Die Bierbänke warten schon

Biergärten im Landkreis dürfen am 18. Mai wieder öffnen

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Jetzt muss nur noch das Wetter stimmen, wenn am 18. Mai der Startschuss für die Außengastronomie fällt wie hier im Biergarten des Restaurants Fürstenfelder.

Landkreis Fürstenfeldbruck - Länger als üblich mussten die Bürger in diesem Jahr auf ihren ersten Biergartenbesuch warten. Nun am 18. Mai könnte es, sofern das Wetter mitspielt, zumindest laut der Staatsregierung wieder soweit sein. Die Gastronomen dürfen zunächst ihren Außenbereich unter Auflagen öffnen und am 25. Mai soll dann auch der Innenbereich in Betrieb genommen werden. Viel zu tun heißt es also für die Betreiber, um sich auf die neuen Richtlinien einzustellen.

Die Tische wurden auseinander gestellt, Gemüse und Fleisch sind bestellt und das Desinfektionsmittel steht bereit. Bei Ivan Oslakovic, Pächter des Kramerwirt in Germering, steht einer Eröffnung am 18. Mai nichts mehr im Wege und es werde höchste Zeit. So wie Oslakovic geht es rund 40.000 Betreibern, weiß Frank-Ulrich John, Geschäftsführer und Pressesprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA). „Die Betreiber wollen loslegen und es kommt jetzt auf jeden Tag an“, sagt John. 

Maskenpflicht nur nicht am Platz

Der Biergarten von Ivan Oslavic ist bereit.

Dabei kommt auch die Gastronomie wegen des Coronavirus nicht ohne Auflagen aus: So gelte beim Betreten und Umherlaufen Maskenpflicht, der Sicherheitsabstand sei einzuhalten und die Betreiber müssen die Daten der Kunden erfassen. Unklar bleibt bislang, wie viele Gäste erlaubt sind. „An einem Tisch dürfen zwei Wohneinheiten sitzen“, erklärt Gerhard Kohlfürst, Geschäftsführer der Fürstenfelder Gastronomie & Hotel GmbH, zu der neben dem Hotel- und Veranstaltungsbereich auch ein Biergarten sowie ein Restaurant gehören. Statt Service an einem der 65 Tische gibt es nun Selbstbedienung mit zwei Schlangen für Speisen und Getränke. „Wir haben Plexiglaswände angebracht und die Gäste müssen hier Mundschutz tragen sowie den Sicherheitsabstand einhalten“, sagt Kohlfürst.

Datenerfassung der Kunden könnte kompliziert werden

Kohlfürst sieht im Restaurant eine Erfassung der Kunden als relativ unproblematisch, da ein entsprechendes System zur Verfügung stünde. Diese Daten allerdings auch im Biergarten zu erfassen, wie in der Kabinettssitzung zur Bayerischen CoronaStrategie am 12. Mai besprochen, sieht er skeptisch: „Ich hoffe nicht, dass das kommt. Das wäre kein Spaß“, sagt er. Bei der Bezahlung hofft er, dass viele Gäste vorzugsweise mit EC-Karte bezahlen, auch mit Rücksicht auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter. 

Stefan Grahovac stellt sich auf die Richtlinien ein

Nach mehreren Wochen des Bangens um die Existenz geht es nun schrittweise in Richtung Normalität zurück. Darüber freut sich auch Gastwirt Stefan Grahovac von den Ratsstuben in Germering, der seit 35 Jahren seine Speisen und Getränke in Germering anbietet. Er hatte sich in der Vergangenheit gegen einen Liefer- und Abholservice entschieden und freut sich nun umso mehr auf die Öffnung. „Die Fixkosten laufen ja weiter, und ich habe drei Angestellte – wir müssen uns jetzt durchboxen, damit wieder Geld reinkommt“, sagt Grahovac. Und auch seine Stammgäste können eine Wiedereröffnung kaum erwarten, ihnen dankt er besonders für die Geduld. 60 Außenplätze hat das Restaurant unterhalb des Rathauses. Nun müssen die Tische auseinandergezogen werden, damit der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird, Desinfektionsmittel wird bereitgestellt und im Innenbereich herrscht Maskenpflicht – wie auch bei allen anderen Außengastronomien. Eine Woche später folgen dann auch die Speiselokale mit ihrem Innenbereich. Beim Betreten der Gaststätte und auf dem Weg zur Toilette muss die Maske weiterhin benutzt, am Tisch beim Verzehr der Speisen kann sie jedoch wieder abgelegt werden, so schreibt es die Bayerische Staatsregierung vor.

Claudia Becker/Felix Hamann

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