Polizeipräsidium Oberbayern Nord bilanziert Geschwindigkeitskontrollwoche "Fuß weg vom Gaspedal" 

Das Risiko, durch zu hohe Geschwindigkeit im Straßenverkehr umzukommen, ist rund dreimal höher, als durch Tötungsdelikte 

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"Fuß weg vom Gas". Ein Großteil der Verkehrsteillnehmer war bei der Geschwindigkeitskontrollwoche langsamer unterwegs, doch einige Fahrer schafften es wieder in die Negativ-Hit-Liste.

Fürstenfeldbruck – Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord bilanzierte die Geschwindigkeitskontrollwoche.  „Fuß weg vom Gaspedal“ mit diesem Appell sensibilisierte Bayerns Innen- und Verkehrsminister bereits im vergangenem Jahr im Rahmen einer landesweit durchgeführten Geschwindigkeitskontrollwoche die Verkehrsteilnehmer. Auch in diesem Jahr wurde Rasern auf Bayerns Straßen bei Nichteinhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit eine Woche lang verstärkt die rote Kelle gezeigt. Absoluter Spitzenreiter war ein Motorradfahrer, der auf der B533 bei Hengersberg mit 197 Stundenkilometern statt der erlaubten 100 unterwegs war.

Einen besonderen Schwerpunkt der Messaktionen bildeten hierbei Landstraßen und Örtlichkeiten in der Nähe von Schulen und Kindergärten. Start der Aktion war, wie im letzten Jahr der 24-Stunden-Blitzmarathon. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord wurden deshalb mit mobilen Geschwindigkeitsmessanlagen flächendeckend, vom 18. bis 25. September, insgesamt 70.860 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei konnten 1.859 Geschwindigkeitssünder registriert werden. Dieses Ergebnis zeigt, dass sich ein Großteil der Verkehrsteilnehmer an Geschwindigkeitsregelungen hält und die in den Medien vorangekündigte Geschwindigkeitskontrollwoche sich positiv auf das Fahrverhalten der Fahrzeugführer auswirkte, so das PP Oberbayern Nord. 

 Allerdings gab es auch in dieser Woche vereinzelt Raser, die sich nicht an Geschwindigkeitsvorgaben hielten: - im Landkreis Ebersberg, Gemeindebereich Forstinning, wurde beispielsweise ein männlicher Fahrzeugführer aus dem Landkreis Mühldorf mit 132 km/h bei erlaubten 70 km/h - im Landkreis Landsberg am Lech, auf der B 17, im Bereich Unterdießen, eine 60-jährige Frau, die in Richtung Schongau unterwegs war, mit 143 km/h bei erlaubten 100 km/h - im Landkreis Eichstätt, auf der Staatsstraße 2392, bei Altmeinstein (außerorts) ein 30 bis 40-jähriger Audifahrer mit 138 km/h bei erlaubten 80 km/h gemessen. Besonders rücksichtsloses Fahrverhalten zeigte eine 68-jährige Fahrzeugführerin im Landkreis Dachau. Die Verkehrsteilnehmerin wurde in der Theodor-Heuss-Straße, in unmittelbarer Nähe von Schulen, mit 63 km/h in der Zone 30 gemessen. "Geschwindigkeitssünder gefährden ihr eigenes und fremdes Leben! Noch immer sind Geschwindigkeitsverstöße Unfallursache Nummer 1 auf Bayerns Straßen." Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord appelliert deshalb an die Vernunft jedes einzelnen Verkehrsteilnehmers, sich an Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten. Ziel der Geschwindigkeitswoche war es, einen Umdenkprozess der Straßenverkehrsteilnehmer herbeizuführen, um so die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen dauerhaft zu senken. 

Wie Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann am Freitag, 26. 9. 2014  mitgeteilt hat, wurden beim Bayerischen Blitzmarathon 2014 vom 18. bis zum 25. September bayernweit  888.076 Fahrzeuge kontrolliert und 26.402 Geschwindigkeitsverstöße an mehr als 2.000 Messstellen festgestellt. Absoluter Spitzenreiter war "ein offenbar lebensmüder Motorradfahrer", der auf der B533 bei Hengersberg mit 197 Stundenkilometern statt der erlaubten 100 unterwegs war. "Dafür drohen dem unverantwortlichen Raser 1.200 Euro Geldbuße, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot", so Herrmann und mahnte: "Wer zu schnell fährt, riskiert sein Leben und das der anderen! Wo die Einsicht fehlt, wird die Bayerische Polizei mit konsequenten Kontrollen nachhelfen."  

Beim diesjährigen Bayerischen Blitzmarathon waren insgesamt rund 1.500 Polizisten eingesetzt. "Unsere Geschwindigkeitskontrollen fanden gezielt vor allem auf Landstraßen sowie an Schulen und Kindergärten statt, da dort zu hohe Geschwindigkeit besonders gefährlich ist", erläuterte der Innenminister. Ziel der auf www.sichermobil.bayern.de vorab veröffentlichten Kontrollstellen war, dass sich Verkehrsteilnehmer die Tempolimits wieder bewusst vor Augen führen. "Das Gros der Autofahrer war während des Blitzmarathon auch tatsächlich langsamer unterwegs", sagte Herrmann. "Sonst gehen der Polizei rund doppelt so viele Raser ins Netz." Der Innenminister hofft auf einen nachhaltigen Effekt des Blitzmarathons. Daher wurden möglichst viele Verkehrssünder von der Polizei gleich aufgehalten und über die hohen Unfallgefahren aufgeklärt. Denn im vergangenen Jahr starben allein durch Geschwindigkeitsunfälle 200 Menschen auf Bayerns Straßen. 

"Was viele nicht wissen: Das Risiko, durch zu hohe Geschwindigkeit im Straßenverkehr umzukommen, ist rund dreimal höher, als durch Tötungsdelikte", erklärte Herrmann. 

Zu hohe Geschwindigkeit sei deshalb kein Kavaliersdelikt. Nur wenige Stundenkilometer zu viel können zu einem verhängnisvollen Unfall führen. "Deshalb gilt die Devise: Fuß vom Gas!"

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