"Jahrhundertprojekt" in Olching

Paulusgrube tritt in neue Phase ein

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Mit großem Interesse informierten sich die Bürger über die Stadtentwicklungsmaßnahme.

Die Planungen für die Neugestaltung der Paulusgrube in Olching, einem Areal zwischen Mühlbach und Blumenstraße, laufen eigentlich schon seit zig Jahren. Bereits vor vier Jahrzehnten hat Olching den Rahmenplan beschlossen. Jetzt nimmt die Entwicklung aber konkrete Formen an. Auf dem Gelände soll ein belebtes Zentrum mit Wohnhäusern, Geschäften, Büros und Grünflächen entstehen, das zum Verweilen und Flanieren einlädt.

Olching - Das „Jahrhundertprojekt“, das nach vorsichtigen Schätzungen 100 Millionen Euro betragen soll, wird vom Olchinger Stadtrat fraktionsübergreifend getragen. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 11. Mai der Maßnahme zugestimmt. Die Bauleitplanungskosten trägt die Stadt. Des Weiteren ist mit Konkretisierung der Planung vorgesehen, Investoren mit ins Boot zu nehmen. Insbesondere bei einem Vorhaben- und Erschließungsplan würde der zukünftige Investor die Realisierungskosten tragen. Nun aber tritt zunächst das Projekt erst einmal mit der Bürgerbeteiligung in eine neue Phase ein. Einen Monat lang, vom 19. Juni bis 19. Juli, werden die Planungsunterlagen im Foyer des Rathauses ausgehängt und sind auch im Internet auf der Homepage der Stadt abrufbar. Die Bürger können dazu schriftlich Stellung nehmen, dabei Bedenken äußern oder auch Vorschläge einbringen. Zusätzlich lud Bürgermeister Andreas Magg (SPD) die Bevölkerung am 19. Juni zu einer Bürgerversammlung ins KOM ein. 

Großer Diskussionsbedarf beim Verkehrskonzept

Das Interesse der Bevölkerung an der umfangreichsten und zukunftsweisendsten Entwicklungsmaßnahme, die die Stadt Olching je in Angriff nahm, war riesengroß. Trotz bestem Biergartenwetter strömten die Bürger zur Veranstaltung, bei der Magg und Stadtplaner Stefan Strohmayr detailliert die Vorstellungen für das neue Ortszentrum vorstellten und anschließend Fragen beantworteten. Die Bürger zeigten sich von dem vorgestellten Großprojekt mehrheitlich angetan. Größerer Diskussionsbedarf ergab sich allerdings zum Verkehrskonzept. Die Planung sieht den Abriss des alten Bahnhofsgebäudes sowie der Fahrradständer auf der Südseite der Bahnlinie vor. Die Funktionen des Bahnhofs, wie zum Beispiel Fahrkartenautomat, WC, Service-Store sollen in das neue Gebäude integriert werden. 

Nöscherplatz bleibt Herz der Stadtmitte

Im Untergeschoss des Neubaus ist eine Fahrradabstellanlage vorgesehen, die über eine eigene Rampe anfahrbar und mit einer Treppe mit dem Bahnhofszugang verbunden ist. Diesbezügliche Gespräche wurden mit der Bahn geführt. Welche Geschäfte im Einzelnen angesiedelt werden sollen, steht noch nicht fest. Es ist ein großer Supermarkt vorgesehen, aber auch kleinere Läden sowie Gastronomie. Der steigende Bedarf an Parkplätzen wird mit dem Bau einer Tiefgarage gelöst, die 200 Stellplätze haben wird. Die nördliche Park&Ride- Anlage ist von der Planung nicht betroffen und bleibt bestehen. Zur Koordinierung des gesamten Verkehrs hat Olching ein Ingenieur- und ein Verkehrsplanungsbüro beauftragt. Außerdem ist der Nahverkehrsbeauftragte des Landkreises einbezogen worden. Es sei nicht beabsichtigt, ein neues Stadtzentrum zu schaffen, betonte Magg. Vielmehr soll mit der Umgestaltung des Bahnhofs ein attraktiver Auftakt für den zentralen Innenstadtbereich geschaffen werden. Der Nöscherplatz bleibt das Herz der Stadtmitte. Wenn die Umgestaltung eines Tages dann aber vollendet sein wird, noch vor 2020 soll mit dem Projekt begonnen werden, wird es zusätzliche Fuß- und Radwegverbindungen geben, attraktivere Bahnhofszugänge, eine Bahnhofstraße mit Aufenthaltsqualität mit einem Platz, Café und Restaurant, zusätzlichen Einkaufsmöglichkeiten – insbesondere kürzere Wege und ein größeres Angebot für den täglichen Bedarf -, geordnete Verkehrswege, Lärmschutz sowie viele andere Vorteile.

Dieter Metzler

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