Unbekannte schlagen Scheiben von Bücherschrank ein

Blinde Zerstörungswut in Germering

Einer aufmerksamen Germeringerin war der Vandalismus aufgefallen - sie stöbere immer gerne im Bücherschrank nach spannenden Büchern.
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Einer aufmerksamen Germeringerin war der Vandalismus aufgefallen - sie stöbere immer gerne im Bücherschrank nach spannenden Büchern.
  • Claudia Becker
    VonClaudia Becker
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Germering – Voller Stolz hatten die Schüler der Werk-AG der Eugen-Papst-Schule und Lehrer Oliver Beran den Bücherschrank, der einer von Zweien in Germering ist, im September 2019 im Zenja-Park eingeweiht. Nun demolierten Unbekannte das „BücherEi“ in der Planeggerstraße und zerstörten die vier Glasscheiben.

Bei einer Sitzung des Hauptausschusses wurde im Juni 2018 beschlossen, zwei offene Bücherschränke für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Ganz nach dem Motto: teilen tauschen, lesen, genießen. Germeringern sollte Literatur frei zugänglich zum Tauschen und Schmökern angeboten werden. Unter der Leitung von Oliver Beran machten sich die Schüler dann ans Werk. Herauskamen nach langwieriger detailgetreuer Arbeit eine LeseEule und ein BücherEi. Auch regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls Aufräumarbeiten übernahmen Ehrenamtliche. Nun bemerkte eine aufmerksame Germeringerin, dass die Scheiben des Schrankes zerstört wurden – gerade bei dem aktuell winterlichen Wetter drohen die Bücher so feucht und klamm zu werden – und der eigentliche Sinn, die nachhaltige Weitergabe der Bücher, geht verloren. Eine Tatsache, die insbesondere in den sozialen Netzwerken von den Germeringer Bürgern heiß diskutiert wird. Das Thema Vandalismus und die dabei gezeigte Rücksichtslosigkeit scheint in letzter Zeit ein alltägliches Problem in der Großen Kreisstadt geworden zu sein. So berichten Bürger immer wieder von abgelegten Autoreifen im Wald, der demolierten Bahnhofstoilette oder gestohlenen Fahrrädern.

Waldweihnachtsbaum-Aktion torpediert

Als schöne Idee gedacht, hatte Henriette Dölker bereits im letzten Jahr einen Baum im Bannwald geschmückt. Wir berichteten. Alle Germeringer wurden aufgerufen diesen zu suchen und ebenfalls Weihnachtsschmuck hinzuzufügen – eine echte Schnitzeljagd für die ganze Familie, so der Gedanke. Auch heuer wollte Dölker diese Aktion wieder starten. Die Kugeln hatte sie im letzten Jahr, ganz nachhaltig und umweltbewusst, wieder abgenommen und gut verstaut, um sie nun wieder zum Dekorieren benutzen zu können.

So fand Henriette Dölker den Weihnachtsbaum vor.

Gesagt getan, doch bereits nach einem Tag musste sie feststellen, dass jemand alle Kugeln abgehängt und neben den Baum auf einen Haufen gelegt hatte. „Welcher herzlose Mensch macht so etwas?“, fragt sie auf Facebook. Ironisch fügt sie hinzu, dass sie ja dankbar sein müsse, dass der Weihnachtsschmuck nicht auch noch zerstört wurde. Die Vorfreude war bei vielen bereits geweckt, Dölker wolle die Aktion eigentlich unter diesen Umständen nicht ausführen. Die Sorge vor einer Wiederholung sei zu groß, sagt sie zunächst enttäuscht. Da die positiven Rückmeldungen auf Facebook jedoch so groß waren, möchte sie doch einen weiteren Anlauf starten und dieses Mal einen Zettel an den Baum hängen. Dieser soll explizit darauf hinweisen, warum der Baum mitten im Wald geschmückt sei.

Becker

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