Stadtrat lehnt dreigleisigen Ausbau ab

Bruck fordert viertes Gleis

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Der Brucker Bahnhof verfügt zwar über vier Gleise, der Verkehr wird jedoch lediglich über die zwei Mittelgleise abgefertigt.

Die Stadt fordert weiterhin einen viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke bis zum Bahnhof Fürstenfeldbruck. Die von der Bahn AG vorgelegten Pläne – beabsichtigt ist ein dreigleisiger Ausbau von Pasing bis Eichenau – würden den Erfordernissen und künftigen Entwicklungen nicht gerecht.

Fürstenfeldbruck - Den neuen Plänen zufolge will die Bahn AG den S-Bahnverkehr zwischen Pasing und Eichenau künftig über die beiden Außengleise abwickeln, während der gesamte Fern-, Regionalund Güterverkehr das dritte mittlere Gleis nutzen soll. Dass sich mit drei Gleisen die immer größer werdenden Verkehrsprobleme im Münchner Ballungsraum lösen lassen, wird im Stadtrat jedoch stark bezweifelt. In zwei Sachanträgen hatten Jan Halbauer (Grüne) sowie Mirko Pötzsch (SPD) und Alexa Zierl (Die Partei & Frei) auf der letzten Stadtratssitzung gefordert, sich weiterhin für einen viergleisigen Ausbau einzusetzen. Angesichts der Tatsache, „dass das Angebot auf der Bahnstrecke München – Zürich massiv ausgebaut werden soll und man mit 50 Prozent mehr Fernverbindungen auf dieser Strecke rechnet“, sei ein geplanter Zehn- oder 15-Minutentakt ohne ein viertes Gleis kaum realisierbar, argumentiert Zierl. Man könne ja „momentan dreigleisig planen, aber die Möglichkeit muss gegeben sein, später ohne Probleme ein viertes Gleis zu bauen“, so die Umweltreferentin.

OB Erich Raff befürchtet keine Zugeständnisse von der Bahn

Ein viertes Gleis bis Bruck müsse in der Konzeption zumindest berücksichtigt werden, fordert auch Verkehrsreferent Pötzsch, ansonsten wäre die dreigleisige Lösung „bis in alle Ewigkeiten zementiert. Im Nachhinein mal eben ein viertes Gleis danebensetzen ist unmöglich.“ Neben der Trassenerweiterung müsste man auch die betreffenden Bahnhöfe ein zweites Mal umbauen. Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) glaubt dagegen kaum, dass „Bruck hier noch was bewegen kann.“ Die Bahn habe ihm mehrmals signalisiert, dass der viergleisige Ausbau keine Chance habe. Zudem befürchtet der OB, die erneute Forderung nach einem vierten Gleis könnte die der Bahn abgerungenen Zugeständnisse beim Bau des neuen Bahnsteiges an Gleis 1 des Brucker Bahnhofs gefährden. „Wenn es ein neues Planfeststellungsverfahren gibt, passiert erstmal gar nichts“, mutmaßt Raff. Dies wiederum hält Philipp Heimerl für höchst unwahrscheinlich, da der Ausbau der Bahnhöfe und die Streckenplanung in völlig unterschiedlichen Projektgruppen der Bahn realisiert werden. Auch der SPD-Fraktionschef plädierte dafür, „die Forderung nach einem viergleisigen Ausbau aufrechtzuerhalten.“

Letztendlich einigte man sich im Plenum auf folgenden Kompromiss: 

Die Stadt setzt sich weiterhin für einen viergleisigen Ausbau ein, allerdings dürfe dies nicht zu Verzögerungen beim Bau des zusätzlichen Bahnsteigs am Brucker Bahnhof führen. Der OB soll in Abstimmung mit den Bürgermeistern der Anrainergemeinden entlang der S-Bahnstrecke und dem Vorsitzenden des Bezirksausschusses bei der Staatsregierung auf einen viergleisigen Ausbau drängen. Zudem wird die Bürgerinitiative „S 4-Ausbau jetzt“ von der Stadt weiterhin unterstützt. Darüberhinaus wird die Stadt ihre ablehnende Haltung gegenüber einem dreigleisigen Ausbau der Staatsregierung und dem Landtag als Petition vorlegen. 

Peter Fischer

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