Brennstoffzellen und Hybridsysteme in Puchheimer Unternehmen sollen CO2-Ausstoß senken

Weltweit hat sich seit dem Jahre 2001 der CO2 Ausstoß von 24.900 Millionen Tonnen auf 30.900 Millionen Tonnen erhöht. In Deutschland verbraucht jeder Einwohner im Durchschnitt 48.000 kWh Primärenergie pro Jahr; die pro Kopf Emission an Kohlendioxid beträgt ca. 10 Tonnen pro Jahr. Fast 30 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen dabei auf den Verkehr. Die Wirtschaft werde in den nächsten Jahren gezwungen sein, ihren CO2 Ausstoß drastisch zu senken, informierte Dr. Joachim Kroemer, Physiker und Vertriebsleiter von Proton Motor in Puchheim bei einer Info-Veranstaltung, die von der ortsansässigen SPD initiiert worden ist. Circa 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil, die mit einer Führung durch die Entwicklungs- und Produktionshallen endete.

Mit Brennstoffzellen betriebene Fahrzeuge nutzen die im Wasserstoff enthaltene Energie. Dabei wandelt eine Brennstoffzelle Wasserstoff mit Hilfe von Luft in elektrischen Strom um. Bei der Verbrennung entsteht als Abgas lediglich Wasserdampf. Gerade im Fahrzeugbereich stellen sie somit eine echte Chance dar, in absehbarer Zeit den CO2 Ausstoß drastisch zu senken und gleichzeitig den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren. Das Puchheimer Unternehmen Proton Motor, das vor zwei Jahren mit seinen 45 Mitarbeitern von Starnberg nach Puchheim umzog, hat sich auf Brennstoffzellen- und Hybridsysteme spezialisiert. Die Firma präsentiert komplette Systeme aus einer Hand – von der Entwicklung und Herstellung bis zur Implementierung maßgeschneiderter Lösungen. Auf diesem Gebiet blickt das Unternehmen inzwischen auf eine 13-jährige Erfahrung zurück. Im Jahre 2008 wurde das Unternehmen für ihren Triple-Hybrid-Antrieb für Nutzfahrzeuge mit dem Bayerischen Innovationspreis ausgezeichnet. Der Preis zählt zu den höchstdotierten Wirtschaftspreisen, die in Deutschland verliehen werden. Die Triple-Hybrid-Technologie kombiniert die Vorteile von Brennstoffzelle, Batterien und Superkondensatoren und bringt für Anwender erhebliche Energie- und Kostenersparnisse. Sie führt bei stop-and-go-betriebenen Fahrzeugen wie zum Beispiel bei Gabelstaplern oder Stadtbussen zu Energieeinsparungen von 30 bis 60 Prozent. Darüber hinaus sind sie leise, benötigen keine fossilen Brennstoffe und bieten die Aussicht, die Abhängigkeit vom Erdöl, mit den immer drastischer zu spürenden Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit sowie den extrem stark ansteigenden Kosten, zu überwinden. Ziel von Proton Motor, das bereits heute schon mit Nullemissionslösungen den Nachhaltigkeits- und Ökologiegedanken in die Praxis umsetzt und damit eine Vorreiterrolle in Deutschland einnimmt, ist es, noch vor der Automobilindustrie den Brennstoffzellenantrieb zur Serienreife zu führen und wirtschaftlich zu produzieren. Viele Hürden sind jedoch für die uneingeschränkte Nutzung des Wasserstoffs noch zu überwinden. Schon allein der Transport ist schwierig: Um Wasserstoff problemlos transportieren zu können, muss er in flüssiger Form auf -253 Grad herunter gekühlt oder unter einem Druck von 700 bar komprimiert werden. Außer der zu gewährenden Sicherheit bei Transport und Tankbefüllung wirft auch die Infrastruktur derzeit noch Probleme auf. Tankanlagen sind in Deutschland noch selten und dazu sehr teuer. .

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