Leitziele für Verkehr festgelegt

Brucker Stadtrat geht zwei Tage in Klausur und berät über Leitlinien zur Verkehrsentwicklung

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Eines der Ziele: Den Verkehr in der Innenstadt so weit wie möglich reduzieren.

Seit drei Jahren arbeitet die Große Kreisstadt an einem zukunftsfähigen Verkehrskonzept. Der sogenannte Verkehrsentwicklungsplan (VEP) soll im Frühjahr nächsten Jahres fertiggestellt sein. Auf einer zweitägigen Klausurtagung definierte der Stadtrat nun in Zusammenarbeit mit Verkehrsexperten zehn Leitziele für die künftige Verkehrsplanung.

Verkehrszählungen, Haushaltsbefragungen, Mobilitätswerkstatt und Bürgerworkshops – in den letzten drei Jahren wurden allerlei Fakten zur Brucker Verkehrssituation erhoben und Strategien für zukunftsfähige Lösungen entwickelt. Mehr Mobilität, weniger Verkehr heißt das Ziel. Die Stadt will Anreize schaffen, statt ins Auto zu steigen, lieber Fahrrad oder den ÖPNV zu nutzen. 

Wirklich Neues wurde auf der abschließenden Pressekonferenz der zweitägigen Klausurtagung des Stadtrats anlässlich der Erstellung des VEP nicht mitgeteilt. Über die zehn präsentierten Leitziele wurde bereits beim letzten Bürgerworkshop im Juni diskutiert. Verkehrsplaner Gebhard Wulfhorst bezeichnete das Ergebnis nichtsdestotrotz als einen „Meilenstein, der Orientierung für die längerfristige Entwicklung“ biete. Man habe auch Maßnahmenvorschläge zu allen Leitzielen erarbeitet, wolle diese im Detail aber noch nicht bekanntgeben, da noch die Zustimmung des Stadtrats fehle, erklärte Oberbürgermeister Erich Raff (CSU). Auf der Tagung nahmen neben den Experten von Green City, Gevas und ASV Wulfhorst lediglich 18 Stadträte teil. 

Verkehr in der Innenstadt reduzieren

Stattdessen wird die konstruktive Atmosphäre unter den Teilnehmern gelobt. Dritte Bürgermeisterin Birgitta Klemenz (CSU) betonte die „ideologiefreie Arbeit“ und Mirko Pötzsch (SPD) hob hervor, dass „fraktionsübergreifend konstruktiv gearbeitet“ wurde. Die Vorstellungen aller Beteiligten seien mit eingeflossen. „Das wird uns voranbringen“, so der Verkehrsreferent. Das Entscheidende sei, dass man sich nach zum Teil kontrovers geführten Diskussionen am Ende geeinigt habe, erklärte Raff. Zwar sieht Zweiter Bürgermeister Christian Stangl (Grüne) bei der Lenkung des überörtlichen Verkehrs noch „einen gewissen Gegensatz“, aber man sei sich einig darüber, weitere Tunnel-
lösungen und Trassenvarianten zu prüfen. Man darf auf die Vorstellung konkreter Ergebnisse gespannt sein, denn darüber, den Verkehr in der Innenstadt so weit wie möglich zu reduzieren, herrscht parteiübergreifend Konsens. 

Das Wie ist die entscheidende Frage und da scheiden sich offensichtlich nach wie vor die Geister, wenn Tunnel- und Trassenlösungen gleichermaßen verfolgt werden. Nach der dritten Mobilitätswerkstatt am 22. September sollen dem Stadtrat die aus den Leitzielen entwickelten Inhalte entschlussfähig vorgestellt werden. 

Peter Fischer

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