Ideen- und Realisierungswettbewerb in Fürstenfeldbruck

Areal Aumühle und Lände: Autoarm und urban

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Beate Lang vom Stadtplanungsbüro Hummel & Kraus erläuterte am Ende der Bürgerinformation die von den Bürgern favorisierten Anregungen.

Auf dem Areal rund um die Aumühle und Lände soll ein lebendiges und urbanes Quartier entstehen. Um eine möglichst große Ideenvielfalt für das Gebiet zu erhalten, wird ein städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgelobt. Nun fand eine öffentliche Bürgerveranstaltung in der Stadtbibliothek Aumühle statt, wo der Text für den städtebaulichen Wettbewerb öffentlich vorgestellt wurde.

Fürstenfeldbruck - „Ich freue mich über ihr großes Interesse, wie sich die Innenstadt in den nächsten Jahren entwickeln könnte“, sagte Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) bei der Begrüßung der 120 Bürger im Vortragssaal der Stadtbibliothek. Selbst in der Jury, die später die zehn Architekturbüros mit ihren Vorschlägen bewerten, können Bürger mitarbeiten. Wenn sie sich in eine Liste eintragen, werden neun ausgelost, die die 20-köpfige Jury komplettieren. Allerdings haben die neun kein Stimmrecht. Das besitzen nur die fünf Stadträte und die sechs externen Fachplaner als Preisrichter. „Aber sie können Ihre Meinung einbringen“, so Raff. Heute falle aber keine Entscheidung, wies Raff darauf hin, dass es sich nur um die Vorstellung des „Handwerkszeugs“ für die Büros und Fachleute handle. Eine verträgliche Vermengung von Wohnen und Arbeiten, Kultur und Freizeit hält Stadtbaumeister Kornacher aufgrund der Historie auf dem Areal für eine gute Weiterentwicklungsperspektive. Die Bürger sollen sich aber auf eine langfristige Entwicklung einstellen. Kornacher plädiert für einen Architekten-Wettbewerb, um die beste Lösung für die Entwicklung des Areals zu finden. 

Das sind die Rahmenbedingungen:

Bevor die Bürger ihre ersten Ideen und Vorschläge einbringen konnten, stellte Barbara Hummel vom Stadtplanungsbüro Hummel & Kraus den Besuchern die Rahmenbedingungen und Entwurfsaufgaben vor. Dabei machte sie deutlich, dass ein autoarmes Quartier mit Priorität auf Fuß- und Radverkehr entstehen soll, wobei Pkw-Stellplätze überwiegend in dezentralen Stellplatzanlagen untergebracht werden sollen. Wertvolle Naturräume und Gewässer sollen weiter geschützt und erlebbar gemacht werden. 

Wohnform ohne Auto und Reduzierung der Stellplätze

Bei den Ideen und Anregungen, die die Bürger vorbrachten, priorisierten sich Schwerpunkte heraus. So favorisieren die meisten Besucher eine Wohnform ohne Auto und halten deshalb auch eine Reduzierung des Stellplatzschlüssels für erforderlich. Dabei brachten sie eine Doppelnutzung von zeitlich unterschiedlich genutzten Stellplätzen ins Gespräch. Beifall fand die Idee von Bürgerbaugemeinschaften beziehungsweise gemeinschaftlicher Investoren aus bürgerschaftlichem Engagement, so wie sie Sprecher der „IG Aumühlenpark“, Martin Thoma, vorschlug. Seine Gruppe von Bürgern, die sich mit den Institutionen der Stadt, Vereinen und Nachbarn für die Gestaltung des Quartiers einsetzt, will als Investitionsgemeinschaft Wohnungen und Gewerberaum schaffen. 

Denkmalgeschützte Villen bleiben bestehen

Ulrike Kornacher, ebenfalls von der „IG Aumühlenpark“, fragte nach, ob eine Kooperation zwischen der Stadt und dem StadtwerkeInvestor bestehe, der das Gelände mit dem neuen Standort im Brucker Westen getauscht habe. Es handelt sich dabei um die IGEWO (Wohnungsunternehmen aus München), die in die Planungen miteinbezogen werden, sagte Raff. Die Geschäftsführerin der IGEWO, Birgit Eckert-Gmell, teilte mit: „Wir sind seit 2013 Eigentümer des Geländes südlich der Aumühle, auf dem wir bezahlbare Mietwohnungen errichten wollen. Die zwei denkmalgeschützten Villen bleiben bestehen. 

80 bis 90 Wohneinheiten sind geplant

Wir sind regelmäßig mit Herrn Kornacher im Gespräch.“ Neben der Subkultur, der OB Raff Bestandsschutz zusicherte, sollen weitere Kulturvereine eine Chance erhalten, meinte eine junge Besucherin. Anklang fand auch der Vorschlag eines Bürgers, die Kneipp-Insel wieder zu aktivieren. Die Frage nach der Anzahl der Wohnungen, die auf dem Areal entstehen sollen, beantwortete Raff mit zwischen 80 und 90 Wohneinheiten. 

Dieter Metzler

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