Bisher zwei Corona-Tote

Brucker Krisenstab informiert per Videochat über Corona-Pandemie

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Premiere bei allen Beteiligten: Pressekonferenz per Videochat.

Fürstenfeldbruck – Zum ersten Videochat lud das Landratsamt die Presse ein, um über die aktuelle Situation zur Corona-Virus-Pandemie durch den Krisenstab im Landkreis zu informieren.

Das Coronavirus stellt das Land auf den Kopf, davon nicht ausgenommen sind die sonst regelmäßig stattfindenden Pressekonferenzen, die aufgrund der Allgemeinverfügung der Staatsregierung in dem gewohnten Rahmen – nebeneinander sitzend – nicht mehr stattfinden können. Was also tun? Das Landratsamt hat eine mögliche Lösung gefunden: Live-Chat per Tablet oder Computer. Der Anlass für diese Premiere hätte wohl kein passenderer sein können, als die Vorstellung der aktuellen Situation zur Coronavirus-Pandemie durch den Krisenstab im Landkreis.

Gesundheitsamt machte bisher 270 Abstriche

Es standen Lorenz Weigl, Leiter des Gesundheitsamtes Fürstenfeldbruck, Andreas Forster, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes und Florian Weis, Chefarzt und Direktor des Brucker Klinikums den Reportern Rede und Antwort – wenn auch die Internetverbindung teilweise schwankte. „Bereits seit Januar diesen Jahres beschäftigt sich das Gesundheitsamt mit den Coronafällen im Landkreis“, erzählt der Leiter Lorenz Weigl. „Es wurden von uns 270 Abstriche durchgeführt, davon waren 250 bestätigte Covid-Fälle“, sagt er, wobei er betont, dass es im Landkreis natürlich viel mehr getestete Fälle gebe. Sobald eine Person positiv auf das Virus getestet wurde, wird sie dazu aufgefordert, ihre Kontaktpersonen zu nennen. „Diese werden dann von uns kontaktiert“, sagt Weigl. Die infizierten Personen befinden sich, soweit sie keiner stationären Behandlung bedürfen, in häuslicher Isolation. Diese bedarf einer ärztlichen Führung. Falls sich ihr Zustand verschlechtert, muss der Arzt über die weitere Behandlung, insbesondere über die Notwendigkeit einer stationären Aufnahme, entscheiden.

Teststation Drive-Through eingerichtet

Wer bereits Symptome zeige, könne sich per E-Mail melden und bekommt dann den Zugang zur Teststation „Drive-Through“, hier können Personen im Auto getestet werden. Bisher waren das 491 Personen, wobei bei den 350 vorliegenden Ergebnissen 22 positiv waren. Laut Landrat Thomas Karmasin laufen bereits Gespräche bezüglich einer zweiten Teststation in Germering. 

Gesundheitsamt bekommt Verstärkung

Alle Befunde aus den Abstrichen landen schließlich beim Gesundheitsamt in Fürstenfeldbruck. So konnte das Gesundheitsamt in den letzten Tagen eine Steigerung von 20 Prozent an positiven Fällen registrieren. „Es handelt sich hierbei um ein Thema, das uns nicht kurz- oder mittelfristig, sondern langfristig beschäftigen wird“, warnt Weigl. Derzeit arbeiten 99 Prozent der rund 40 Mitarbeiter in Teilzeit und man sei an den eigenen Grenzen angekommen. Unterstützung wird daher in Form von drei Medizinstudenten und einem Arzt in der nächsten Woche erwartet.

13 Beatmungsbetten im Klinikum

Der Chefarzt der Kreisklinik Florian Weis berichtet, dass man bereits früh mit dem Gesundheitsamt zusammen gearbeitet habe und seit Freitag bereits die zweite Infektionsstation im Krankenhaus eröffnet wurde. „Wir stellen nun 13 Beatmungsbetten zur Verfügung“, sagte Weis. Daneben seien 94 Betten noch frei. Weiter werden in der Klinik neun positiv getestete Patienten behandelt.

Bisher zwei Todesfälle

Den ersten Todesfall im Landkreis gab es am 25. März. Es handelte sich um einen 90-Jährigen aus dem Landkreis Dachau, der bereits unter schweren Vorerkrankungen litt und im Brucker Klinikum behandelt wurde. Ein weiterer Patient, 89 Jahre alt und multimorbid, verstarb am selben Tag zu Hause.

Praxen am Limit und ohne Schutzkleidung

Der Vorstand des Kreisverbandes der niedergelassenen Ärzte, Andreas Forster sprach von zwei Problemen. Zum einen müssten die Ärzte sehr viele Patienten betreuen und zum zweiten versuchten die Ärzte ihre Praxen offen zu halten. Aus diesem Grund laufen bereits Überlegungen, nur wenige Praxen mit Corona-Patienten zu betrauen. Man sei daher in der Planung, Patienten im Vorfeld nur an bestimmte Praxen zu überweisen. Ebenfalls beklagte Forster, dass obwohl zugesichert, noch nicht ausreichend Schutzkleidung für die Helfer vorhanden sei. „Wir haben zu wenig Schutzkleidung, zum Teil noch die, die von der Schweinegrippe übrig ist“, sagt Forster.

Felix Hamann

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