Wirtschaftsempfang des Landratsamtes

Landkreis auf Platz sieben

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Voller Sitzungssaal im Landratsamt: Der Wirtschaftsempfang für den Landkreis Fürstenfeldbruck wird immer beliebter - spätere Anmeldungen mussten zurückgewiesen werden, viele Besucher ergatterten nur noch einen Stehplatz.

Zum 17. Mal lud Landrat Thomas Karmasin Vertreter der heimischen Wirtschaft, der Politik und der Verwaltung ins Landratsamt zum alljährlichen Wirtschaftsempfang ein, und das Interesse war so groß wie schon lange nicht mehr. Die Gäste, die nicht rechtzeitig kamen, erwischten im großen Sitzungssaal nur noch einen Stehplatz. Als Gastredner war in diesem Jahr der unabhängige Berater und Innovationsforscher Christoph Burghardt eingeladen, der zum Thema „Ein Schritt voraus – Warum gute Ideen kein Zufall sind“, sprach.

Mittlerweile sei das jährliche Familientreffen der Landkreis-Unternehmer so begehrt, dass verspätete Anmeldungen abgewiesen werden mussten. „Was anderenorts heftig diskutiert wird, wir haben sie – die Obergrenze“, spielte Karmasin auf den Begriff aus der Flüchtlingspolitik an. Allerdings ging es hier um den Brandschutz im Saal, wonach nicht mehr als 200 Personen zugelassen seien. 

Landkreis holt auf

Der Landkreis hole dank seiner leistungsstarken Wirtschaft auf, fuhr Karmasin ernsthafter fort. In der Umlagekraft lag der Landkreis mal auf Platz elf, im Jahr 2016 auf Platz neun und jetzt auf Platz sieben in Oberbayern. Das dürfte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Landkreis noch große Aufgaben vor sich habe. So zeige eine in Auftrag gegebene räumliche Entwicklungsstudie auf, dass man Wohnen und Arbeiten noch mehr zusammenführen müsse. Noch immer gebe es im Landkreis massive Auspendler. 

Fliegerhorstareal: Keine gesichtlose Trabantenstadt 

Als eine Jahrhundertchance bezeichnete der Brucker Landrat dazu, die Überplanung des Fliegerhorstareals nach Abzug der Bundeswehr. Er bedauere ausdrücklich, dass die Bundeswehr den Standort aufgebe, „weil wir mit Ihnen Freunde verlieren“, so Karmasin in Richtung des anwesenden Kommandeurs der Offizierschule, Brigadegeneral Michael Traut, aber „wenn das nun mal nicht zu ändern ist, dann gebe es schlimmeres als dreieinhalb Millionen Quadratmeter Fläche im Rahmen der Konversion überplanen zu dürfen, in unmittelbarer Nachbarschaft zur „Jobmaschine München.“ Man wolle das Gelände nicht zügig verhökert sehen, mit einem Auslieferungslager nach dem anderen, nur um ein paar schnelle Euros zu machen. Es soll aber auch keine gesichtslose Trabantenstadt geschaffen werden. „Wir wollen keine kleinkarierte Kirchturmpolitik betreiben, sondern alle miteinander eine Idee entwickeln mit einem hochwertigen Standort, der Zukunftschancen bietet, der hochwertige Arbeitsplätze vor Ort schafft, damit Leben und Arbeiten eben nicht getrennt sind durch stundenlange Fahrtzeiten.“ Er habe sich gefreut, dass die Bürgermeister ihn gebeten haben, diesen Prozess zu begleiten und zu moderieren, sagte Karmasin. „Wir stehen am Anfang einer unglaublich spannenden Aufgabe der Kommunalpolitik, über gemeinsame und über Parteigrenzen hinweg.“ Er sei zuversichtlich, dass er im nächsten Jahr beim Wirtschaftsempfang bereits mehr „von unserer Mission“ präsentieren kann. 

Keine Angst vor "Alexas" und Robotern

Bevor sich die gut 230 Gäste über das gesponserte Buffet hermachten und zum eigentlich Zweck des Wirtschaftsempfangs übergingen, zog Innovationspsychologe und Strategieberater Burghardt die Gäste mit seinem Ausflug über bahnbrechende Ideen, die das Leben so radikal verändern, dass man von Revolutionen spricht, in den Bann. „Die Erkenntnis, dass eine Maschine den Menschen nur dort ersetzen kann, wo es der Mensch zulässt, ist nicht neu“, äußerte sich Stadt- und Kreisrat Franz Höfelsauer zum Vortrag. „Es wird nur im täglichen Leben oft vergessen. Die Intelligenz für Lösungen haben nur Menschen, auch wenn die Durchführung ein Roboter übernimmt. Deshalb braucht niemand vor der Zukunft Angst zu haben. Jede Zeit hat ihre Herausforderungen, und sie wurden alle in der Vergangenheit gelöst. So wird es auch in Zukunft sein. Wie sehr sich der Mensch von seinen Errungenschaften vereinnahmen lässt, entschied er bisher immer noch selber. Ob das in Zukunft noch so sein wird, wenn das Zeitalter der „Alexas“ erst richtig präsent ist, möchte ich bezweifeln.“ 

Dieter Metzler

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