Angebot der Bibliothek wird modernisiert

Bücherei im Wandel der Zeit

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Die Brucker Stadtbibiliothek in der Aumühle

Diana Rupprecht, Leiterin der Brucker Stadtbibliothek, präsentiert im Kultur- und Werkausschuss den Jahresbericht 2016 und stellt das Bibliothekskonzept für die nächsten vier Jahre vor. 

Fürstenfeldbruck – Die Ausleihzahlen bleiben insgesamt auf einem hohen Niveau. Der digitale Wandel und ein verändertes Mediennutzungsverhalten erfordern jedoch neue konzeptionelle Ansätze mit entsprechenden Angeboten. Mit über 388.000 Ausleihen und etwa 122.000 Besuchern in 2016 lagen die Zahlen ähnlich hoch wie im Jahr zuvor. Hinzu kommen noch knapp 28.000 sogenannte digitale Ausleihen. Dabei handelt es sich beispielsweise um eBooks oder das Abrufen bestimmter Online-Angebote. Bei einem landesweiten Leistungsvergleich bayerischer Bibliotheken ähnlicher Größenordnung belegte die Brucker Stadtbibliothek damit in 2015 den zweiten Platz.

Streaming Dienste sorgen für Ausleih-Rückgang

Bei genauerer Betrachtung der Zahlen ergeben sich allerdings deutliche Verschiebungen bezüglich des Nutzerverhaltens. Rupprecht spricht daher auch von „gesellschaftlichen und bildungspolitischen Herausforderungen, die in der zukünftigen Arbeit der Stadtbibliothek deutliche Berücksichtigung finden müssen.“ Anschaulichstes Beispiel hierfür sind CDs. Musik-CDs wurden 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent weniger ausgeliehen, bei den CD-ROMs liegt der Rückgang gar bei 25 Prozent. Verantwortlich hierfür sind Streaming-Dienste, die sich vor allem bei Jugendlichen großer Beliebtheit erfreuen.

"Der digitale Wandel hat Einzug gehalten"

Aber nicht nur Musik und Filme werden online konsumiert. „In allen Bereichen unseres Alltags hat der digitale Wandel Einzug gehalten. Durch das allzeit verfügbare Internet und die immer attraktiveren Streaming-Angebote hat sich auch die Art des Medienkonsums stark verändert“, erläutert die Bibliotheksleiterin. Mit Smartphone und Tablet sind Informationen oder Unterhaltung jederzeit verfügbar. Um für Besucher attraktiv zu bleiben, müssen entsprechende Angebote geschaffen werden. Jüngstes Beispiel ist die neue Tigerbooks-App. In digitaler Form werden hier bekannte Bücher und Hörbücher für Kinder von zwei bis zwölf Jahren mit vielen interaktiven Funktionen präsentiert.

"Das Buch hat noch längst nicht ausgedient"

Auch in den Bereichen eLearning, wie etwa dem Erlernen von Fremdsprachen, oder Lexika werden Apps angeboten, die von Inhabern eines Bibliotheksausweises kostenlos heruntergeladen werden können. Man muss sich nur noch einloggen und kann die Anwendung dann für einen begrenzten Zeitraum nutzen. Um vorhandene Ressourcen, sprich Gelder, sinnvoll einzuteilen, „überlegen wir mittlerweile bei der Bestellung eines neuen Titels schon, ob wir es jetzt als „echtes Buch“ oder als eBook kaufen oder aber vielleicht beides anschaffen“, berichtet Rupprecht, denn das klassische Buch hat noch längst nicht ausgedient, wie die Zahl der Ausleihen belegt. Sparten wie Romane, Sach- oder Kinderbücher verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr sogar eine erhöhte Nachfrage.

Dementsprechend lautet die Zielsetzung für die nächsten Jahre, den richtigen Mix aus analogen und digitalen Medien zu finden, um den Besuchern auch weiterhin ein attraktives Angebot offerieren zu können.

Peter Fischer

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