Nach vorübergehender Aussetzung des Impfstoffes Astrazeneca

Impfungen mit dem Vakzin Astrazeneca werden wieder aufgenommen

Das Brucker Impfzentrum impft weiterhin mit Moderna und Biontech - Impfungen mit Astrazeneca werden vorerst ausgesetzt.
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Das Brucker Impfzentrum impft weiterhin mit Moderna und Biontech - Impfungen mit Astrazeneca werden vorerst ausgesetzt.
  • vonClaudia Becker
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Update ++++ Mit der Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema) am Donnerstag, 18. März, spricht sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für eine Wiederaufnahme der Impfungen mit Astrazeneca aus. Bereits am Freitag, 19. März, soll dies geschehen. Die Impfdosen sollen jedoch einen Warnhinweis erhalten. Mittlerweile sind deutschlandweit 13 Fälle von Hirnvenenthrombosen aufgetreten. Forschern aus Greifswald soll es jedoch bereits gelungen sein sowohl die Ursache für die auftretenden Nebenwirkungen als auch ein Gegenmittel zu finden.

Landkreis Fürstenfeldbruck - Das Vertrauen in die Impfstrategie der Regierung bröckelt immer mehr. Nun wurde bestätigt, dass der bereits in Verruf geratene Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca vorerst ausgesetzt wird. Vorausgegangen waren sieben Fälle, bei denen die Impfung mit diesem Präparat in Zusammenhang mit der Bildung von Blutgerinnseln stehe. Deutschlandweit wurde Astrazeneca bereits über 1,6 Millionen Mal verimpft, auch wenn das Risiko nur gering sei, so sagte es der Bundegesundheitsminister Jens Spahn in einem Fernsehinterview, gehe man nun auf Nummer sicher.

Auch das Impfzentrum in Fürstenfeldbruck hat auf die Meldung sofort reagiert und den Einsatz von Astrazeneca auf Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts am Montag, 15. März, eingestellt. Dennoch betonen die Verantwortlichen aus Bruck, dass Impfungen mit Biontech und Moderna wie geplant weitergehen würden. „Am Montagnachmittag mussten wir 60 Bürger nach Hause schicken, da die Impfungen ausgesetzt wurden,“ so Verwaltungsleiterin Lena Deininger.  

Das Team im Impfzentrum habe alle Bürger, die im Impfzentrum bereits ihre Astrazeneca Impfung erhalten haben, über die Entwicklung informiert. Außerdem wurden diejenigen benachrichtigt, die in den kommenden Tagen für eine Astrazeneca Impfung vorgesehen waren. „Die Menschen waren sehr verständnisvoll“, so Matthias Skrzypczak, medizinischer Leiter des Brucker Impfzentrums. Die Bürger, die im Laufe des Montagabends noch einen Astrazeneca Termin hatten, wurden von Ärzten im Impfzentrum über die Aussetzung des Impfstoffes informiert. „Zwar war die Enttäuschung über den Ausfall des Impftermines bei den meisten groß, aber auch hier überwog die Dankbarkeit für die offene Kommunikation“, so Rainer Bertram, Kreisgeschäftsführer des BRK. Für diese Woche wurden weiterhin alle Impfungen zu Hause, die mit dem Astra Impfstoff geplant waren, abgesagt.  

Weitere Entwicklungen werden abgewartet

Derzeit sei noch nicht bekannt, wie lange der Impfstoff nicht verimpft werden kann. „Wir werden versuchen, den Impflingen so schnell als möglich einen Alternativtermin mit einem anderen Impfstoff zu geben, unsere Hotline ist mit allen Mitarbeitern besetzt und ruft die Bürger an, die einen Termin über die Hotline geplant hatten,“ so Lena Deininger weiter. Insgesamt wurden bisher 5.000 Menschen mit dem britisch-schwedischen Impfstoff geimpft. Die ersten geplanten Zweitimpfungen mit dem Präparat sind für Ende April in Fürstenfeldbruck geplant, derzeit können dazu noch keine Aussagen gemacht werden, so das Brucker Impfzentrum. Laut Paul-Ehrlich-Institut sei eine Wirksamkeit jedoch auch bei einem leichten Übertreten der vorgegebenen Pause – diese wurde von der Ständigen Impfkommission (STIKO) auf einen empfohlenen Mindestab­stand zwischen Erst- und Zweitimpfung von neun bis zwölf Wochen festgelegt – weiterhin gegeben.  

Becker

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