Kritische Diskussion in Grafrath mit den Grünen zu Plänen eines Investors 

XXL-Supermarkt mit Arztpraxen und Wohnungen in Grafrath?

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Der Kreisverkehr in Grafrath mit dem    Schutzpatron, dem hl. Rasso, nach dem die Wallfahrts-Kirche benannt ist. 

Grafrath – Um die geplante Bebauung der Damian- und Weinberger-Grundstücke in der Hauptstraße östlich der Schule von Grafrath ging es bei einer Informationsveranstaltung in Grafrath, zu der die Grünen eingeladen hatten. 

Bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung  am 5. 2. 2013 im Dampfschiff,  zu der die Grünen des Ortsverbandes Grafrath/ Kottgeisering eingeladen hatten, ging es um die geplante Bebauung der Damian- und Weinberger- Grundstücke in der Hauptstraße östlich der Schule. Die Baubetreuungs-Firma Schwarz hat Interesse bekundet, die gesamten Grundstücke mit einem 1200 qm großen Supermarkt, einer Bäckerei, einem Getränkemarkt, Arztpraxen und Wohnungen im ersten Stock, 40 Tiefgaragen- und 90 oberirdischen Parkplätzen zu bebauen. Hinzu kommt noch die Planung eines Heizwerks zur Nahwärmeversorgung.


 Nach einem Beschluss des Gemeinderats im Oktober wurde das vorgestellte Konzept des Investors weiter verfolgt und  im  Januar folgte ein Gemeinderatsbeschluss für die Aufstellung eines entsprechenden Vorhabens-bezogenen Bebauungsplans. Gegen diese überdimensionierte Planung wendet sich der Grüne Ortsverband – Er strebt einen Bürgerentscheid zu den vorgelegten Plänen an. Diskussionsführer Roger Struzena, Grünes Gemeinderatsmitglied eröffnete die Gesprächsrunde mit der Frage „Was braucht Grafrath“? Eine Nahversorgung sei zwar bei den Grafrathern sehr willkommen, es ist aber fraglich, ob ein so großer Markt nötig sei. Dabei ginge es wohl weniger um die Bedürfnisse der Bürger, sondern um die Markt - und Gewinnschancen. Wichtig seien Geschäfte wie Drogerie und Schreibwaren, die in den letzten Jahren verschwunden sind. Außerdem sprachen sich die Grünen gegen eine großflächige Versiegelung der Grundstücke aus.

 Ein weiterer Grund gegen das Vorhaben ist die erhöhte Verkehrsbelastung auf der Hauptstraße, vorbei an Schule, Kindergarten und Kinderkrippe. „Zurzeit fahren etwa 1550 Kfz auf dieser Strecke. Beim Bau des Supermarktes würde der Verkehr um 100% zunehmen“, so Roger Struzena. Auch bestehe die Gefahr, dass diese „überdimensionierte Ortsmitteplanung“ das Ortsbild verschandele. Vielmehr solle eine Ortsplanung sowohl Einkaufsbedürfnisse als auch Aspekte der Lebensqualität berücksichtigen. In der anschließenden Diskussionsrunde fragten die Bürger vor allem nach, warum der Investor einen 1200 qm Supermarkt anstrebe? Andere Märkte in der Umgebung können auch mit nur 800 qm existieren. 

Welche Rolle spielen dabei die Grundstückspreise? Auch stellte sich die Frage nach einer alternativen Planung für die beiden Grundstücke, z. B. für einen Sozialstützpunkt wie ein ‚Mehrgenerationen-Wohnen’. Das größte Problem stelle  nach Meinung einer Grafratherin das hohe Verkehrsaufkommen an der Hauptstraße dar. Dr. Hartwig Hagenguth, Erster Bürgermeister der Gemeinde Grafrath, verwies auf eine mögliche Zufahrt von der B471 aus, um die Hauptstraße zu entlasten. Dazu müsste aber ein vom Investor bezahlter Verkehrsgutachter beauftragt werden, um die Situation zu beurteilen. Zusammenfassend brachte die Diskussion keine Lösung. 

Nicole Burk

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