Aufstellungsversammlung SPD

Mit Aufwind im Rücken

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Der 27-jährige Philipp Heimerl (rechts) will der jüngste OB Deutschlands werden, die Unterstützung seiner SPD-Kollegen hat er schon mal.

Fürstenfeldbruck – Die Brucker SPD schickt ihren Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat ins Rennen um den OB-Stuhl. Der erst 27-jährige Philipp Heimerl soll jüngster OB in Deutschland werden. Alle 29 Stimmberechtigten bei der Nominierungsversammlung votierten für ihn.

Die Stimmung bei der Bundes-SPD, nachdem sich Martin Schulz zur Kanzlerkandidatur bereit erklärt hat, schwappte bis zur Basis hinunter. „Im Bund ist Zeit für Martin, in Bruck Zeit für Philipp“, sagte Noch-Stadtrat Axel Lämmle, der nach der OB-Wahl sein Amt niederlegen will. Er bezieht sich damit auf einen Button mit dem Konterfei des Kanzler-Kandidaten und dem Schriftzug „Zeit für Martin“, der bei der Versammlung auf den Tischen auslag.

Jung - aber nicht zu jung

Dass Heimerl erst 27 Jahre alt ist, sieht der Bundestagskandidat Michael Schrodi nicht als Hinderniss, sondern als Herausforderung. Aktuell ist nämlich der Dachauer Parteigenosse Florian Hartmann der jüngste OB Deutschlands. Ihm wollen nun die Brucker den Rang ablaufen. „Philipp Heimerl ist jung, aber nicht zu jung“, sagte Schrodi.

Bezahlbaren Wohnungsraum und Nachverdichtung

Der SPD-Kandidat schwamm bei seiner Bewerbungsrede dann auch auf der Schulz-Welle mit und nahm sich als erstes dem Kernthema der Sozialdemokraten an: der sozialen Gerechtigkeit. Vor allem bezahlbaren Wohnraum will Heimerl im Falle der Wahl in Bruck schaffen. Um das zu erreichen, müsse die angedachte kommunale Wohnbaugesellschaft vorangetrieben werden. „Allerdings dürfen wir nicht immer und überall grenzenlos bauen“, betonte Heimerl. Vielmehr müssen bestehender Wohnraum besser genutzt und innerörtliche Flächen nachverdichtet werden.

Parkplatzsucher raus

Im Bereich Verkehr will der SPD-Kandidat ein Parkleitsystem schaffen, um den Parkplatz-Suchverkehr aus der Innenstadt zu verbannen. Ebenfalls liegt ihm die Förderung der E-Mobilität, unter anderem durch die Schaffung von Aufladestationeen – am Herzen. Zum öffentlichen Personennahverkehr sagte er: „Der dreigleisige Ausbau der S4 bleibt natürlich ein großes Thema, aber auch die Buss-Verbindungen müssen wir weiter ausbauen.“

Jungunternehmer locken

Heimerl setzt es sich auch zum Ziel, junge Unternehmen anzulocken. „Dazu müssen wir den Startup-Firmen vor allem wirtschaftliche Stabilität bieten.“ Bestehende Gewerbegebiete sollen deshalb in Teilen ausgebaut werden. Darüber hinaus warb der Kandidat für den Ausbau und Neubau von Schulen, „ohne deren Profile oder Eigenheiten zu zerstören“.

Nicht auf den Fliegerhorst warten

Sowohl die Heimat der Subkultur im alten Schlachthof, als auch das alte Lichtspielhaus sowie eine Eishalle und das Sportzentrum III im Brucker Westen will Heimerl erhalten, beziehungsweise vorantreiben. Allerdings will er dabei nicht darauf warten, dass die Stadt auf den Fliegerhorst zurückgreifen kann. „Das ist wohl erst 2023/24 der Fall. Wir dürfen die Themen nicht so lange aufschieben, sie müssen jetzt angegangen werden.“

Mit Wind im Rücken

Für seine Bewerbungsrede erhielt Heimerl von den Genossen viel Applaus, aber auch ein weinendes Auge vom Landtagsabgeordneten Herbert Kränzlein. Dessen Büro leitet der SPD-Kandidat noch, weshalb Kränzlein erklärte: „In meiner Brust schlagen zwei Herzen.“ Einerseits verliere er einen Mitarbeiter, den man nicht verlieren dürfe, andererseits sei es auch schön, wenn ein Mitarbeiter zum OB aufsteige. Letztlich freute sich der Landtagsabgeordnete aber freilich für Heimerl und sagte mit Blick auf die Schulz-Stimmung: „Es ist schön, dass er den Wind, der uns sonst immer ins Gesicht geblasen hat, nun im Rücken verspürt.“

Andreas Daschner

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