Ein Blick hinter die Kulissen bei den Gärtnern des Germeringer Bauhofs

Orange ist ihre Farbe

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Damit alles grünt und blüht, sind sie im Sommer nahezu täglich unterwegs: die drei Gießfahrzeuge des Bauhofs.

Germering - Orange ist ihre Farbe, denn orange sind die Fahrzeuge, mit denen sie im Stadtgebiet unterwegs sind. Doch was die 34 Garten- und Landschaftsbauer tatsächlich auszeichnet, sind ihre grünen Daumen.

Dank ihrer guten Pflege und ihrem Fachwissen grünt und blüht es in Germering beinahe das ganze Jahr über ununterbrochen. Den Anfang machen im Frühjahr über 7.500 Krokusse, Osterglocken und Tulpen auf der Krokuswiese vor dem Rathaus und auf den Verkehrsinseln. Zwiebeln, die im Schnitt alle vier Jahre ausgetauscht werden müssen. Sind sie verblüht, werden rund 2.300 Sommerpflanzen eingesetzt und im Herbst noch einmal gegen knapp 3.000 robuste Spätblüher getauscht. Zwischendurch wird gejätet, damit sich das weniger erwünschte Wildkraut nicht allzu sehr zwischen ihnen breit macht. Blühwiesen, wie jene im Gewerbegebiet Germeringer Norden, säen sich zwar selbst aus und sorgen für zusätzliche Artenvielfalt, Arbeit machen sie trotzdem. 

Permanente Arbeit

„Die sonnigen Magerwiesen müssen ein bis zweimal im Jahr gemäht und anschließend von Hand abgerecht werden“, erklärt Bauhofleiterin Monika Schindler. Überhaupt sind die Mähmaschinen und Rasenmäher im Sommer nahezu pausenlos im Einsatz. Die Wiesen rund um den Germeringer See und die Liegewiesen im Freibad werden wöchentlich gemäht. Dazu kommen die Grünflächen auf den beiden Friedhöfen und mehrere hundert Kilometer sogenanntes Straßenbegleitgrün, denen die Gärtner im fließenden Verkehr zu Leibe rücken müssen. Auch die Büsche und Bäume im Stadtgebiet werden vom Gärtnerteam fachgerecht gestutzt und das Grüngut anschließend im Hackschnitzelwerk am Hochrainweg abgeliefert. Und sollte der Baumkontrolleur des städtischen Umweltamts feststellen, dass ein Baum ersetzt werden muss, übernehmen sie auch diese Arbeiten. 

Spezielle Gießfahrzeuge

Drei spezielle, orangefarbene Fahrzeuge sieht man derzeit nahezu täglich in Germering. Schmale LKW, ausgestattet mit einem großen Wassertank samt Gießarm und Gartenschlauch. Mit ihm machen sich die Gärtner auf den Weg, um die Blumen in den Pflanztrögen und in den Beeten sowie die frisch gepflanzten Bäume zu wässern. „Wir werden immer wieder gefragt, warum wir auch bei Regen oder Gewitter gießen“, erzählt Schindler. Die Antwort ist einfach. Der Regen allein reicht nicht aus. „In den Pflanztrögen befinden sich Gießsäcke und Steinwolle, die richtig voll sein müssen, damit die Pflanzen das Wasser über einen längeren Zeitraum erhalten und nicht vertrocknen.“ Und die jungen Bäume und Beetpflanzen lassen ohne ausreichend Wasser ebenfalls schnell die Köpfe hängen. Nicht den Kopf hängen lassen, brauchen Jugendliche, die beim Germeringer Bauhof gerne eine Ausbildung im Bereich Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) absolvieren wollen. „Wir bilden jedes Jahr einen Lehrling aus. Interessenten sind herzlich willkommen.“ Themenbereiche, die in Germering nicht gelehrt werden können, wie etwa Teich- oder Mauerbau, werden in Schulungen der DEULA, einem Berufsbildungszentrum für Landwirtschaft und Gartenbau in Freising, vermittelt. Und bei der Neugestaltung von Kreisverkehren oder Verkehrsinseln können die Bauhofgärtner ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Mit dem Ergebnis, dass das Stadtgebiet noch ein Stückchen schöner und vor allem grüner wird.

red

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