Zu hoch und dicht

Bürger des Brucker Westens wehren sich gegen Neubebauung mit offenem Brief

Schaubild der Bebauung des dreieckigen Grundstücks im Brucker Westen.
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So soll die Bebauung des dreieckigen Grundstücks im Brucker Westen einmal aussehen.

Fürstenfeldbruck – Der Neubau einer Wohnanlage mit 51 Wohneinheiten in der Hubertusstraße wurde im Planungs- und Bauausschuss der Stadt Fürstenfeldbruck vom 2. Dezember beschlossen.

Es sollen drei Gebäude entstehen mit drei bis fünf Geschossen. Dieser Beschluss beunruhigt 116 Bürger aus dem Brucker Westen, weshalb sie sich in einem offenem Brief an Oberbürgermeister Erich Raff wenden und um ein Gespräch bitten.

Der Plan sei laut diesen Bürgern ein völliger Bruch im Vergleich mit der umgebenden Bebauung. Wichtige Themen wie Verkehrsaufkommen, Parksituation, Infrastruktur wie Schulen und Kindertagesstätten seien nicht berücksichtigt. „Hier handelt es sich um die absolute Gewinnmaximierung für den Bauwerber und um keine ausgewogene städtebauliche Maßnahme“, kritisiert Sprecher Reinhold Schmidl.

„Betrachtet man das umliegende Gebiet, so sind direkte Nachbargrundstücke an der Nordseite mit Reihenhäusern, auf der gegenüberliegenden Straßenseite und der Falkenstraße ebenfalls mit Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern, eingeschossig bis maximal zweigeschossig mit Dachausbau bebaut“, wird im Brief beschrieben. Die maximal angesetzte Bauhöhe mit fünf Geschossen und einer Höhe von 15,4 Meter stelle einen Bruch zur direkten Umgebung dar und füge sich nicht in die „Eigenart der näheren Umgebung“ (§34) ein. „Die herangezogene Rechtfertigung dieser Höhe mit der Wohnanlage in der Hubertusstraße Nummer 16 bis 22 ist damit aus unserer Sicht nicht berechtigt“, so die Meinung der Brief-Unterzeichner.

Bebauungsplan war seit langem angedacht

Für die Stadtplanung des gesamten Gebietes zwischen Hubertusstraße im Osten, der Rothschwaiger Straße im Süden und der Cerveteristraße im Westen war seit langem angedacht, einen Bebauungsplan zu erstellen, in dem zum einen das Waldstück, als innerstädtischer Grünbereich, erhalten bleiben soll und zum anderen eine Bebauung als Stadtabrundung nach Westen erfolgen soll. Diese Art der Bebauung wurde bereits mit einem eigenen Bebauungsplan im Bereich Rothschwaiger Feldweg, Glockenbecherweg, Bajuwarenstraße und Alemannenstraße umgesetzt. Die Bürger vermissen derartige Ansätze im vorliegenden Bauvorhaben.

Es sind 51 Wohneinheiten geplant. „Dies bedeutet einen Zuzug auf diesem Grundstück von weit über 100 Menschen“, rechnet Schmidl vor und kritisiert, dass alle übergeordneten Themen, wie Verkehrsaufkommen, Parksituation, Infrastruktur, Schulen, Kindertagestätten bei der Erstellung eines Bebauungsplanes nicht berücksichtigt wurden. „Wir fordern, wie von der Stadt auch ursprünglich geplant, einen Bebauungsplan für das gesamte Gebiet, in dem alle Belange berücksichtigt werden“, heißt es im Brief.

red

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