straße). Dagegen würden 9.870 Autos täglich mit deutlich höherer Geschwindigkeit die 1.650 Meter lange Südwestumfahrung benutzen. Da diese neue Straße durchgehend in Dammlage gebaut werde, hätten sich tausende Olchinger Bürger mit einem neuen Lärmteppich auseinanderzusetzen. 

BIOO und Grüne sehen bei Realisierung nachteilige Beeinflussung des Hochwasserabflusses 

Mit der vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebietes am Starzelbach durch das Landratsamt im Januar 2016 ergebe sich ein neuer Sachverhalt. Da zu diesem Zeitpunkt mit dem Bau der Südwestumfahrung noch nicht begonnen wurde, die fast komplett durch das Überschwemmungsgebiet verläuft, sei ein neues wasserrechtliches Genehmigungsverfahren erforderlich. Hier sehen die BIOO und die Grünen nun die Chance, dagegen vorzugehen. Bei der Realisierung der Umfahrung drohe ihrer Meinung nach eine nachteilige Beeinflussung des Hochwasserabflusses und der Übertritt weiterer Wassermengen in das Überschwemmungsgebiet des Gröbenbachs, was auch zu weiteren Belastungen und Gefahren in Puchheim und Gröbenzell im Falle von Hochwasserereignissen führen würde. Das ohnehin anlässlich der Aufstellung des 7. Staatsstraßenausbauplans nach unten gerechnete Nutzen-Kosten-Verhältnis (von 9,4 auf 2,4) würde sich durch die zusätzlichen Maßnahmen für den Hochwasserschutz weiter verschlechtern, so Runge. 

Was geschehen könnte, um die Südwestumgehung doch noch zu verhindern

Olchings Grünen-Schatzmeister Manfred Fratton schlug ein erneutes Bürgerbegehren vor. Fee Huber von der BIOO befürchtet jedoch: „Was ist, wenn wir noch einmal durchfallen? Dann sind wir am Ende.“ Runge sagte dazu: „Wenn sich die 100 oder 150, die heute da sind, mobilisieren, dann kann es eigentlich gar nicht schief gehen.“ Grünen-Kreisrätin Ingrid Jaschke meinte: „Bedenken habe ich teilweise auch. Wir haben aber nichts zu verlieren, außer unser Gesicht. Das ist noch unsere einzige Chance.“ Und Eugenie Scherb vom Olchinger Ortsverband Bund Naturschutz bemerkte: „Natürlich kann man klagen, wenn es ein neues Planfeststellungsverfahren gibt. Und es ist noch nicht die Hochwassersituation verhandelt worden, denn man kann nie zweimal in derselben Sache klagen.“ Auf jeden Fall ließ die Sprecherin der Olchinger Grünen, Heide Kuckelkorn, schon einmal eine Liste herumgehen, wo sich alle Interessenten für ein mögliches Bürgerbegehren eintragen konnten.

Dieter Metzler

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