Stadt erhofft sich höhere Erlöse

Mehr Gebühren für Marktstände

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Die Betreiber der Stände auf dem Grünen Markt am Viehmarktplatz müssen mir einer Gebührenerhöhung rechnen.

Der Stadtrat folgt der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses und beschloss auf seiner jüngsten Sitzung eine Anhebung der Standgebühren für Wochen- und Jahrmärkte. Au- ßerdem Thema der letzten Stadtratssitzung des Jahres: Das Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP), in dessen aktueller Teilfortschreibung Weilheim ein sogenanntes Oberzentrum ist, Fürstenfeldbruck dagegen nur ein Mittelzentrum.

Fürstenfeldbruck - Neben dem samstäglichen Bauernmarkt am Kloster erfreut sich der städtische Wochenmarkt bei der Bevölkerung großer Beliebtheit. Ein Besuch auf dem Grünen Markt am Viehmarktplatz ist für viele Einheimische fester Bestandteil des wöchentlichen Einkaufs. Ein ausgewogenes Angebot sorgt seit langem für konstant gute Besucherzahlen. Nun müssen die Betreiber der Stände mit einer Gebührenerhöhung rechnen. Die Gebühren für Wochenund Jahrmärkte wurden letztmals 2009 angehoben. Dass nach acht Jahren durchaus „eine moderate Erhöhung möglich ist“, stellte OB Erich Raff (CSU) gleich eingangs der Diskussion fest. Das sahen auch die übrigen Mitglieder des Stadtrats so und folgten einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung. 

Für bis zu sechs Meter lange Stände beträgt die Tagesgebühr 12,70 Euro

Dieser sieht beim Wochenmarkt für bis zu sechs Meter lange Stände eine Tagesgebühr von 12,70 Euro statt der bisherigen 11,50 Euro vor. Die Jahresstandgebühr erhöht sich um 42,50 Euro auf 467,50. Man erhofft sich hierdurch Mehreinnahmen von etwa 1.500 Euro jährlich. Derzeit werden an Marktgebühren für den Wochenmarkt pro Jahr annähernd 15.000 Euro eingenommen. Auch die Standbetreiber der beiden Jahrmärkte, die alljährlich an den letzten Sonntagen im April und Oktober stattfinden und immer wieder tausende von Besuchern in die Stadt locken, werden tiefer in die Tasche greifen müssen. Den 160 bis 180 Fieranten, die mit ihren Marktständen das Angebot der heimischen Geschäfte während der Marktsonntage ergänzen, steht ebenfalls eine Erhöhung der Standgebühr um etwa zehn Prozent ins Haus. Ihnen wird für den laufenden Meter künftig elf statt zehn Euro berechnet, Standplätze für den Verzehr an Ort und Stelle kosten 20 statt 18 Euro. 

Rathaus rechnet mit einer Steigerung der Erlöse von rund 24.000 Euro jährlich

Durch die Umsetzung der neuen Jahrmarktstarife rechnet man im Rathaus mit einer Steigerung der Erlöse um etwa 2.200 Euro auf dann insgesamt rund 24.000 Euro jährlich. Beate Hollenbach (CSU) plädierte dafür, die Gebühren in Zukunft automatisch alle zwei Jahre maßvoll anzupassen. Einem solchen Automatismus widersprach jedoch Marktreferent Markus Droth (CSU). Seinem Vorschlag folgend beschloss das Gremium, stattdessen die Gebühren alle zwei Jahre auf den Prüfstand zu stellen. Eine Erhöhung solle der Stadtrat gegebenenfalls dann von Fall zu Fall entscheiden.

Fürstenfeldbruck soll Oberzentrum werden

Weiteres Thema der letzten Sitzung in 2017 war die Stellungnahme der Stadt zur aktuellen Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms Bayern (LEP). Dahinter steckt ein fach- übergreifendes Zukunftskonzept der Bayerischen Staatsregierung für die räumliche Ordnung und Entwicklung Bayerns, deren Grundlage seit über 30 Jahren das LEP ist. Mit dem Ziel, die Erhaltung und Schaffung gleichwertiger Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen Landesteilen zu gewährleisten koordiniert das LEP alle raumbedeutsamen Fachplanungen im Freistaat. 

Weilheim Oberzentrum, aber Bruck nicht?

Die jüngsten Änderungen (Stand November) ergaben unter anderem die Aufstufung von Orten wie Weilheim, Dillingen oder Dingolfing von einem sogenannten Mittelzentrum zu einem Oberzentrum, während die bisherigen Oberzentren Würzburg, Ingolstadt und Regensburg als künftige Regionalzentren eine Art Bindeglied zu den Metropolregionen München, Nürnberg und Augsburg darstellen sollen. „Wieso steigt beispielsweise Weilheim zum Oberzentrum auf, wogegen Bruck nach wie vor ein Mittelzentrum geblieben ist“, wollte Andreas Lohde (CSU) wissen. Dies hinge „nicht nur von den reinen Zahlen ab, wie etwa der Einwohnerzahl, den vorhandenen Einrichtungen oder den angebotenen Dienstleistungen“, erläuterte Stadtbaumeister Martin Kornacher, „sondern auch vom Umland. Und da ist in Weilheim nicht viel los, während Bruck Teil der Metropolregion München ist.“ Dennoch beauftragte das Plenum die Verwaltung auf Antrag Franz Neuhierls (Freie Wähler), auf das Staatsministerium dahingehend einzuwirken, dass auch Fürstenfeldbruck Oberzentrum wird. Hintergrund ist die Befürchtung, in der Hierarchie der zentralen Orte an Bedeutung zu verlieren und sich dies insbesondere bei der Ansiedlung von Einrichtungen mit überörtlicher Bedeutung nachteilig auswirken könnte. Dabei wird ausdrücklich auf die Bemühungen der Stadt zur Entwicklung (Konversion) des Fliegerhorstes hingewiesen. 

Peter Fischer

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