Bilanz der Brucker Jägerschaft

Wildschweinabschuss im Kreis Fürstenfeldbruck verdoppelt

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Ein Wildschwein auf Futtersuche

Region - Im Jagdjahr 2019/2020 war die Brucker Jägerschaft bei der Schwarzwildbejagung besonders erfolgreich.

Während es im vorangegangenen Jahr noch eine Strecke von insgesamt 421 Stück war, wurden nunmehr mit 869 Stück mehr als doppelt so viel erlegt. "Damit hat sich die Jägerschaft mit der drohenden Gefahr der ASP (Afrikanische Schweinepest) dem Apell zur aktiven Reduktion des Schwarzwildes angenommen", erklärt Sprecher Michael Pöllmann.

Der Vorsitzende der Kreisgruppe Gerhard v. Hößlin äußert sich in einer ersten Stellungnahme erfreut über diese Zahlen, würden sie doch zeigen, wie ernst die Jägerschaft des Landkreises die Sorgen der Land- und Forstwirtschaft wahrnimmt. "Mit Ansitz-Fleiß und Drückjagden wurde alles unternommen, um bereits im Vorfeld der näherrückenden Seuche die Schwarzwildpopulation so kurz als möglich zu halten" lautet Pöllmanns Zusammenfassung.

Population wegen Mais und Wetter gestiegen

Die Menge an vorhandenem Schwarzwild kann durch die mitunter weiten Strecken, die die Tiere zurücklegen, weder gezählt noch mit objektivem Anspruch geschätzt werden. Klar sei jedoch, dass die Population zunimmt. Der vermehrte Maisanbau aus Futter- und vor allem Energiemais und die steigenden Temperaturen mit milden Wintern wie in diesem Jahr, sind für die Wildschweine ideale Voraussetzungen für deren Vermehrung. „Mit harten Wintern reduziert sich der Bestand an Frischlingen, die normalerweise im März/April gesetzt werden, auf natürliche Art und Weise. Ohne diese natürliche Regulierung erhöht sich die Reproduktionsrate bei Würfen von vier bis acht Frischlingen leicht auf 400 Prozent“, erzählt der Sprecher der Kreisgruppe. 

Zusammenarbeit mit Landwirten sei gut

„Hier ist das ständige Zusammenarbeiten von Landwirten und Jägern gefragt, um dem entgegenzuwirken und so daraus resultierende Schäden zu vermeiden. Das hat im vergangenen Jagdjahr in ganzen Landkreis Fürstenfeldbruck besonders gut funktioniert.“

Bei Rehwildjagd "gut dabei"

Hinsichtlich der Rehwildbejagung liege die Jäger ebenfalls gut im Rennen. Bisher wurden mit 2.414 Stück 34 Prozent des Sollabschusses für den mit dem letzten Jahr begonnenen Drei-Jahres-Zyklus von insgesamt 7.150 Stück erreicht. Damit würden laut Pöllmann die Jäger des Landkreises eine gute Grundlage für die Entwicklungen schaffen, die sich in den letzten Jahren eingestellt haben. 

Viele weitere Herausforderungen

Dennoch sei aller Fleiß der Jäger nicht imstande, die Herausforderungen der Zukunft allein zu lösen. "Borkenkäfer, in den Keller fallende Holzpreise, eine nötige Umstrukturierung des Waldes, eine Landwirtschaft, die als Bestandteil einer gesunden Nahrungsmittelversorgung nebst großer Konkurrenz aus dem Ausland einem hohen Preisdruck gegenübersteht und mittlerweile zur Energiegewinnung beitragen soll, das Freizeitverhalten der Erholungssuchenden, der Erhalt der Artenvielfalt und eine öffentliche Meinung, die zwar mehrheitlich einen biologisch-regionalen Anspruch formuliert, sich aber im Konsumverhalten dazu deutlich widerspricht, sind die Aspekte, die ein Miteinander aller Interessensvertreter so unerlässlich wie notwendig machen, um diesen Herausforderungen zu begegnen", zählt Pöllmann auf. Die Jäger hätten jedenfalls gezeigt, dass sie ihren Beitrag dazu leisten können und wollen.

red

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