Bonsai und Ikebana - Gartenfreunde Grafrath zeigten Exponate aus Japan

Im 2011 bereits 100jährigen LWF-Versuchsgarten zeigte sich Japan jetzt von einer besonders schönen Seite: Mit Bonsai, Ikebana, Keramikkunst und einem Origami-Kinderprogramm. Der Garten selbst ist schon eine Fülle an Baum-Exoten. Unter 200 verschiedenen Baumarten befinden sich hier auch zahlreiche Beispiele aus dem Reich Nippon.

Dies dank der besonderen Lehramtsverbundenheit von Prof. Heinrich Mayr, Gründer des Versuchsgartens, mit der Akademie für Land- und Forstwirtschaft im fernen Tokyo im 19. Jh. Das dominierende Thema in der Veranstaltung der Gartenfreunde Grafrath e.V. war jedoch ‚Bonsai … David trifft Goliath’, eindrucksvoll vorgestellt vom benachbarten Bonsai Garten Hofstetten und dem Bonsai Arbeitskreis Fürstenfeldbruck. Obwohl ‚Bonsai’ (japanisch „Anpflanzung in der Schale“) im Ursprung in der Gartenkunst des chines. Kaiserreichs entstand, haben japanische Gartenkünstler diesen Zweig eines minimierten Wachstums in Jahrhunderten perfektioniert. Diese Kunst, auf kleinem Raum herrliche Naturlandschaften hervorzubringen, würdigte Junichi Kosuge, Japans Münchner Generalkonsul für Bayern und Bad.-Württemberg. Seine Stellvertreterin, Frau Funaki-Kobayashi, ehrte bei ihrem Besuch den deutschen Prof. Heinrich Mayr mit einer Gedenksteineinweihung für seine Verdienste in ihrer Heimat. Sie wurde von Norbert Stöppel, 1. Vors. der Grafrather Gartenfreunde, willkommen geheißen. Das Rahmenprogramm zum Bonsai-Schwerpunkt sah Gartenführungen zu unterschiedlichen Themen vor, hierbei vorrangig jedoch ‚Japanische Bäume’. Ikebana-Vorführungen und -Arbeitsanleitungen behandelte Ingrid Eichinger im Gewächshaus des Versuchsgartens und damit sehr anschaulich die traditionelle japanische Kunst des Blumenstellens. Eine wesentliche Ergänzung hierzu fand sich mit den altjapanischen Keramiken von Gudrun Paysen. Sie lebte 12 Jahre in Japan und eignete sich die Fertigkeiten mit dem Grundmaterial und die besondere Gestaltungslebendigkeit an: „Kleine Unregelmäßigkeiten, nicht ganz perfekte Konturen, Zufälle des Brandes.“ In einem weiteren Bereich behandelte Andrea Leuchs aus München naturnah Blätter, Baumrinde, Holzscheite und schrieb mit Tusche und Pinsel Gedanken, Geschichten und Erinnerungen nieder: „Menschliche Denkspuren auf die Haut der Natur“. Die Grafrather Kranzbinderinnen stellten ihre Arbeiten zu farbig leuchtenden Herbstkränzen vor, alles gewonnen aus den Materialien des Versuchgartens.

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