Schweigeminute am Todesmarsch Mahnmal

Gedenkveranstaltung mit Applaus

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Julia Zieglmeier, Sprecherin des Arbeitskreises Mahnmal FFB sprach Eingangsworte.
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Wolfgang Seufert, Lehrer am Graf-Rasso-Gymnasium, erzählte von den Besuchen des Zeitzeugen Max Mannheimers in der Schule.
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Nach jüdischem Brauch legten die Besucher, hier amtierender Bürgermeister Erich Raff, Steine und Blumen an das Mahnmal.
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Fürstenfeldbruck – Mehr als 100 Menschen haben sich auf der Verkehrsinsel an der Dachauer Straße Ecke Augsburger Straße versammelt. Als Julia Zieglmeier, Sprecherin des Arbeitskreises Mahnmal FFB ihre Eingangsworte sprach, lagen schon ein Dutzend weiße Rosen am Mahnmal.

Auf diesem steht: „Hier führte in den letzten Kriegstagen im April 1945 der Leidensweg der KZ-Häftlinge aus den Todeslagern Kaufering/Landsberg vorbei ins Ungewisse.“ Genau daran wollten die Bürger, darunter viele Schüler mit ihren Lehrern, erinnern.

Zieglmeier ließ den Zeitzeugen Karl Rom entschuldigen, der die letzten Jahre immer am 27. Januar bei der Gedenkveranstaltung in Fürstenfeldbruck dabei war. Er sei mittlerweile zu gebrechlich. Sie betonte: „Diese Skulptur ist kein Mahnmal der Schande, wie der AfD-Politiker Björn Hocke erst vor kurzem zum Berlin-Mal sagte, sondern wir gedenken hier an die Opfer und Überlebenden der Todesmarsche.“ Dafür erhielt sie von den Anwesenden – darunter Landrat Thomas Karmasin, sowie viele Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Landkreis – einen kräftigen Applaus.

Im Zeichen Max Mannheimers

Den Rahmen der Gedenkveranstaltung gestaltete in diesem Jahr Schüler des Graf-Rasso-Gymnasiums. Deshalb stand dieser Gedenktag in Fürstenfeldbruck ganz im Zeichen von Max Mannheimer. Denn der Zeitzeuge, der im September 2016 verstarb, besuchte jährlich die neunten Klassen des Gymnasiums, um von seinen Erlebnissen als KZ-Häftling zu berichten. Lehrer Wolfgang Seufert: „Normalerweise würde er uns auch dieses Jahr im Februar besuchen, doch es sollte wohl nicht mehr sein.“ Er berichtete von Mannheimers einprägsamen Besuchen und seiner eigenen Art die Erlebnisse zu erzählen. Mannheimers Zitat „Ihr seid nicht verantwortlich für das was passierte, aber dass es nicht wieder passiert“, fiel gleich zweimal. Im Anschluss an Seufers Worte lasen zwei Schüler der elften Klasse aus Mannheimers Biographie vor. Denn auch Mannheimer wurde gleich mehrmals auf ungewisse Reisen geschickt. Er und sein Bruder Edgar überlebten im August 1944 den Transport vom KZ Warschau in das KZ Dachau. Von dort wurden sie wenig später in das Außenlager Karlsfeld zur Zwangsarbeit verlegt. Zwar führte sein Weg nie durch Fürstenfeldbruck, dennoch bekamen die Zuhörer ein Gefühl dafür, was der Marsch ins Ungewisse für die Tausenden von Häftlingen bedeutet haben muss.

Gedenkminute auch für Karin Marquart

Bevor die Besucher nach jüdischem Brauch zum Gedenken an die Verstorbenen Steine am Mahnmal ablegten, hielten alle für eine Minute inne. Zieglmeier bat die Anwesenden in der Schweigeminute auch an Karin Marquart zu denken, die im vergangenen Jahr starb. Sie hatte maßgeblichen Anteil an der Errichtung des Mahnmals und leitete den Arbeitskreis 20 Jahre lang.

Miriam Kohr

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