Wirte sind mit dem Verhalten der Gäste zurfrieden

Eine frische Maß in Biergartenatmosphäre

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Der Wirt des Ameisenstüberls, Markus Droth, freut sich, dass er endlich Gäste bedienen kann – wenn auch zunächst nur mit Mund-Nasen-Bedeckung.

Landkreis Fürstenfeldbruck - Vor gut einer Woche durften die Biergärten und Außenbereiche von Lokalen in Bayern wieder öffnen. Die Wirte im Landkreis hatten sich gut vorbereitet. Die Biergartenfreunde ließen sich jedenfalls nicht zweimal bitten. Der Ansturm am ersten Eröffnungstag war trotz der coronabedingten Auflagen überwältigend.

„Nach zehn Wochen waren die Leute einfach heiß mal wieder eine frische Maß zu trinken“, sagte Harry Faul, Wirt des Maisacher Bräustüberls und Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA). Zugleich sprach er den Menschen ein großes Lob aus. Sie haben weitgehendst die Verhaltensregeln befolgt. Wer sich nicht in die Gästeregistrierungsliste eintragen wollte, der habe halt nichts bekommen, sagte Faul. Doch das sei seines Wissens nicht vorgekommen. Ob allerdings die Eintragungen hinsichtlich Namen und Telefonnummer stimmten, das könne er nicht kontrollieren, meinte der Wirt. „Denn einen Ausweis darf ich nicht verlangen“, informierte er. Als Wirt aber habe er alles getan, was menschenmöglich sei, versichert Faul. 

Wirtschaftlich trägt sich das Modell

Auf jedem Biertisch auf der Terrasse und im Biergarten sind die Verhaltensregeln unter der Überschrift „Schön, Sie wieder bei uns zu sehen“ und die wegen des vorgeschriebenen Abstands freizuhaltenden Tische sind „Reserviert für Herrn und Frau Corona“. Auch der an den Biergarten angrenzende Spielplatz wurde desinfiziert und der Sand ausgetauscht. Ob sich der ganze Aufwand lohnt? „Ich will mal so sagen“, meint der Gastwirt, der noch selbst in der Küche steht. „Es trägt sich. Ich zahl nix drauf. Aber es ist besser, als wenn wir noch geschlossen hätten. Aber, wer den ersten Schritt nicht macht, kann den zweiten nicht machen.“

Vollbesetzter Biergarten und neue Gäste

Auch die neuen Wirtsleute des Ameisenstüberls an der Kleingartenanlage an der Amper, Markus Droth und Sabrina Dietel, sind froh, dass sie mit der Bewirtschaftung des Biergartens loslegen konnten. „Vor allem die Senioren waren froh, dass sie endlich wieder raus durften“, meint Droth und berichtet von einem vollbesetzten Biergarten gleich am ersten Öffnungstag. „Die Leute genießen einfach das Stück wiedergewonnene Freiheit.“ Natürlich mussten Droth und Dietel wegen der vorgeschriebenen Abstandsregelungen einige Tische sperren. Sie wurden kurzerhand mit großen roten Tüchern abgedeckt. Neben den vielen Stammgästen suchten aber auch viele neue Gäste den Biergarten auf. Der neue Zugang zum Biergarten, direkt vom Amper-Spazierweg, tat dabei sein Übriges. 

Bisher keine Probleme bei der Erfassung der Daten

Bei der Erfassung der Gäste gab es keine Probleme. „Den Fall, dass jemand den Namen verweigerte, den hatten wir bis jetzt noch nicht“, berichtet Droth. „Wie mit solchen Leuten zu verfahren wäre, die Antwort konnte mir selbst das Gesundheitsamt nicht geben.“ Die wegen der Corona-Auflagen zusätzlich zu erledigenden Arbeiten erfordern von den Wirtsleuten viel sportliche Fitness, meint Droth. „Wir wissen am Abend, was wir getan haben.“ Doch er will nicht jammern. „Der Aufwand lohnt sich für uns schon. Tödlich wäre, wenn wir nochmals den Betrieb wieder runterfahren müssten. Dann würde es dramatisch werden“, glaubt Droth. 

Eine Menge Mehrarbeit für die Wirte

Durch die vielen zusätzlichen Wege, es darf weder Besteck noch Pfeffer- und Salzsteuer auf den Tischen stehen, und die Leute müssen vom Eingang zu ihren Plätzen geleitet werden, fiel eine Menge Mehrarbeit an.  Dennoch sei die Popularität bayerischer Biergarten-Atmosphäre unschlagbar, so Jokic. „Ich habe sogar eine Vorbestellung von einer Familie aus der Nähe von Dortmund erhalten“, teilt der Emmeringer Wirt mit. „Die wollten unbedingt zum Vatertag kommen.“ 

Dieter Metzler

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