Breitband-Pilotprojekt im Landkreis FFB - Vorbild für den Daten-Highway-Ausbau in ganz Deutschland

Der Landkreis Fürstenfeldbruck hat zusammen mit der Regierung von Oberbayern als zweiter bayerischer Landkreis nach Neuburg-Schrobenhausen einen so genannten „Grabungsatlas“ für den Breitbandausbau und das schnelle Internet erstellt. Durch eine digitale Koordinierung der laufenden und in den nächsten Jahren anstehenden Tiefbauvorhaben im Landkreis soll damit den Anbietern von schnellen Internetdiensten eine bis zu 80 Prozent kostensparende Kabelverlegung ermöglicht werden.

„Mit dem Grabungsatlas ist es wie mit dem Ei des Kolumbus – der Gedanke klingt einfach, man muss nur so handeln. Bisher gibt es diese großflächigen Koordinierungsinitiativen nur in Oberbayern, aber mittlerweile bekommen wir bundesweite Anfragen zu unserem Erfolgsprojekt“, berichtete Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. „Als genial einfache Sache“, bezeichnete Brucks Landrat Thomas Karmasin das Modellprojekt bei der Vorstellung im Landratsamt Fürstenfeldbruck am 20. Juli. Nach der Erfassung sämtlicher Tiefbauplanungen seit dem Projektstart im Dezember 2009 durch das Landratsamt Fürstenfeldbruck, dazu zählen unter anderem Straßenbaumaßnahmen, Kanalarbeiten oder Radwege, sind nunmehr alle Vorhaben im Grabungsatlas digital erfasst, werden ständig aktualisiert und sind über das Internet abrufbar. So haben alle Gemeinden und Breitbandplaner die nötigen Informationen, um diese Baumaßnahmen zur kostengünstigen Leerrohr- oder gar Kabelverlegung mit nutzen zu können. Der Grabungsatlas ist damit eine wichtige zusätzliche Planungshilfe, insbesondere für die mittel- und langfristig notwendigen, mit Glasfaser arbeitenden Hochleistungsnetze. Um die Investitionskosten für die Breitbandversorgung im Idealfall auf ein Achtel zu senken, ist der Grabungsatlas ein vielversprechender Ansatz. Denn ein wesentlicher Kostenfaktor beim terrestrischen Ausbau seien die dafür nötigen Baugruben, erläuterte Hillenbrand. Insbesondere durch eine gemeindeübergreifende Betrachtung würden sich Synergieeffekte ergeben, die erhebliche Kosten sparen helfen, so Hillenbrand. Könne man die Bauarbeiten anderer Infrastrukturmaßnahmen mit nutzen, so würden Glasfaserleitungen mit acht- bis zehnfacher Länge zum gleichen Preis möglich sein. Regierungspräsident Hillenbrand ist allerdings überzeugt, dass auch mit diesem neuen Instrument aktuelle Funk- oder Hybridlösungen, die kurzfristig eine Mindestversorgung im Bereich von 1 – 2 Mbit/s garantieren sollen, nicht überflüssig werden. Selbstverständlich muss die Mindestversorgung für einen tauglichen Internetzugang, gerade in den ländlichen Regionen mit allen Mitteln jetzt schnellstmöglich flächendeckend geschaffen werden. Aktuell haben dazu in Oberbayern insgesamt 66 Kommunen eine Förderung für die Breitbanderschließung erhalten, die sich sowohl auf funk- als auch auf kabelbasierten Lösungen stützt. Es geht dabei um ein Investitionsvolumen von über 9,2 Millionen Euro. Die Regierung von Oberbayern hat hierfür bisher rund 4,5 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt. Mit jedem neuen Förderbescheid komme man dem Ziel einer lückenlosen Breitbandversorgung in der Fläche ein Stück näher, so Hillenbrand.

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