Einmaliger Brauch in Europa

Willibaldritt lockt aus nah und fern

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Zum 295. Mal fand am vergangenen Sonntag in Jesenwang der traditionelle Willibaldritt statt, mit dem jedes Jahr ein Gelöbnis erneuert wird (siehe rechts). Über 300 Reiter und Kutschen nahmen bei hochsommerlichen Temperaturen an der Brauchtumsveranstaltung teil.

Jesenwang – In einer feierlichen Prozession zogen Ross und Reiter vom Gemeinschaftshaus in Jesenwang, vorbei an der Pfarrkirche über die Römerstraße zur Willibaldkirche. An der Spitze des Zuges ritt der sogenannte Kreuzreiter Leonhard Schmid. Er trug ein geschmücktes Kreuz mit einer Jesusfigur und wurde flankiert von zwei weiteren Reitern. Der Heilige Willibald mit Bruder Wunibald und Schwester Walburga durften nicht fehlen. Ebenso die Geistlichkeit. Während Pfarrer Wolfgang Huber und Diakon Tomislav Rukavina hoch zu Ross im Festzug mitritten, zog Pfarrerin Sabine Huber die Kutsche vor. 

In Europa einmaliger Brauch

Es strömten einige tausend Besucher aus nah und fern, um bei diesem einmaligen Schauspiel der Pferdesegnung dabei zu sein. Die Veranstaltung wurde vom Freundeskreis St. Willibald und der Gemeinde organisiert. Damit die Tiere den Segen empfangen können, ritten Ross und Reiter dabei durch die 1478 von Abt Jodok errichtete kleine Kirche. Dieser Brauch ist in Europa einmalig. 

Tradition in moderner Gesellschaft

Jesenwangs Bürgermeister Erwin Fraunhofer freute sich über das große Interesse. „Es ist schön, dass in unserer modernen Gesellschaft die Tradition fortlebt“, sagte er. Der Vorsitzende des Fördervereins Martin Schmid lobte die Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen. „Wenn es wieder soweit ist in Jesenwang, läuft es ab wie ein Uhrwerk.“ 

Im Schatten eines Kastanienhains konnten sich Besucher und Teilnehmer Getränke und Würstl schmecken lassen.

Hintergrund des Brauches

Der Willibaldritt geht auf ein Gelöbnis zurück, das Jesenwanger Bauern im Jahre 1712 ablegten, als sie in ihrer Not vom Heiligen Willibald Hilfe erflehten. Damals grassierte in der Gegend eine Viehseuche, der hauptsächlich Pferde zum Opfer fielen. Die Jesenwanger „verlobten“ sich mit dem Heiligen, heißt es, woraufhin es keine Vieherkrankungen mehr gegeben haben soll. Seitdem findet der Willibaldritt, mit einigen Ausnahmen, jedes Jahr statt.

Dieter Metzler

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