Corona-Schnelltest auf Antikörper

Brucker Feuerwehrler nahmen Studie zur Corona-Immunität teil

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Ein Feuerwehrmann aus Fürstenfeldbruck beim Test durch Dr. Quak von Medsyne.

Fürstenfeldbruck - In Zeiten der Corona-Pandemie versuchen viele Bürger den Kontakt zu fremden Personen sowohl beruflich als auch privat einzuschränken. Was aber, wenn das nicht möglich ist, weil man in seiner Arbeit zwangsläufig mit fremden Menschen zu tun hat wie unter anderem im Rettungsdienst oder bei der Feuerwehr. Dann ist es besonders wichtig zu erfahren, wer, möglicherweise unbewusst, eine Immunität gegen das Virus aufgebaut hat und somit als weniger gefährdet gilt. Andreas Lohde, Stadtrat und Referent für Feuerlösch- und Rettungswesen in Fürstenfeldbruck wollte es genau wissen. Rund 180 Feuerwehrler – ihn eingeschlossen – nahmen an einer Studie teil.

Schon seit längerem stellen Ärzte die Hypothese auf, dass es bereits Menschen gibt, die „immun“ gegen das Virus sind – also bereits an dem Virus erkrankt waren ohne es bemerkt zu haben. Mit einer Studie will Medsyne, eine gemeinnützigen Gesellschaft für medizinische Synergetik, in Fürstenfeldbruck diese Vermutung nun mittels eines Schnelltests untersuchen und erhofft sich im Gegenzug Daten zur Einschätzung der Immunitätsentwicklung in der Bevölkerung. 

Test auf Antikörper im Blut

Anders als bei dem standardmäßig angewendeten PCR-Verfahren (Polymerase-Kettenreaktion) wird beim Schnelltest nicht das virale Erbgut selbst durch einen Abstrich aus dem Mund- oder Rachenraum nachgewiesen, sondern das Vorhandensein von Antikörpern IgM und IgG gegen das Coronavirus. 

Schnelltest zeigt nicht die akute Infektion an

Der Test hier läuft über eine Blutprobe und das Ergebnis steht anders als beim PCR-Verfahren bereits nach Minuten fest – wenn auch dieses Verfahren Nachteile aufweist. So lassen sich unter anderem Antikörper aller Regel nach erst 14 Tage nach dem Beginn der Krankheit nachweisen. Es könne dadurch passieren, dass der Test negativ ausfällt, obwohl der Patient das Coronavirus bereits in sich trägt. Daher gilt der Test auch als Marker für die Immunität und zeige nicht die akute Infektion an. 

Daten für die Einschätzung der Immunitätsentwicklung erhofft

Nichtsdestotrotz sei man sich bei Medsyne sicher, dass die Daten der Studie große wissenschaftliche Bedeutung für die Einschätzung der Immunitätsentwicklung in der Bevölkerung liefern könnten. Der Kontakt zu Medsyne kam über Andreas Lohde zustande: „Ich habe sie kontaktiert, als ich Desinfektionsmittel für die Feuerwehr organisierten wollte, im Zuge dessen sind wir auf die Studie zu sprechen gekommen“, erklärt der Stadtrat und Feuerwehrreferent.Lohde erhofft sich von der Studie unter anderem Erkenntnisse darüber, wer ein potentieller Plasmaspender sein könnte, wie die Ausbreitung des Virus abläuft und welchen Nutzen das für die Einsatzkräfte hat. „Wer immun ist, kann ganz andere Einsätze fahren, als jemand, der das nicht ist“, erklärt Lohde. Um das herauszufinden trafen sich am Feuerwehrgerätehaus in Fürstenfeldbruck rund 180 Einsatzkräfte aus der Stadt sowie Aich und Puch, um den Test für 30 Euro zu machen. Finanziert wird dieser durch den Verein „Unternehmen contra Corona“.

So läuft der Test ab

 „Es gibt einen kleinen Stich in die Fingerkuppe und mit der Pipette wird Blut abgenommen“, erklärt Lohde den Ablauf. Dieser Tropfen wird anschließend mit einer Testflüssigkeit vermischt und zeigt nach etwa zehn bis zwanzig Minuten – ähnlich einem Schwangerschaftstest – mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 Prozent, ob die Person bereits an Covid 19 erkrankt ist. „Ich bin wie es aussieht nicht immun“, sagt Lohde und fügt hinzu, dass es aber auch solche Ergebnisse in Fürstenfeldbruck gab. Der Test wird nach 14 bis 21 Tagen wiederholt. Zum Stand vom 22. April waren von den bisherigen 1.005 Studien-Teilnehmern, lediglich 25 immun. Die jüngste Testperson war zehn Jahre und die älteste 71 Jahre alt. 

Hamann

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