Zwischen Lichtblick und falsches Signal

Brucker Christkindlmarkt abgesagt - für Fürstenfelder Adventmarkt besteht noch Hoffnung

In der Dämmerung leuchtet ein Stern auf dem Klostergelände Fürstenfeld in FFB
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Während der Brucker Christkindlmarkt definitiv abgesagt ist, steht der Fürstenfelder Adventsmarkt auf dem Klosterareal noch auf der Kippe.

Fürstenfeldbruck – Der Brucker Christkindlmarkt, der heuer aufgrund der Corona-Pandemie vom Viehmarkt- auf den Volksfestplatz hätte verlegt werden sollen, wurde angesichts der hohen Infektionszahlen komplett abgesagt. Ein wenig Hoffnung gibt es noch für den Adventsmarkt im Veranstaltungsforum. Hier will man die weitere Entwicklung abwarten.

Bereits Mitte August machte man sich in der Stadtverwaltung Gedanken über die Durchführung des diesjährigen Christkindlmarktes, der normalerweise an den vier Adventswochenenden auf dem Viehmarktplatz stattfindet. Zentrale Punkte hierbei waren aufgrund der Pandemie die Berücksichtigung eines erhöhten Platzbedarfs und die Erstellung eines Hygienekonzeptes. So sollte die Veranstaltung heuer auf dem Volksfestplatz stattfinden – mit reduziertem Rahmenprogramm, das heißt ohne Perchtenlauf oder Nikolausbesuch, sowie einer Begrenzung von maximal 228 Besuchern, die sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten dürfen. Die aktuelle Entwicklung der Infektionszahlen hat jedoch alle Überlegungen zunichte gemacht.

Vereinzelte Stände werden überprüft

Einstimmig beschloss der Kultur- und Werkausschuss auf seiner jüngsten Sitzung eine Absage. Laut Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) „wäre dies ein völlig falsches Signal“, wie Rechtsamtsleiter Christian Kieser mitteilte. Stattdessen will man prüfen, ob einzelne Stände dezentral über das gesamte Stadtgebiet verteilt, ihre Produkte wie Kunsthandwerk oder gebrannte Mandeln anbieten könnten. Hauptamtsleiter Roland Klehr sagte, dass bereits neun Standbetreiber Interesse bekundet hätten.

Für Adventsmarkt in Fürstenfeld noch Hoffnung

Kontrovers diskutiert wurde dagegen über den Adventsmarkt in Fürstenfeld. Werkleiter Norbert Leinweber hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Inzidenzwert bis dahin unter 100 sinken könnte. Dann wäre die Veranstaltung auf dem weitläufigen Klostergelände seiner Meinung nach durchführbar. Auf 13.000 Quadratmeter würden 20 Stände – statt wie üblicherweise 60 in der Tenne – unter freiem Himmel verteilt werden. Leinweber hält eine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht. Die Veranstaltung könne immer noch kurzfristig abgesagt werden. Zudem sei es nicht nachvollziehbar, dass Kunden weiterhin in Baumärkten einkaufen dürften, nicht aber bei lokalen Anbietern von Kunstgewerbe auf einem Adventsmarkt an der frischen Luft.

Lichtblick oder falsches Signal?

Klaus Wollenberg wiederum hält es „Stand heute für unverantwortlich, eine solche Veranstaltung zu planen.“ Der FDP-Politiker befürchtet einen nicht zu beherrschenden Ansturm auf Fürstenfeld, da dies der einzige Adventsmarkt weit und breit wäre. Zudem würde „ein Wust von Negativschlagzeilen das jahrelang erarbeitete gute Image des Veranstaltungsforums nachhaltig beschädigen.“ Hans Schilling (CSU) hält es für „ein brutales Risiko“, das man eingehen würde und Parteikollege Robert Aldini, Neurochirurg im Brucker Krankenhaus, konstatierte, dass „dies nicht die Zeit zum Feiern“ sei, während in der Klinik coronabedingt drei Stationen freigeräumt werden müssen. Man könne Christkindl- und Adventsmarkt nicht miteinander vergleichen, befand Florian Weber (Die Partei). Das Konzept sei überzeugend und den Besucherstrom könne man mit Online-Tickets steuern. Auch Lisa Rubin (BBV), Dieter Kreis (ÖDP), Tina Jäger (SPD) und Judith Schacherl (Grüne) unterstützten Leinweber. Man müsse sich die Entscheidung offen halten. Wenn es die Zahlen hergeben, sei so eine Veranstaltung auch ein Lichtblick in diesen Zeiten. Außerdem ginge es für viele Aussteller um ihre Existenz.

Knappe Entscheidung

Eine knappe Ausschussmehrheit von acht zu sieben Stimmen beschloss schließlich, die weitere Entwicklung erst einmal abzuwarten. Kieser machte darauf aufmerksam, dass neben dem OB, der sich für eine Absage aussprach, auch das Landratsamt darüber zu entscheiden habe.
Peter Fischer

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