Namensrechte vergeben

Brucker Stadion des SCF trägt künftig wieder Namen eines Sponsors - aus Puchheim

Tor zum Eingang des Stadion des SCF in Klosterstraße Fürstenfeldbruck bei Sonnenschein
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Das Stadion des SCF wird nach dem Sponsor „Energiewerke Bayern“ benannt.

Fürstenfeldbruck – Nach einer kontrovers geführten Debatte stimmte der Stadtrat dem Antrag des Sportclub Fürstenfeldbruck (SCF) mehrheitlich zu, das Stadion künftig nach dem neuen Sponsor „Energiewerke Bayern“ zu benennen.

Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) erklärte sich in der Angelegenheit für befangen und nahm an Debatte und Abstimmung nicht teil.

Man schätze sich „äußerst glücklich, in Corona-Zeiten einen Sponsor“ gefunden zu haben, erklärte der Vorstand in einem Schreiben an die Stadt. Die Rede ist von der Firma Energiewerke Bayern aus Puchheim, die Interesse an den Namensrechten des Fußballstadions bekundet hat. Die Laufzeit beträgt zunächst ein Jahr mit der Option auf weitere Jahre. Über die Höhe der Sponsorengelder wollte der SCF „aus Datenschutzgründen keine Angaben machen.“ Es dürfte sich allerdings um einen mittleren vierstelligen Betrag handeln, wovon 1.300 Euro an die Jugendabteilung für Baumaßnahmen am Kunstrasenprojekt fließen sollen.

Keine Konkurrenz zu Brucker Stadtwerken

Nicht alle Stadträte waren mit der Wahl des Sponsors glücklich. Vor allem die BBV-Fraktion äußerte Vorbehalte. Fraktionssprecher Christian Götz etwa monierte den Umstand, dass „auf einer städtischen Liegenschaft jemand wirbt, der nicht im Stadtgebiet sesshaft“ sei. Auch stört sich Götz daran, dass der Name „Energiewerke Bayern“ künftig neben der von den Stadtwerken betriebenen Amper-Oase zu lesen sein wird. Eine Nachfrage bei den Brucker Stadtwerken ergab laut Verwaltung jedoch, „dass diese grundsätzlich keine Einwände gegen den erbetenen Stadionnamen“ hätten. Bei der Firma handelt es sich um ein Unternehmen, welches sich auf den Vertrieb und Handel von Solaranlagen und –Produkten spezialisiert hat und somit nicht in direkter Konkurrenz zu den Stadtwerken steht.

Es ist schön, dass dieser Verein noch einen Sponsor findet. Dem sollten wir nicht im Wege stehen.

Stadtrat Andreas Lohde (CSU)

„Es ist schön, dass dieser Verein noch einen Sponsor findet. Dem sollten wir nicht im Wege stehen“, bemerkte Andreas Lohde launisch. Allerdings forderte der CSU-Fraktionschef, dass auch SCF-Präsident Jakob Ettner den Antrag unterschreiben müsse. Diese fehlt nämlich bislang auf allen in der Sache bei der Stadt eingegangenen Schreiben. „Es ist nicht einfach, in der heutigen Zeit einen Sponsor zu finden“ warb auch Franz Neuhierl für Zustimmung. Um den geäußerten Bedenken Rechnung zu tragen, könne man ja auch unter Vorbehalt beziehungsweise Widerruf das Vorhaben genehmigen. Gegen acht Stimmen - hauptsächlich aus dem Lager der BBV-Fraktion - genehmigte der Stadtrat schließlich, die Namensrechte für die Dauer des Sponsorings an die Energiewerke Bayern zu vergeben.

OB Raff hielt sich raus

Aufgrund anhaltender Rechtsstreitigkeiten mit Ettner wollte OB Raff kein Risiko eingehen und übergab die Sitzungsleitung für diesen Tagesordnungspunkt an seinen Stellvertreter Christian Stangl (Grüne). Raff selbst äußerte sich nicht zur Sache und nahm auch an der Abstimmung nicht teil.
Peter Fischer

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