Bürgerversammlung

Brucker Bürger im Westen stört vor allem der Verkehr

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Rund 60 Besucher lauschten den Ausführungen von Oberbürgermeister Erich Raff (CSU).

Zu viel Verkehr auf den Straßen, darunter zu viele Raser, 30iger- statt 40iger-Zonen, zugeparkte Straßen, zu viele Linienbusse – das waren die Schwerpunkt-Themen, die die Bürger aus dem Brucker Westen bei der Bürgerversammlung angesprochen haben.

Fürstenfeldbruck – Rund 60 Teilnehmer kamen am 22. März in die Mittelschule West, um den Bericht von Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) über die Entwicklung der Stadt und im Brucker Westen zu verfolgen – und um im Anschluss selbst das Wort zu ergreifen, wo es ihrer Meinung nach nicht rund läuft.

Verlegung der B2

Eine Bürgerin aus der Rothschwaiger Straße hielt dem OB einen Plan vor, der eine Verlegung der B2 auf die Landsberger Straße vorsieht. Davon soll auch die Rothschwaiger Straße betroffen sein, meinte sie. Wenn die Amperbrücke (B2) unter Denkmalschutz gestellt ist und keine 40-Tonner mehr drüberfahren dürfen, wie stellt sich die Stadt das Verkehrskonzept vor? Es sei ein Hohn, dass man den Verkehr in den Westen herauflege. Die Stadt mache sich Gedanken, beantwortete Raff die Einstiegsfrage. Es wurden Gespräche mit der Regierung von Oberbayern geführt und dabei wurde der Plan der Stadt übergeben. Mehr könne er dazu momentan nicht sagen. Die Verlegung einer Bundesstraße sei ein sehr heikles Thema, erinnerte Raff an die schon einmal angedachte Trasse im Westen, deren Plan nach Bürgerprotesten im Reißwolf gelandet sei. Über die Deichenstegtrasse zerbreche er sich aber nicht mehr den Kopf. „Wir müssen nun schauen, wie wir im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans die B2 in den Griff bekommen, dass es für die Bevölkerung akzeptabel ist.“

Kreisel an der Kirche  

Zu der Frage eines Kreisels an der St. Bernhard-Kirche gab Raff die Auskunft, dass es wohl Überlegungen dazu gebe, mehr aber nicht, nachdem die Kirche vor drei Jahren ihren Vorplatz umgestalten wollte. „Wir wissen, dass es nur ein ganz kleiner Kreisverkehr werden kann, mit Vorteilen und Nachteilen.“ Die Idee werde man weiter verfolgen. Schon jetzt könne man aus den fünf Straßen, die in die Rothschwaiger Straße münden, noch aus den Grundstücken herausfahren, wie soll das funktionieren bei einem Kreisverkehr, hielt ein weiterer Anwohner einen „Kreisel“ für absurd.

Angst vor Stadtwerke-Autos

Gerade dieses Verkehrskonzept vermissten die Bürger im dichtbesiedelten Brucker Westen und in der Alt-Buchenau. „Was glauben Sie, wo die Fahrzeuge der Stadtwerke fahren werden, wenn die in ihr neues Gebäude eingezogen sind an der Cerveteristraße?“ fragte ein Bürger den OB. „Die werden alle die Rothschwaiger Straße nutzen“, beantwortete er selbst die Frage. 

Lkw in Wohngebieten 

Zum Teil allerdings erwischten die Beschwerde-Vorbringer mit der Stadt den falschen Adressaten. Zahlreiche Beschwerden fielen eher in den Zuständigkeitsbereich der Polizeibehörde. So sei die Stadt nicht dafür zuständig, wenn Lkw trotz Durchfahrverbot dennoch die Straße benutzen. Teilweise wurde von den Bürgern auch stark polemisiert. So meinte ein Bürger aus der Buchenauer Straße, er habe mit viel Glück drei Kinder groß gezogen, trotz der Gefahr, die auf der Straße drohe. Großartige Veränderungen lassen die infrastrukturellen Gegebenheiten jedoch nicht zu. 

Zu viele Busse

66 Busbewegungen am Tag habe er durch die Senserbergstraße festgestellt, meinte ein Bürger aus der Buchenau. Das halte er für zu viel. Außerdem würden die Busse die 30 Km/h nicht einhalten, ergänzte ein anderer. Auch würden die Busse teilweise leer fahren und an den Haltestellen nicht halten, weil Fahrgäste aus Kottgeisering und Grafrath drinsitzen, die andere Ziele haben.

Brücke, Müll, zugeparkte Straßen

Bei ihm würde man offene Türen einrennen, sagte Raff, zum Wunsch eines Bürgers für eine zweite Brücke über die Amper in der Buchenau, die schon einmal geplant war. Über die Verschmutzung am Geschwister-Scholl-Platz durch den Burger King regte sich ein Zuhörer auf. Leider habe man da keine Handhabe, meinte Raff dazu, außer an den Franchise-Unternehmer zu appellieren, mehr Abfallbehältnisse aufzustellen beziehungsweise im näheren Umfeld die Abfälle einsammeln zu lassen. Ein Dorn im Auge sind den Bürgern auch die zugeparkten Straßen rund um die Firma ESG Elektroniksystem- und Logistik GmbH. Obwohl für die Mitarbeiter eine Tiefgarage und ein Parkplatz vorhanden ist, nehmen die Mitarbeiter des Unternehmens den Anwohnern der Livry-Gargan-Straße und darüber hinaus die Parkplätze an den Straßen weg. Ein weiterer Bürger monierte, dass immer mehr gewerblich genutzte Lieferfahrzeuge in den Wohngebieten parken. Selbst Feuerwehrzufahrten der Schule West werden zugeparkt und sogar auf dem Gehweg vor der Schule würden Autos abgestellt werden, schilderte ein Elternbeirat der Schule.

Antrag zum SCF

Erstmals in der Geschichte der Versammlungen lag Raff ein zuvor schriftlicher Antrag vor, der sich mit der Darlehensforderung der Stadt gegenüber dem SC Fürstenfeldbruck beschäftigte. Die Antragstellerin wollte wissen, ob es einen Beschluss gebe, wonach die Stadt auf das gewährte Darlehen in Höhe von 160.000 Euro für den Kunstrasenplatz verzichtet. Ein deratiger Beschluss existiert nicht, versicherte Raff. Sollte der SCF nicht insolvent gehen, würde der Zuschuss des Bayerischen Landessportverbandes an den SCF in Höhe von 120.000 Euro an die Stadt weitergereicht werden. 

Dieter Metzler

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